{"id":1831,"date":"2013-11-12T15:18:42","date_gmt":"2013-11-12T14:18:42","guid":{"rendered":"http:\/\/meerverstehen.net\/?p=1831"},"modified":"2021-05-19T09:46:49","modified_gmt":"2021-05-19T07:46:49","slug":"german-shipbuilding-increasingly-serves-niche-segments","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marineforum.online\/en\/deutscher-schiffsbau-bedient-verstarkt-nischensegmente\/","title":{"rendered":"German shipbuilding increasingly serves niche segments"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am 11. November ver\u00f6ffentlichte die Tageszeitung Die Welt in ihrem Hamburger Lokalteil ein Interview mit Herbert Aly, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der traditionsreichen Werft Blohm+Voss. Einige Passagen sind uns aufgefallen, da sie die ver\u00e4nderten Bedingungen f\u00fcr den deutschen Schiffsbau allgemein unterstreichen:<\/strong><\/p>\n<p id=\"p8\">\"<em>Anfang 2012 verkaufte der Konzern ThyssenKrupp die Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss an den britischen Finanzinvestor Star Capital Partners. Dann wurde es still um das Unternehmen, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts das wichtigste Zentrum des weltweiten Schiffbaus war. Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung um den langj\u00e4hrigen Blohm+Voss-Manager Herbert Aly, 55, positioniert die Werft nun mit anspruchsvollen Umbauprojekten und mit neuen Ideen f\u00fcr Superyachten am hart umk\u00e4mpften internationalen Markt.<!--more--><\/em><br \/>\n<em>[...]<\/em><br \/>\n<em><strong>Die Welt<\/strong>: Von au\u00dfen betrachtet, ist das Gesch\u00e4ft von Blohm+Voss nur schwer zu verstehen. Sowohl der Marineschiff- wie auch der Yachtbau laufen hoch geheim ab. Erkl\u00e4ren Sie uns, wie die Werft heutzutage funktioniert?<\/em><\/p>\n<p id=\"p10\"><em><strong>Aly<\/strong>: Die Realisierung von gro\u00dfen, komplexen Umbau-Projekten hat f\u00fcr uns in j\u00fcngerer Zeit an Bedeutung zugenommen. Die \"EnQuest Producer\" \u2013 quasi eine schwimmende Raffinerie und schwimmender Zwischenspeicher, die auf \u00d6lfeldern in der Nordsee eingesetzt wird \u2013 wurde bei uns f\u00fcr die n\u00e4chste 15-j\u00e4hrige Einsatzperiode im Rahmen einer ,Life-Time-Extension' grundlegend modernisiert. Sie hat das Bild der Werft zur Stadt hin mehr als ein Jahr lang gepr\u00e4gt. Es gibt rund 30 solche und \u00e4hnliche Schiffe allein in der Nordsee. Das ist f\u00fcr uns ein wichtiges Gesch\u00e4ftsfeld.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Die Welt<\/strong>: Welche Rolle spielen Kreuzfahrtschiffe f\u00fcr Blohm+Voss, die regelm\u00e4\u00dfig auf der Werft eindocken, unter anderem die \"Queen Mary 2\"?<\/em><\/p>\n<p id=\"p11\"><em><strong>Aly<\/strong>: Hamburg will sein Kreuzfahrtgesch\u00e4ft deutlich ausweiten und ein drittes Terminal daf\u00fcr bauen. Vor einigen Wochen hat die Reederei Aida Cruises angek\u00fcndigt, von 2015 an w\u00f6chentlich und ganzj\u00e4hrig ab Hamburg zu fahren. Immer mehr Kreuzfahrtschiffen auf der Elbe sind f\u00fcr uns eine sehr gute Entwicklung. All diese Schiffe m\u00fcssen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberholt werden und eine neue Klasse \u2013 den ,Schiffs-T\u00dcV' \u2013 bekommen. Wir haben die Anlagen und die Kompetenz daf\u00fcr.<\/em><\/p>\n<p id=\"p14\"><em><strong>Die Welt<\/strong>: Wie sch\u00e4rft Blohm+Voss sein Profil in einer Zeit immer h\u00e4rterer Konkurrenz im internationalen Schiffbau?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Aly<\/strong>: F\u00fcr uns sind drei Segmente wichtig: Schiffe f\u00fcr die Offshore-\u00d6l-und-Gas-Industrie, Kreuzfahrtschiffe und Yachten. Bei den drei Segmenten handelt es sich um Marktnischen, in denen die Kunden die Qualit\u00e4t eines ,Made in Germany' \u2013 Probleml\u00f6sungskompetenz, Ausf\u00fchrungsqualit\u00e4t und P\u00fcnktlichkeit \u2013 honorieren. Dabei versuchen wir, zwischen den Gesch\u00e4ftsbereichen Neubau und Reparatur so flexibel wie m\u00f6glich zu agieren, um die anstehenden Auftr\u00e4ge zeitgerecht und mit h\u00f6chster Qualit\u00e4t zu erf\u00fcllen. Termintreue und Topqualit\u00e4t, das sind seit jeher die St\u00e4rken von Blohm+Voss. [...]<\/em>\"<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article121763211\/2014-wird-fuer-Blohm-Voss-ein-entscheidendes-Jahr.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\"2014 wird f\u00fcr Blohm+Voss ein entscheidendes Jahr\", Die Welt 11. November 2013<\/a><\/p>\n<p>Wir halten fest: Die Produktion klassischen Schiffraumes spielt f\u00fcr Blohm+Voss praktisch keine Rolle mehr, dieser Markt wird von S\u00fcdostasien - und hier besonders S\u00fcdkorea - schneller und billiger bedient. Deutsche Werften hingegen setzen vermehrt auf Nischen und Spezialisierung - individuelle L\u00f6sungen f\u00fcr die maritime Industrie und Seestreitkr\u00e4fte setzen hochtechnologisches Know-How und klassische Tugenden, die auch im internationalen Schiffsbaumarkt von \"Made in Germany\" erwartet werden, voraus.<\/p>\n<p>Im Prinzip folgt der deutsche Schiffsbau damit einer grunds\u00e4tzlichen globalen Entwicklung der letzten Jahre - die Massenproduktion der Welt hat sich nach Asien verlagert, w\u00e4hrend die westlichen L\u00e4nder haupts\u00e4chlich ihr hochpreisiges Premiumsegment erhalten k\u00f6nnen. Desweiteren hat das Segment der \u00dcberholung, Reparatur und Qualifizierung an Bedeutung zugenommen - wenn man schon die Schiffe nicht mehr selbst baut wird wenigstens bei der Betreuung der anderen Schiffe mitverdient.Ob sich diese Ausrichtung f\u00fcr den deutschen Schiffsbau lohnt, wird sich laut Herbert Aly f\u00fcr Blohm+Voss bereits 2014 entscheiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 11. November ver\u00f6ffentlichte die Tageszeitung Die Welt in ihrem Hamburger Lokalteil ein Interview mit Herbert Aly, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der traditionsreichen Werft Blohm+Voss. Einige Passagen sind uns aufgefallen, da sie die ver\u00e4nderten Bedingungen f\u00fcr den deutschen Schiffsbau allgemein unterstreichen: \"Anfang 2012 verkaufte der Konzern ThyssenKrupp die Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss an den britischen Finanzinvestor Star Capital Partners. 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