{"id":2350,"date":"2016-08-19T18:08:18","date_gmt":"2016-08-19T16:08:18","guid":{"rendered":"http:\/\/meerverstehen.net\/?p=2350"},"modified":"2021-01-27T16:15:54","modified_gmt":"2021-01-27T15:15:54","slug":"new-us-study-on-undersea-warfare-in-northern-europe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marineforum.online\/en\/neue-us-studie-zum-unterwasserseekrieg-in-nordeuropa\/","title":{"rendered":"1TP5Understanding the sea: New US study on undersea warfare in Northern Europe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Juli 2016 ver\u00f6ffentlichte das renommierte, von Admiral Arleigh Burke gegr\u00fcndete \"Center for Strategic International Studies\" (CSIS) in Washington D.C. die Studie \"<i><a href=\"https:\/\/www.csis.org\/analysis\/undersea-warfare-northern-europe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Undersea Warfare in Northern Europe<\/a><\/i>\".\u00a0Herunterladen und Lekt\u00fcre der knapp 50 seitigen Arbeit lohnen den Zeitaufwand. Der aufmerksame Leser erf\u00e4hrt in den Danksagungen, dass \"Experten aus Finnland, Polen, Schweden, dem Vereinigten K\u00f6nigreich und den Vereinigten Staaten\" und ihre entsprechenden nationalen Institute ma\u00dfgeblich zum Ergebnis beigetragen haben. Ein abschlie\u00dfender Dank ist dem Sponsor der Studie, \"Saab North America\" gewidmet und das Autorenteam bringt seine tiefe Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr Saabs Respekt vor der intellektuellen Unabh\u00e4ngigkeit [des Teams] zum Ausdruck.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Dieser Blogeintrag soll keine Rezension der Studie sein, sondern greift einige Aspekte mit Relevanz f\u00fcr die deutsche F\u00e4higkeit zur Unterwasserseekriegsf\u00fchrung heraus und bringt sie in den Kontext der heutigen Deutschen Marine. Erkenntnisdefizite - so sie denn erkennbar werden - sind dem Abstand des im Ruhestand befindlichen Verfassers geschuldet. Eine \u00dcbersetzung des \"Executive Summary\" bringt dem eiligen Leser das Wesentliche der Arbeit nahe:<\/p>\n<p><i>\"Russland erweitert seine Unterwassereins\u00e4tze als Teil einer breiteren Strategie der N\u00f6tigung (coercion) gegen\u00fcber seinen Nachbarn, der NATO und den Vereinigten Staaten. Russland hat eine lange Geschichte des Ausbaus seiner maritimen F\u00e4higkeiten zum Zweck der strategischen Signalwirkung einschlie\u00dflich der Anwendung gezielter Provokationen. Der Verdacht auf das Eindringen in Territorialgew\u00e4sser in der Ostsee und provokante Unternehmungen im Nordatlantik haben bei der NATO und Partnernationen Alarm ausgel\u00f6st, zumal weil sie deutlich machten, in welchem Ausma\u00df die U-Jagdf\u00e4higkeiten der NATO und ihrer regionalen Partner seit dem Ende des Kalten Krieges zusammengeschrumpft sind.<\/i><\/p>\n<p><i>Die Russische Marine und ihre U-Bootwaffe blieben von den \u00f6konomischen und personellen Herausforderungen, vor die sich Russlands umfassende milit\u00e4rische Modernisierungsanstrengungen gestellt sahen, weitgehend verschont. Moskau hat bei der Entwicklung und der Aufrechterhaltung seiner U-Boot gest\u00fctzten strategischen Abschreckung ein unersch\u00fctterliches Engagement bewiesen und hat beispielsweise in den Bereichen nicht-nuklearer U-Bootf\u00e4higkeiten, gewisser \u00dcberwasserseekriegsf\u00e4higkeiten und weitreichender Schiff-Schiff-Flugk\u00f6rper gegen Tr\u00e4gerkampfgruppen Schwerpunkte gesetzt. Deshalb sind russische U-Boote im Allgemeinen als sehr f\u00e4hige Plattformen einzusch\u00e4tzen, wenn sie angemessen gewartet werden. In Nordeuropa wird mit der Nutzung russischer U-Boote zum Zweck der Signalisierung von Pr\u00e4senz, Reichweite und Macht eine weit \u00fcber den Ressourcenansatz hinausgehende Wirkung erzielt.<\/i><\/p>\n<p><i>In gro\u00dfen Teilen des Nordatlantiks und in der Ostsee besitzen die NATO und ihre Partnernationen derzeit nicht die Mittel um der russischen Unterwasser-Herausforderung kurzfristig zu begegnen. Schuld daran sind nicht nur die abnehmenden F\u00e4higkeiten, sondern genauso problematisch ist der Mangel an Integration zwischen den relevanten Verb\u00fcndeten und Partnern. Wirksame U-Jagdf\u00e4higkeiten erfordern einen b\u00fcndnisgemeinsamen Ansatz, der nationale und NATO-Plattformen, Sensoren und Personal integriert und koordiniert. Diese integrierten F\u00e4higkeiten m\u00fcssen von einer koh\u00e4renten Doktrin aus einem Guss untermauert und regelm\u00e4\u00dfig be\u00fcbt werden um wirkliches K\u00f6nnen sowohl auf nationaler als auch auf Allianzebene sicherzustellen.<\/i><\/p>\n<p><i>Angesichts konkurrierender Priorit\u00e4ten, klammer Verteidigungsetats und Schnittstellenproblemen im europ\u00e4ischen Verteidigungsbereich zwischen NATO-Mitgliedern und den wichtigen Partnerl\u00e4ndern Schweden und Finnland braucht es organisatorische Reformen gepaart mit einem b\u00fcndnisgemeinsamen Ansatz f\u00fcr F\u00e4higkeitsentwicklung und Feinanpassungen, um den Wiederaufbau der amerikanischen und europ\u00e4ischen U-Jagdf\u00e4higkeit auf den Weg zu bringen. Um russischen Unterwasser-Aktivit\u00e4ten entgegen zu treten gibt die Studie im abschlie\u00dfenden Kapitel 4 folgende Empfehlungen:<\/i><\/p>\n<ol>\n<li><i><b>Vorbereiten organisatorischer Strukturen<\/b><\/i><i>: Ausschlie\u00dflich auf NATO-Strukturen zur\u00fcckzugreifen k\u00f6nnte sich im Sinne einer wirksamen Nutzung von Partnerf\u00e4higkeiten und -expertise als falsch erweisen. Mit der \"Nordic Defense Cooperation\" (NORDEFCO) zusammen k\u00f6nnte die NATO eine Br\u00fcckenfunktion bilden um Interoperabilit\u00e4t und das l\u00e4nder\u00fcbergreifende (combined) Leistungsniveau voranzutreiben. Ein auf U-Jagd fokussiertes Center of Excellence k\u00f6nnte ebenfalls n\u00fctzlich sein als Drehkreuz f\u00fcr Forschung, Planung, Doktrinentwicklung, f\u00fcr Erfahrungsverwertung (lessons learned) und f\u00fcr den Wiederaufbau und die Integration der F\u00e4higkeiten zum Unterwasserseekrieg.<\/i><\/li>\n<li><i><b>Auf Stand bringen von F\u00e4higkeiten<\/b><\/i><i>: Um ein System zu entwickeln, das gegen neue und aufkommende Technologien wirksam ist, m\u00fcssen die NATO und ihre Partner einen Multi-Dom\u00e4nen-, Multi-Plattform- und maritimen \u00dcberwachungskomplex aufbauen, idealerweise in einem b\u00fcndnisgemeinsamen Konstrukt, der Zuladungen (payloads) gegen\u00fcber Plattformen priorisiert. Die spezifischen Empfehlungen dieser Studie bringen verschiedene Sensoren und Angriffs(strike)-F\u00e4higkeiten zusammen, die auf kleine und gro\u00dfe, bemannte und unbemannte, raumgest\u00fctzte, fliegende, \u00dcberwasser- und Unterwasserplattformen gest\u00fctzt sind.<\/i><\/li>\n<li><i><b>Verbessern der Gesamtaufstellung (posture)<\/b><\/i><i>: Die NATO kann ihre U-Jagd-Gesamtaufstellung optimieren um sicherzustellen, dass die richtigen F\u00e4higkeiten zur richtigen Zeit am richtigen Ort zum Tragen kommen, wenn sie die \"Kevlavik Naval Air Station\" in Island wiederer\u00f6ffnet und Norwegen ermutigt, dasselbe mit der \"Submarine Support Facility\" in Olavsvern zu tun.<\/i><\/li>\n<\/ol>\n<p><i>Organisationen, Beziehungen, Nachrichtenwesen (intelligence) und F\u00e4higkeiten, die einst das robuste U-Jagd-Netzwerk in Nordatlantik und Ostsee ausmachten, existieren nicht mehr. Es bedeutet einen kritischen Schritt in einem b\u00fcndnisgemeinsamen Ansatz der Herausforderung zu begegnen, die Russland im 21. Jahrhundert mit seinen Unterwasserkr\u00e4ften in dieser Region darstellt, und so die russische maritime N\u00f6tigung (coercion) gegen die Vereinigten Staaten, die NATO und europ\u00e4ische Schl\u00fcsselpartner zu verhindern<\/i>.\"<\/p>\n<p>In Kapitel 3 \"<i>Meeting the Russsian Challenge<\/i>\" untersucht die Studie bez\u00fcglich der NATO und ihren Partnern die strategischen Priorit\u00e4ten, geht dezidiert auf die F\u00e4higkeiten der L\u00e4nder (DAN, FRA, FIN, DEU, NDL, NOR, POL, SWE, GBR, USA) ein und zeigt anhand von Tabellen die geschrumpften Potenziale der einzelnen Marinen auf. \u00dcber das als f\u00fcr Europa repr\u00e4sentativ bezeichnete Deutschland hei\u00dft es:<\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"en-US\"><i>\"The German Navy is representative of the ASW capabilities resident in several relevant European nations. For the past fifteen years, NATO has emphasized its operations in Afghanistan. In response, the German Navy moved away from investing in capabilities needed for territorial defense. Therefore, the latest class of German surface combatant, the F125-class, has little to no ASW capabilities.<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"en-US\"><i>This surface fleet shortfall is partially offset by the excellence of the German submarine fleet. The Type 212 submarines, the product of a joint development program with Italy, are some of the most advanced air independent propulsion (AIP) submarines in the world. Their exceptional stealth, long submerged endurance, and small size makes them ideal for shallow water and littoral operations. While they would seemingly excel in Baltic Sea operations, it is unclear to what extent the German submarine force operates in these waters.<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"en-US\"><i>Notably, however, these vessels have no land attack capability. In fact, the German Navy does not possess any form of long-range land attack weapon for either surface or subsurface vessels. There are understandable political sensitivities around the acquisition of such capabilities by the German Navy. However, given the current security environment in Europe and beyond, a limited investment into these systems may be prudent.\"<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"en-US\">Das deutsche U212A wird zwar als eines der \"<\/span><span lang=\"en-US\"><i>most advanced AIP submarines in the world<\/i><\/span><span lang=\"en-US\">\" geb\u00fchrend gew\u00fcrdigt, dennoch erh\u00e4lt im Passus \u00fcber Schweden das im Bau befindliche A26 die f\u00fcr das Anliegen der Studie wichtigeren (Vorschuss)-Lorbeeren wenn es hei\u00dft: \"<\/span><span lang=\"en-US\"><i>The new A26 vessels will be a step change in terms of multi-mission capability...The A26 will also use Stirling engines vice fuel cells, eliminate the day's long fueling process, and boast a flexible payload capacity<\/i><\/span><span lang=\"en-US\">...\" <\/span>Damit wird das deutsche Alleinstellungsmerkmal \"Brennstoffzellen-AIP\" gegen\u00fcber der schwedischen Stirling-L\u00f6sung als nachteilig etikettiert und unterschlagen, dass die Brennstoffzelle eine un\u00fcbertroffen g\u00fcnstige akustische Signatur, einen mehrfach h\u00f6heren Wirkungsgrad und weitaus geringeren Platzbedarf aufweist.<\/p>\n<p>Dennoch hat sich die Studie nach Meinung dieses Verfassers mit Kritik an deutschen Defiziten zur\u00fcckgehalten und z.B. die Bordhubschrauber-Misere ausgespart. <span lang=\"en-US\">Richtig mutma\u00dft sie, dass U212A \"<\/span><span lang=\"en-US\"><i>would seemingly excel in the Baltic Sea operations<\/i><\/span><span lang=\"en-US\">\", bleibt jedoch vage mit der Feststellung dass \"<\/span><span lang=\"en-US\"><i>it is unclear to what extent the German submarine force operates in these waters<\/i><\/span><span lang=\"en-US\">\". <\/span>Unerw\u00e4hnt bleibt vermutlich aus Taktgef\u00fchl die Tatsache, dass diese einstige Spielwiese der deutschen U-Bootwaffe aus Gr\u00fcnden des beklagenswerten personellen und materiellen Klarstands der von ehemals 24 auf 6 Einheiten reduzierten Streitmacht wohl tats\u00e4chlich verwaist bleiben muss. Dass U212A als Hochwert-Unterwasserplattform auf die Rolle des reinen Torpedotr\u00e4gers reduziert wurde und nicht \u00fcber eine \"<i>flexible payload capacity<\/i>\", vor allem nicht \u00fcber Flugk\u00f6rper und schon gar nicht \u00fcber solche zum Wirken an Land (<i>land attack<\/i>), verf\u00fcgt, ist ein in der Tat bemerkenswertes Defizit, das damit zu tun haben d\u00fcrfte, dass U-Boote deutscherseits allenfalls als taktisch-operative, nicht jedoch als strategische Seekriegsmittel gesehen werden. Im Gegensatz dazu wurden nahezu alle deutschen Export-U-Boote von ihren jeweiligen Marinen zumindest mit der amerikanischen Sub-Harpoon bewaffnet.<\/p>\n<p>Unter Ausblendung des <i>land-attack<\/i>-f\u00e4higen (jedoch m.W. noch nicht einsatzbereiten) RBS15-Flugk\u00f6rpers f\u00fcr die Korvette K130 stellt die Studie fest, dass \"<i>in fact the German Navy does not possess any form of long-range land attack weapon for either surface or subsurface vessels<\/i>\". Auch die Tatsache, dass Deutschland es f\u00fcr hinreichend hielt demn\u00e4chst seine \u00fcber 7.000 t schweren <strong>Fregatten<\/strong> der Klasse 125 mit \"<i>little to no ASW capabilities<\/i>\" in Dienst zu stellen, l\u00e4sst die Studie nicht unerw\u00e4hnt, brandmarkt dieses ebenfalls weltweite Alleinstellungsmerkmal aber nicht explizit. Vermutlich mangels entsprechender Inputs bleibt jedoch ein weiterer Schildb\u00fcrgerstreich hinsichtlich deutscher Unterwasserseekriegsf\u00e4higkeiten in der Studie unerw\u00e4hnt: LFTAS, das von Firma Atlas Elektronik entwickelte \"<i>Low Frequency Active Towed Array Sonar<\/i>\", das nach jahrelangen Erprobungen bereits 2008 auf der <strong>Fregatte<\/strong> der Klasse <strong>123<\/strong> \"Bayern\" mit Erfolg die Einsatzf\u00e4higkeitspr\u00fcfung bestanden und bis dahin f\u00fcr unm\u00f6glich gehaltene h\u00f6chste Ortungsreichweiten selbst gegen kleine konventionelle U-Boote erzielt hatte. Im Rahmen des Projekts \"F\u00e4higkeitsanpassung <strong>F123<\/strong>\" sah sich die Marine aus Gr\u00fcnden anderer finanzieller Priorit\u00e4ten nicht in der Lage, dieses Premium-Ortungsmittel einzur\u00fcsten. Diese urspr\u00fcnglich als \"U-Jagdfregatte\" geplante Schiffsklasse wird daher bis an ihr absehbares Lebenszeitende ein \"U-Jagd-Torso\" bleiben. Dass mit dem auf dem Wehrforschungsschiff \"Planet\" weiter betriebenen Einzelexemplar des LFTAS in Zusammenarbeit mit U-Booten exzellente Arbeit bei der Weiterentwicklung der multistatischen Unterwasserortung geleistet wird, sei hier erw\u00e4hnt, hilft der Deutschen Marine aber nicht aus ihrer U-Jagd-Misere. <span style=\"font-family: Calibri, serif;\">Der alte Marinespruch bewahrheitet sich auch hier: \"\u00dcberall wo man kratzt, kommt das blaue Tuch zum Vorschein.<\/span><\/p>\n<p>Aus Kapitel 4 der Studie seien zwei aus Sicht des Verfassers bemerkenswerte Empfehlungen herausgegriffen:<\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"en-US\"><i>\"<\/i><\/span><\/span><span lang=\"en-US\"><i>Recommendation: Integrate Interoperable Land Attack Weapons on all NATO and Partner Nations' Submarines<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"en-US\"><i>Several nations have been unwilling to integrate land attack cruise missiles into their naval force for political reasons. Given current gaps in precision-guided munitions across allied surface and subsurface fleets, NATO and Sweden should refit their submarine forces to be capable of employing Tomahawk (or equivalent) land attack weapons. Land attack capability should also be a key requirement for all future allied and partner submarines.<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"en-US\"><i>Desired effect: Allows submarines to strike targets with less counterforce risk than land-based systems, bringing powerful deterrent value.\"<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p>Wie schon weiter oben zitiert zeigt die Studie Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Deutschlands \"<i>understandable political sensitivities around the acquisition of such capabilities by the German Navy<\/i>\". Zu den politischen Empfindlichkeiten (wie aktuell auch beim gescheiterten Versuch der Verteidigungsministerin bewaffnete Drohnen zu begr\u00fcnden) kommen die notorischen Probleme der Marine, ihren U-Booten Flugk\u00f6rper operativ \u00fcberhaupt zuzugestehen, geschweige denn Haushaltsmittel daf\u00fcr bereitzustellen. Die seit \u00fcber 10 Jahren andauernde Entwicklungsmisere mit dem U-Boot gest\u00fctzten, bescheidene 20 km weit reichenden, zur Hubschrauberabwehr und auch zum begrenzten Wirken an Land f\u00e4higen Flugk\u00f6rper IDAS ist daf\u00fcr Beleg. Allein an Tomahawk zu denken steht deshalb wohl auf dem mentalen Index des Marine- bzw. U-Bootoffiziers.<\/p>\n<p><span lang=\"en-US\"><i>\"Recommendation: Institutionalize and Further Develop a Unified Submarine Command, Weapons, and Tactics Course<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><span lang=\"en-US\"><i>The UK's submarine pre-command school, colloquially known as 'Perisher' because of its high standards and associated high failure rate, is attended by officers from several NATO nations. NATO should develop a short-form Perisher-style course for allies and partners, perhaps within the context of the ASW COE. Due to equipment differences, this course would not supplant national training for commanders (especially those representing more advanced undersea navies), but it will help promote integration among NATO navies, improve that ability of the NATO submarine force to operate in a combined manner, alleviate some of the burden of maintaining a robust training pipeline for nations with small submarine forces, and create a common baseline among those countries with more nascent capabilities. A unified pre-command course will also be important as the navies of the various NATO member states acquire new undersea warfare capabilities.\"<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p>Wenn es bisher noch Zweifel gab, ob Deutsche an dieser Studie mitgearbeitet haben, dann sind sie mit diesem Passus weggewischt, denn das deutsche Ausbildungszentrum U-Boote (AZU) findet keine Erw\u00e4hnung. Wenn auch nicht mit dem legend\u00e4ren Mythos des britischen \"Perisher\" umw\u00f6lkt, bildet es seit vielen Jahren U-Bootkommandantenanw\u00e4rter von NATO und Nicht-NATO-Staaten aus und steht in Qualit\u00e4t und Standards dem \"Perisher\" in nichts nach. Zudem: Weil die Briten in ihrer eigenen Marine nur noch nuklear getriebene U-Boote unterhalten bezweifelt der Verfasser, dass sich ihre Ausbildungskurse 1:1 auf konventionelle U-Boote \u00fcbertragen lassen.<\/p>\n<p>Angesichts der Tatsache, dass Deutschland durch seine anerkannte Expertise in der Randmeerkriegf\u00fchrung nicht von ungef\u00e4hr mit Kiel den Zuschlag f\u00fcr die Stationierung des NATO \"<i>Center of Excellence for Confined and Shallow Waters<\/i>\" (COE CSW) erhielt, im Kalten Krieg ein formidabler Gegner des Warschauer Pakts in der Ostsee war und trotz aller Reduzierungen bis heute zu den st\u00e4rkeren Marinen in Nordeuropa z\u00e4hlt, erstaunt es schon, dass es an dieser Studie nicht aktiv beteiligt wurde. Wurde eine entsprechende Anfrage abgelehnt, gab es kein Institut, das als beitragsw\u00fcrdig eingesch\u00e4tzt wurde? Unterstellt man Konspiration, vor allem im Hinblick auf den schwedischen Industrie-Sponsor, so ist man versucht, Absicht zu mutma\u00dfen. Die Kieler U-Boootwerft tkMS\/HDW hat sich 2014 im Unfrieden von ihrer schwedischen Tochter Kockums getrennt - der schwedische Staat betrieb die Abnabelung mit aller Macht, hatte er doch gr\u00f6\u00dftes Interesse, das darbende U-Bootprojekt A26 ohne deutsche Abh\u00e4ngigkeiten rein national voran zu treiben. Saab stand mehr als gerne bereit, die Scherben der Traditions-U-Bootwerft Kockums und vor allem deren hoch qualifiziertes Personal zu \u00fcbernehmen. Nach der deutschen Niederlage im U-Bootwettbewerb Australiens und mit Blick auf den in den n\u00e4chsten zwei Jahren zu entscheidenden Wettbewerb um Norwegens neue U-Boote gibt es Interessen, denen an einer Schw\u00e4chung des bisherigen deutschen Weltmarktf\u00fchrers im nicht-nuklearen U-Bootbau - einschlie\u00dflich seiner \"<i>parent navy<\/i>\" - gelegen sein d\u00fcrfte. Auff\u00e4llig ist, dass die Studie im Abschnitt zu den Niederlanden behauptet \"<i>[they] may be partnering with Sweden on submarine development and production<\/i>\" und dass Polen \"<i>may be looking at a Swedish designed vessel<\/i>\". <i>Honi soit qui mal y pense...<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Juli 2016 ver\u00f6ffentlichte das renommierte, von Admiral Arleigh Burke gegr\u00fcndete \"Center for Strategic International Studies\" (CSIS) in Washington D.C. die Studie \"Undersea Warfare in Northern Europe\".\u00a0Herunterladen und Lekt\u00fcre der knapp 50 seitigen Arbeit lohnen den Zeitaufwand. 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