{"id":29500,"date":"2023-05-26T10:00:00","date_gmt":"2023-05-26T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marineforum.online\/?p=29500"},"modified":"2023-05-26T09:33:17","modified_gmt":"2023-05-26T07:33:17","slug":"germany-remains-sea-blind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marineforum.online\/en\/deutschland-ist-weiterhin-seeblind\/","title":{"rendered":"Germany remains sea-blind"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=\"1\" _builder_version=\"4.16\" global_colors_info=\"{}\"][et_pb_row _builder_version=\"4.16\" background_size=\"initial\" background_position=\"top_left\" background_repeat=\"repeat\" global_colors_info=\"{}\"][et_pb_column type=\"4_4\" _builder_version=\"4.16\" custom_padding=\"|||\" global_colors_info=\"{}\" custom_padding__hover=\"|||\"][et_pb_text _builder_version=\"4.19.5\" background_size=\"initial\" background_position=\"top_left\" background_repeat=\"repeat\" hover_enabled=\"0\" global_colors_info=\"{}\" sticky_enabled=\"0\"]<\/p>\n<p>Mit dem Titel \u201eWiederentdeckt \u2013 der Nordflankenraum\u201c lockte das Deutsche Maritime Institut (DMI) auch in diesem Jahr Experten, Interessierte und Fachpublikum nach Wilhelmshaven ins Hotel Atlantic. Bereits zum neunten Mal wiederholten damit die Veranstalter das inzwischen prominente Format, welches zusammen mit griephan, der Einsatzflottille 2 der Deutschen Marine, dem Deutschen Bundeswehrverband (DBwV), dem Deutschen Marinebund (DMB), und der Deutschen Atlantischen Gesellschaft erm\u00f6glicht wird. Und daher lie\u00df sich an diesem 24. Mai auch der Oberb\u00fcrgermeister Carsten Feist es sich nicht nehmen, pers\u00f6nlich die Gru\u00dfworte der Stadt zu \u00fcbermitteln. Gewohnt launig und mit unverhohlenem Stolz auf seine Stadt res\u00fcmierte er die Bedeutung Wilhelmshavens f\u00fcr die Energiewende in Deutschland und die Zukunft des Warenverkehrs \u00fcber See. Olaf Scholz habe in seiner Regierungserkl\u00e4rung Wilhelmshaven vier Mal, Berlin aber nur einmal erw\u00e4hnt, behauptete er. Und selbstbewusst rief er indirekt seinem Hamburger Kollegen zu, man m\u00f6ge doch endlich die Rolle der Jadestadt akzeptieren. Nicht hier sei die Konkurrenz, sondern in Rotterdam. Am Ende versprach er sch\u00f6nes Wetter \u2013 ein Humor, den man wohl nur als \u201eSchlicktown-Kenner\u201c versteht.<\/p>\n<p>Die Key Note sprach Professor Robin Allers vom Norwegian Institute for Defence Studies in Oslo. Der \u201eHamburger mit nordischer Perspektive\u201c \u2013 wie er sich selbst nannte \u2013 beschrieb die wesentlichen Ver\u00e4nderungen durch den Ukraine-Krieg an der Nordflanke. Mit Bedauern verk\u00fcndete er, dass es keine bilateralen Kontakte mehr g\u00e4be, auch keine Zusammenarbeit. Der oft kritisierte Versuch Norwegens, zumindest in der Fischerei etwas Normalit\u00e4t aufrechtzuerhalten, verteidigte er mit der Begr\u00fcndung, dass Norwegen eben den Faden nicht abrei\u00dfen lassen wolle. Er folgerte, dass die Bedeutung Norwegens an der Nordflanke gewachsen sei, der wesentliche Nordseepartner aber immer noch in Gro\u00dfbritannien zu finden ist \u2013 nicht Deutschland, wenngleich die deutschen Signale deutlich Geh\u00f6r gefunden haben. Er zitierte damit die Zielstruktur 2025+ und verwies auf die R\u00fcstungskooperation.<\/p>\n<p>Das erste Panel \u2013 moderiert wie gewohnt vom charmant souver\u00e4nen Heinz Schulte \u2013 er\u00f6ffnete Mathias L\u00fcdicke, Niederlassungsleiter von \u201eNiedersachsen Ports\u201c. Er beschrieb die umfangreichen Ver\u00e4nderungen, die gerade in Wilhelmshaven stattfinden. Sein besonderes Augenmerk galt den Entwicklungen der Infrastruktur f\u00fcr die Energiewende und der Bedeutung des Schutzes maritimer Einrichtungen.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der Nord Stream-Ereignisse und der Aktualit\u00e4t des Themas kritischer Infrastruktur auf See wurde der Vortrag von Frank G\u00f6rke der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt mit Spannung erwartet. Und der Leitendende Polizeidirektor traf genau den Nerv der Zuh\u00f6rer: er betonte die Rolle der Bundespolizei (\u201eweltweit\u201c), die neue \u00a0\u201emaritime awareness\u201c, die Zusammenarbeit der Beh\u00f6rden, der neue Kooperationslevel mit der Deutschen Marine und die Erfordernisse f\u00fcr eine Lagebilderstellung und klaren Zust\u00e4ndigkeiten. Dabei stellte er deutlich heraus, dass mit den neuen Einsatzschiffen der \u201eG\u00fcben\u201c \u2013 Klasse eine neue Zeit angebrochen sei. Mit einer deutlicheren Pr\u00e4senz und Durchhaltef\u00e4higkeit, sei u.a. durch das Bordgesch\u00fctz auch eine \u201erobuste Pr\u00e4ventionsarbeit\u201c m\u00f6glich. Die Anwesenheit mehrerer hochrangiger Beamten der Bundespolizei See war ein starkes Signal f\u00fcr den Willen zur Zusammenarbeit der Beh\u00f6rden auf See.<\/p>\n<p>Henrik Schilling vom Institut f\u00fcr Sicherheitspolitik an der Universit\u00e4t Kiel (ISPK) stellte die Frage \u201ewer h\u00e4lt das Steuer\u201c und betrachtete internationale Zust\u00e4ndigkeiten und K\u00fcstenwachen. Am Beispiel Frankreich, Gro\u00dfbritannien und D\u00e4nemark er\u00f6rterte er Organisation und Koordination hoheitlicher Aufgaben im K\u00fcstengebiet.<\/p>\n<p>Das zweite Panel moderierte Dr. Sarah Kirchberger vom ISPK, Vizepr\u00e4sidentin des DMI. Er\u00f6ffnet wurde die Reihe durch Carl Phillip Wrede vom Deutsches Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR), der die immer weiter zunehmende Abh\u00e4ngigkeit von maritimer Infrastruktur beschrieb. Das DLR betreibt in Bremerhaven das 2017 gegr\u00fcndete \"Institut f\u00fcr den Schutz maritimer Infrastrukturen\". Sein Satz \u201eDeutschland ist weiterhin seeblind\u201c wurde von den Anwesenden gern best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Den Abschlu\u00df der Reihe pr\u00e4sentierte Kapit\u00e4n zur See Dirk Jacobus vom Marinekommando Rostock. \u00a0F\u00fcr ihn sei \u201eSeabed warfare\u201c keine neue Dimension, es sei eher eine neue Aufmerksamkeit. F\u00fcr die in Unterwasserseekriegf\u00fchrung erfahrene Marine entst\u00fcnde nun eine enorme Erwartungshaltung, obwohl es keine klare Definition gebe, man m\u00fcsse den Begriff \u201esch\u00e4rfen\u201c. Offen sprach er aus, dass man jedoch milit\u00e4rische F\u00e4higkeiten nicht mit milit\u00e4rischen Zust\u00e4ndigkeiten verwechseln d\u00fcrfe. Und \u00fcber den Gegner Russland sagte er klar, dass man schon eine Ahnung davon habe, wie man uns bedrohen k\u00f6nnte. Zum Abschlu\u00df forderte er mehr Pragmatismus, um schneller mehr zu erreichen.<\/p>\n<p>Wie das Abschlusspanel auch feststellte, nahmen alle Teilnehmer von dieser hochkar\u00e4tigen Veranstaltung \u201esehr viel mit\u201c. \u00a0Zufrieden \u00e4u\u00dferte sich der Pr\u00e4sident des DMI, Konteradmiral Karsten Schneider, \u00fcber den Verlauf der Veranstaltung und die Kompetenz auf hohem Niveau, auch wenn viele Sicherheitsfragen noch offen seien.<\/p>\n<p>Auch die neunte Veranstaltung dieser Art wurde ihrem hohen Anspruch gerecht. Einige der Vortr\u00e4ge werden in den n\u00e4chsten Ausgaben des \u201emarineforum\u201c erscheinen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_gallery gallery_ids=\"29516,29517,29519,29520,29522,29524,29527\" posts_number=\"7\" _builder_version=\"4.19.5\" _module_preset=\"default\" global_colors_info=\"{}\"][\/et_pb_gallery][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=\"1\" _builder_version=\"4.16\" global_colors_info=\"{}\"][et_pb_row _builder_version=\"4.16\" background_size=\"initial\" background_position=\"top_left\" background_repeat=\"repeat\" global_colors_info=\"{}\"][et_pb_column type=\"4_4\" _builder_version=\"4.16\" custom_padding=\"|||\" global_colors_info=\"{}\" custom_padding__hover=\"|||\"][et_pb_text _builder_version=\"4.19.5\" background_size=\"initial\" background_position=\"top_left\" background_repeat=\"repeat\" hover_enabled=\"0\" global_colors_info=\"{}\" sticky_enabled=\"0\"] Mit dem Titel \u201eWiederentdeckt \u2013 der Nordflankenraum\u201c lockte das Deutsche Maritime Institut (DMI) auch in diesem Jahr Experten, Interessierte und Fachpublikum nach Wilhelmshaven ins Hotel Atlantic. 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