{"id":30178,"date":"2023-07-05T09:00:00","date_gmt":"2023-07-05T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marineforum.online\/?p=30178"},"modified":"2023-09-06T09:28:47","modified_gmt":"2023-09-06T07:28:47","slug":"the-turtle-fleet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marineforum.online\/en\/die-schildkroetenflotte\/","title":{"rendered":"The turtle fleet"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un stellt seine Streitkr\u00e4fte immer strategischer auf. Nordkoreas Marine r\u00fcstet sich dabei f\u00fcr einen asymmetrischen Krieg.<\/strong><\/p>\n<p>Ende des 16. Jahrhundert setzte Korea unter Admiral Yi Sun-Sin wendige, stark bewaffnete und zudem durch ein aufgesetztes Bronze-Schild \u201egepanzerte\u201c Schiffe ein, um verschiedene Offensiven der weitaus gr\u00f6\u00dferen japanischen Flotte erfolgreich abzuwehren. Aufgrund ihrer Widerstandsf\u00e4higkeit bezeichnete man diese Einheiten als \u201eSchildkr\u00f6tenschiffe\u201c. Im 21. Jahrhundert setzt nun Nordkorea ebenfalls auf eine asymmetrische Flotte, um die \u00dcberlegenheit der wesentlich st\u00e4rkeren Flotten S\u00fcdkoreas, Japans und der USA auszugleichen.<\/p>\n<p>Pj\u00f6ngjang wahrt hinsichtlich seiner Streitkr\u00e4fte eine wesentlich gr\u00f6\u00dfere Geheimhaltungsdisziplin als Russland oder China. Westliche Erkenntnisse beruhen daher weitgehend auf nachrichtendienstlicher Auswertung, auf kommerziellen Satellitenbildern und auf Sch\u00e4tzungen. Da die Landstreitkr\u00e4fte das R\u00fcckgrat der Streitkr\u00e4fte bilden, besteht der urspr\u00fcngliche Auftrag der nordkoreanischen Marine darin, diese zu unterst\u00fctzen. Entsprechend wenig prominent ist ihr Auftreten im Streitkr\u00e4ftegef\u00fcge. International gem\u00e4\u00df der englischen Bezeichnung Korean People\u2019s Navy kurz als KPN bezeichnet, sind die Flotteneinheiten der Marine der Demokratischen Volksrepublik Korea folglich prim\u00e4r f\u00fcr Eins\u00e4tze im koreanischen K\u00fcstenmeer und in den k\u00fcstennahen Gew\u00e4ssern konzipiert. Im Verlauf der letzten 20 Jahre wurde dieser Auftrag langsam, aber stetig um den Begriff der regionalen Machtprojektion erweitert. Aus praktischen Gr\u00fcnden wird Nordkorea wohl kaum eine Hochseeflotte entwickeln, aber die U-Boot-Komponente wird systematisch durch Einheiten erg\u00e4nzt, die vor allem neue Optionen zur Bek\u00e4mpfung \u2013 und damit auch zur Abschreckung \u2013 der US-Streitkr\u00e4fte bieten sollen.<\/p>\n<p><strong>Flottenstruktur<br \/>\n<\/strong>Dem Marinehauptquartier in Pj\u00f6ngjang unterstehen zwei Flottenkommandos, 16 Geschwader, zwei Spezialkr\u00e4ftebrigaden sowie K\u00fcstenschutzeinheiten. Die beiden Flottenkommandos sind jeweils auf Eins\u00e4tze im Gelben Meer (Westflotte) beziehungsweise im Japanischen Meer (Ostflotte) ausgerichtet. Sowohl die begrenzte Reichweite der meisten Einheiten als auch die Tatsache, dass nordkoreanische Schiffe die von S\u00fcdkorea und Japan kontrollierte Stra\u00dfe von Tsushima passieren m\u00fcssten, verhindern den regelm\u00e4\u00dfigen Austausch von Einheiten zwischen den beiden Flotten. Aus dem gleichen Grund ist auch eine gegenseitige taktische Unterst\u00fctzung im Kriegsfall so gut wie ausgeschlossen. Der Flottenbestand z\u00e4hlt sch\u00e4tzungsweise 800 bis 1000 zumeist kleine Einheiten aus sowjetisch-russischer, chinesischer und einheimischer Produktion, die gr\u00f6\u00dftenteils als veraltet gelten. Derzeit wird jedoch gezielt in Schnellboote und U-Boote investiert, die einen asymmetrischen Kampfwert gegen moderne und gut ger\u00fcstete Gegner bieten sollen. Der Umfang der KPN betr\u00e4gt rund 60 000 Soldaten, darunter eine gro\u00dfe Zahl an Wehrpflichtigen, die bei der Flotte dann f\u00fcnf bis zehn Jahre dienen m\u00fcssen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_30185\" aria-describedby=\"caption-attachment-30185\" style=\"width: 405px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-30185\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/julibild1-300x117.jpg\" alt=\"Fregatte der NAJIN-Klasse 531 \u2013 altes Eisen mit neuen Flugk\u00f6rpern, Foto: US DoD\" width=\"405\" height=\"158\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/julibild1-300x117.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2023\/07\/julibild1.jpg 408w\" sizes=\"(max-width: 405px) 100vw, 405px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30185\" class=\"wp-caption-text\">Fregatte der NAJIN-Klasse 531 \u2013 altes Eisen mit neuen Flugk\u00f6rpern, Foto: US DoD<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Einheiten der Flotte sind die beiden in den 1970er-Jahren gebauten Fregatten der NAJIN-Klasse (102 m, 1500 t, \u00e4hnlich der sowjetischen KOLA-Klasse), die vor zehn Jahren durch das Einr\u00fcsten von 2x2 KN-09-Seezielflugk\u00f6rpern (russische Kh-35 Uran) modernisiert wurden.<\/p>\n<p>Hinzu kommen zwei vor rund zehn Jahren eingef\u00fchrte leichte Fregatten der TUMAN-Klasse (76 m, 1300 t). Sie sind mit Seezielflugk\u00f6rpern des Typs Kh-35, U-Jagd-Raketen und Torpedos ausgestattet. Aufkl\u00e4rungsfotos zeigen diese leichten Fregatten sowohl mit als auch ohne Hubschrauberdeck.<\/p>\n<p>Den Kern der Flotte bilden unz\u00e4hlige hochbetagte Kanonenboote und Schnellboote unter 200 Tonnen Verdr\u00e4ngung. Je nach Bootsklasse besteht deren Bewaffnung aus schweren Maschinengewehren, leichten bis mittleren Gesch\u00fctzen, Mehrfachraketenwerfern und an Oberdeck montierten Torpedorohren. Ihre Einsatzschwerpunkte sind Schwarmangriffe auf gegnerische Kriegsschiffe, die Feuerunterst\u00fctzung f\u00fcr Bodentruppen im K\u00fcstenbereich und der Beschuss gegnerischer K\u00fcsteneinrichtungen.<\/p>\n<p>Zu den neueren Kleinkampfeinheiten z\u00e4hlen die 200 Tonnen schweren, 35 bis 40 Meter langen SES-Katamaranschnellboote der NONGO-Klasse. Sie wurden in zwei Ausf\u00fchrungen gebaut, darunter eine Variante mit reduzierter Radarsignatur durch angewinkelte Rumpfaufbauten. Je nach Variante tragen die bis zu 48 Knoten schnellen Boote vier oder acht Kh-35-Seezielflugk\u00f6rper sowie Artilleriegesch\u00fctze mit einem Kaliber von 30 und 14,5 Millimetern. Die NONGO-Klasse wurde rund um die Jahrtausendwende eingef\u00fchrt und Mitte des vergangenen Jahrzehnts bereits nachger\u00fcstet; es befinden sich vermutlich nur sechs Einheiten im Dienst.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich verf\u00fcgt die KPN \u00fcber eine begrenzte Anzahl sehr schneller Kleinkampfboote. Die f\u00fcnf Ausf\u00fchrungen haben L\u00e4ngen zwischen 10 und 34 Metern. Die kleineren Boote sollen Spezialkommandos unerkannt an der s\u00fcdkoreanischen K\u00fcste absetzen, die gr\u00f6\u00dferen Boote sind mit Torpedos zur U-Jagd oder mit Raketenwerfern (3x24) zur Seezielbek\u00e4mpfung ausgestattet. Die Bordbewaffnung gilt als ungenau, doch stellen die 50 Knoten schnellen und \u00e4u\u00dferst wendigen Boote auch f\u00fcr \u00fcberlegene Kriegsschiffe eine Herausforderung dar.<\/p>\n<p><strong>Amphibische Kr\u00e4fte und U-Boote<br \/>\n<\/strong>Die Spezialkr\u00e4fte der Marine sind in zwei sogenannten Scharfsch\u00fctzen-Brigaden zu je 3500 Soldaten aufgestellt; je eine Brigade ist an der West- und Ostk\u00fcste des Landes stationiert. Ihre Auftragspalette umfasst Aufkl\u00e4rung, verdeckte Infiltration und Sabotage. Im Kriegsfall sollen sie sowohl in S\u00fcdkorea wie auch in Japan Angriffe gegen milit\u00e4rische Schl\u00fcsselstellungen durchf\u00fchren. Als amphibische Kr\u00e4fte sollen sie die im Gelben Meer gelegenen s\u00fcdkoreanischen Inseln besetzen, von wo aus sie den seew\u00e4rtigen Zugang zum Hafen Inchon sowie zur Hauptstadt Seoul blockieren k\u00f6nnten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_30187\" aria-describedby=\"caption-attachment-30187\" style=\"width: 423px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-30187\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/4-kon-Nongo-kh_35-kcna-300x200.jpg\" alt=\"FK-Katamaran der NONGO-Klasse, Foto: KCNA\" width=\"423\" height=\"282\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/4-kon-Nongo-kh_35-kcna-300x200.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2023\/07\/4-kon-Nongo-kh_35-kcna-768x512.jpg 768w, \/wp-content\/uploads\/2023\/07\/4-kon-Nongo-kh_35-kcna-750x500.jpg 750w, \/wp-content\/uploads\/2023\/07\/4-kon-Nongo-kh_35-kcna.jpg 840w\" sizes=\"(max-width: 423px) 100vw, 423px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30187\" class=\"wp-caption-text\">FK-Katamaran der NONGO-Klasse, Foto: KCNA<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Transport dieser Kr\u00e4fte hinter die feindlichen Linien nach S\u00fcdkorea erfolgt durch rund 100 schnelle Landungsboote der NAMPO-Klasse (26 m, 76 t) sowie rund 130 Luftkissenfahrzeuge der KONGBANG-Klasse (ca. 20 m). Nach Angaben der US Army soll die 1987 eingef\u00fchrte KONGBANG-Klasse gut 50 bewaffnete Soldaten \u00fcber eine Distanz von rund 170 Meilen verlegen k\u00f6nnen. Die Landungsfahrzeuge sind in vier Geschwadern organisiert, die zu gleichen Teilen an beiden K\u00fcsten stationiert sind.<\/p>\n<p>Unterseeboote bilden das dritte operative Standbein der Flotte. Sch\u00e4tzungen zufolge unterh\u00e4lt die KPN rund 70 bis 80 konventionell bewaffnete Unterseeboote, darunter 20 Einheiten der ROMEO-Klasse und 40 Einheiten der im Inland entwickelten SANG-O-Klasse. Hinzu kommen jeweils rund zehn Kleinst-U-Boote der YUGO- und der sp\u00e4teren YONO-Klassen aus den 60er- und 90er- Jahren. Rein rechnerisch z\u00e4hlt Pj\u00f6ngjangs U-Boot-Flotte somit als drittgr\u00f6\u00dfte der Welt. Allerdings gelten die meisten Einheiten als veraltet, langsam, und vergleichsweise laut. Dennoch d\u00fcrfte bereits die schiere Anzahl der verf\u00fcgbaren Einheiten eine Belastung f\u00fcr die ASW-Kr\u00e4fte S\u00fcdkoreas, Japans und der USA darstellen.<\/p>\n<p>Die 77 Meter langen Einheiten der ROMEO-Klasse stellen die einzigen hochseef\u00e4higen Jagd-U-Boote dar. Einige wurden ab 1973 aus China eingef\u00fchrt, andere unter Lizenz in Nordkorea gebaut. Aufgrund veralteter Sensoren und geringer Ger\u00e4uschd\u00e4mmung gelten sie als leichte Beute f\u00fcr westliche Angriffs-U-Boote und ASW-Kr\u00e4fte.<br \/>\nDie 1991 eingef\u00fchrten, 36 Meter langen SANG-O-Boote sind f\u00fcr den Einsatz in K\u00fcstenn\u00e4he optimiert. Die mit Torpedos und Minen bewaffneten Einheiten dienen vor allem dem Schutz eigener Gew\u00e4sser und H\u00e4fen. Ein Teil soll allerdings auf den Transport von Kampfschwimmern ausgerichtet sein. Eine als SANG-O-II bezeichnete, etwa 40 Meter lange Variante mit verbesserter Nutzlastkapazit\u00e4t und Reichweite soll 2011 eingef\u00fchrt worden sein. Im Kriegsfall k\u00f6nnten sie gemeinsam mit der ROMEO-Klasse Stellungen vor den s\u00fcdkoreanischen H\u00e4fen sowie am n\u00f6rdlichen Ende der Tsushima-Stra\u00dfe beziehen, um ein- und ausfahrende Kriegsschiffe anzugreifen oder Minen zu legen.<\/p>\n<p>Die 20-30 Meter langen YUGO- und YONO-Klassen haben eine Verdr\u00e4ngung von 110 bis 130 Tonnen. Aufgrund ihrer Gr\u00f6\u00dfe sind sie in K\u00fcstengew\u00e4ssern schwer zu orten, wodurch sie \u2013 mit ihrer aus zwei Torpedos oder Seeminen bestehenden Bewaffnung \u2013 durchaus auch f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Kriegsschiffe eine Gefahr darstellen. Im Jahr 2010 soll ein Boot der YONO-Klasse eine s\u00fcdkoreanische Korvette versenkt haben. Zus\u00e4tzlich werden die U-Boote f\u00fcr den verdeckten Transport von Spezialkr\u00e4ften nach S\u00fcdkorea eingesetzt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_30188\" aria-describedby=\"caption-attachment-30188\" style=\"width: 429px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-30188\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/8-kon-amphops-staatl_medien-300x182.jpg\" alt=\"Landungs\u00fcbung mit der KONGBANG-Klasse, Foto: Staatl. Medien\" width=\"429\" height=\"260\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/8-kon-amphops-staatl_medien-300x182.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2023\/07\/8-kon-amphops-staatl_medien.jpg 408w\" sizes=\"(max-width: 429px) 100vw, 429px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30188\" class=\"wp-caption-text\">Landungs\u00fcbung mit der KONGBANG-Klasse, Foto: Staatl. Medien<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine neue Bedrohung stellen die mit ballistischen Raketen bewaffneten Unterseeboote dar. Nach aktuellen westlichen Erkenntnissen stehen vorerst nur zwei dieser Boote im aktiven Dienst. Am 24. August 2016 erfolgte der erste Start einer Submarine Launched Ballistic Missile (SLBM) durch die bislang einzige Einheit der GORAE- oder SINPO-B-Klasse. Dieses Boot wurde erstmals 2014 auf \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Satellitenbildern identifiziert. Die Nutzlast wird im Turm gef\u00fchrt, wobei es noch umstritten ist, ob sich dort Silos f\u00fcr eine oder zwei Raketen befinden. Die gesch\u00e4tzte Gr\u00f6\u00dfe der SINPO-B-Klasse betr\u00e4gt rund 68 Meter bei 1600 bis 2000 Tonnen Verdr\u00e4ngung und einer Reichweite von etwa 1500 Seemeilen. Das U-Boot ist f\u00fcr Eins\u00e4tze in K\u00fcstengew\u00e4ssern optimiert und kann auch bei minimalem Einsatz der Bordsysteme am Meeresboden verharren. Die Einsatzausdauer wird auf maximal einen Monat gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Am 22. Juli 2019 besichtigte Nordkoreas Staatspr\u00e4sident Kim Jong-un \u00f6ffentlich ein neues Schiffsbauprojekt auf der Sinpo-Werft. Nach nordkoreanischen Angaben handelte es sich um eine neue SLBM-f\u00e4hige U-Boot-Klasse. Zwei im Bau befindliche Einheiten hatte ein Satellit bereits 2017 auf der Sinpo-Werft gesichtet. Sowohl amerikanische Quellen als auch japanische und s\u00fcdkoreanische Medien sch\u00e4tzen die Verdr\u00e4ngung auf rund 3000 Tonnen. Diese im Ausland als SINPO-C bezeichnete neue Klasse ist nach westlichen Analysen ein Umbau von Einheiten der ROMEO-Klasse und wird folglich international auch als ROMEO mod (modifiziert) bezeichnet. Einige Analysten sind der Ansicht, dass die Boote \u00fcber eine au\u00dfenluftunabh\u00e4ngige Antriebsanlage verf\u00fcgen. Die auff\u00e4lligste \u00e4u\u00dferliche Ver\u00e4nderung gegen\u00fcber der urspr\u00fcnglichen ROMEO-Klasse ist der rund doppelt so lange Turm, der das Mitf\u00fchren von drei oder vier SLBMs erm\u00f6glicht. Unklar bleibt, ob Nordkorea langfristig weitere Boote der urspr\u00fcnglichen ROMEO-Klasse zu SLBM-f\u00e4higen Einheiten umr\u00fcsten will.<\/p>\n<p><strong>Erweiterte Machtentfaltung angestrebt<\/strong><br \/>\nIm Rahmen des Testschusses vom August 2016 wurde vermutlich eine Rakete von Typ KN-11 (Pukgeukseong-1) eingesetzt. Seitdem wurden mehrere SLBM-Varianten vorgestellt und teilweise getestet, bis hin zur Variante Pukgeukseong-6. Es handelt sich durchweg um zweistufige Feststoffraketen, die wahlweise mit einem konventionellen oder einem nuklearen Sprengkopf versehen werden k\u00f6nnen. Sch\u00e4tzungen zur potenziellen Reichweite reichen von 500 bis 2500 Kilometern.<\/p>\n<figure id=\"attachment_30193\" aria-describedby=\"caption-attachment-30193\" style=\"width: 441px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-30193\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/17-kon-ssk-romeo_mod-sinpo_c-kctv19-300x202.jpg\" alt=\"U-Boot der SINPO-Klasse, ein modifiziertes Romeo-Boot, Foto: KCTV\" width=\"441\" height=\"297\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/17-kon-ssk-romeo_mod-sinpo_c-kctv19-300x202.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2023\/07\/17-kon-ssk-romeo_mod-sinpo_c-kctv19.jpg 408w\" sizes=\"(max-width: 441px) 100vw, 441px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-30193\" class=\"wp-caption-text\">U-Boot der SINPO-Klasse, ein modifiziertes Romeo-Boot, Foto: KCTV<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Januar 2021 k\u00fcndigte Kim Jong-un w\u00e4hrend des 8. Kongresses der nordkoreanischen Arbeiterpartei an, dass sein Land auch Pl\u00e4ne f\u00fcr den Bau eines atomgetriebenen Unterseeboots entwickelt habe. Genaue Angaben zur Konstruktion wurden nicht ver\u00f6ffentlicht, jedoch erkl\u00e4rte Kim gleichzeitig, dass Pj\u00f6ngjang auch eine neue unterseebootgest\u00fctzte ballistische Rakete mit interkontinentaler Reichweite entwickeln wolle. U-Boot und SLBM sollen die \u201eF\u00e4higkeit [des Landes] steigern, atomare Angriffe auf gro\u00dfe Entfernung durchzuf\u00fchren\u201c, erkl\u00e4rte Kim. Nordkorea verfolgt somit offensichtlich die Strategie, im Falle eines zuk\u00fcnftigen Koreakrieges die USA durch die Androhung eines Atomangriffs auf eine amerikanische Stadt zur Neutralit\u00e4t zu zwingen.<\/p>\n<p>Der eigentliche Bau eines atomgetriebenen strategischen Unterseebootes samt entsprechender Rakete wird zwar Jahre dauern, aber die bisherige nordkoreanische R\u00fcstungsentwicklung beweist, dass das Land durchaus imstande ist, immense Herausforderungen autonom zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Bereits die aktuelle Einf\u00fchrung von mit SLBMs ausgestatteten U-Booten mit regionaler Einsatzreichweite ver\u00e4ndert die strategische Lage in Nordostasien. Bedeutsam ist hier vor allem die F\u00e4higkeit, Ziele in Japan, S\u00fcdkorea oder auf Guam aus unvorhersehbaren Richtungen anzugreifen, und dabei Schwachpunkte in der aktuellen Raketenabwehrstruktur auszunutzen. Mit Atomsprengk\u00f6pfen bewaffnete SLBMs w\u00fcrden Pj\u00f6ngjang ferner mit einer Zweitschlagf\u00e4higkeit ausstatten, sollten seine landgest\u00fctzten Kernwaffen im Konfliktfall neutralisiert werden. Die Tatsache, dass die einzelnen nordkoreanischen Waffensysteme der entsprechenden Technologie S\u00fcdkoreas, Japans und der USA unterlegen sind, sollte nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass die auf Masse, Geschwindigkeit und Todesverachtung beruhende nordkoreanische Einsatzdoktrin einen durchaus ernstzunehmenden Gegner pr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Sidney E. Dean<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un stellt seine Streitkr\u00e4fte immer strategischer auf. Nordkoreas Marine r\u00fcstet sich dabei f\u00fcr einen asymmetrischen Krieg. Ende des 16. Jahrhundert setzte Korea unter Admiral Yi Sun-Sin wendige, stark bewaffnete und zudem durch ein aufgesetztes Bronze-Schild \u201egepanzerte\u201c Schiffe ein, um verschiedene Offensiven der weitaus gr\u00f6\u00dferen japanischen Flotte erfolgreich abzuwehren. Aufgrund ihrer Widerstandsf\u00e4higkeit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":30179,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_oasis_is_in_workflow":0,"_oasis_original":0,"_oasis_task_priority":"2normal","footnotes":""},"categories":[21,486,32,19,20],"tags":[333,78,774,4327,451,4489,475,70,165,2947,775],"class_list":["post-30178","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-technologie","category-headlines","category-magazin","category-sicherheitspolitik","category-streitkraefte","tag-japan","tag-marine","tag-marineforum","tag-maritimeinfluence","tag-nordkorea","tag-socialmediadevision","tag-suedkorea","tag-technologie","tag-usa","tag-waffensysteme","tag-wirsindmarine"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30178","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30178"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30178\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30179"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30178"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30178"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30178"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}