{"id":50164,"date":"2025-10-01T10:30:00","date_gmt":"2025-10-01T08:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marineforum.online\/?p=50164"},"modified":"2025-10-01T15:59:31","modified_gmt":"2025-10-01T13:59:31","slug":"to-novorossiysk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marineforum.online\/en\/zur-novorossiysk\/","title":{"rendered":"To the \"Novorossiysk\""},"content":{"rendered":"<p class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2\">Das russische dieselelektrische U-Boot \"Novorossiysk\" (Projekt 636.3, Improved Kilo) sorgt seit dem vergangenen Wochenende f\u00fcr widerspr\u00fcchliche Schlagzeilen. W\u00e4hrend oppositionelle Telegram-Kan\u00e4le aus Russland von einem schweren technischen Defekt an Bord berichten, unter anderem von einem Treibstoffleck mit Explosionsgefahr und fehlenden Ersatzteilen, zeichnen Beobachtungen der NATO an der europ\u00e4ischen Atlantikk\u00fcste bislang ein anderes Bild.<\/p>\n<p>Die \"<em>Novorossiysk\"<\/em> operiert bereits seit Sommer 2022 regelm\u00e4\u00dfig im Mittelmeer, wo sie im Rahmen der russischen Eins\u00e4tze gegen die Ukraine und zur Pr\u00e4senzsicherung stationiert war. Nach Passage der Stra\u00dfe von Gibraltar und ihrem derzeitigen Transit durch den Atlantik wird erwartet, dass sie Kurs auf die Nordflotte nimmt, vermutlich in Richtung der Basis Gadschijewo auf der Kola-Halbinsel.<\/p>\n<p>Die \"Novorossiysk\" hatte ihren Heimatst\u00fctzpunkt Sewastopol im Schwarzen Meer noch vor Moskaus Kriegsbeginn in der Ukraine verlassen und geh\u00f6rte bis zum Ende des russischen St\u00fctzpunkts Tartus\/Syrien zur Mittelmeer-Eskadra. Sie kehrte nach einer l\u00e4ngeren Instandsetzung in Kronstadt, beginnend im Herbst 2022, im Sp\u00e4tsommer 2024 zur\u00fcck ins Mittelmeer. Gem\u00e4\u00df j\u00fcngster OSINT-Beobachtungen und offiziellen maritimen Quellen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich die \"Novorossiysk\" aktuell auf dem Weg zu ihrer neuen Einsatzbasis bei der Nordflotte auf der Kola-Halbinsel befindet.<\/p>\n<p class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2\">Nach Informationen westlicher Streitkr\u00e4fte setzte das Boot seinen Transit nach dem Passieren von Gibraltar am 26. September eigenst\u00e4ndig fort, wenn auch mit vergleichsweise geringer Geschwindigkeit. Am Sonntag tauchte die \"Novorossiysk<em>\"<\/em> zudem kontrolliert ab \u2013 ein entscheidender Hinweis, dass von einer akuten Havarie nicht die Rede sein kann, da besch\u00e4digte Boote das Risiko einer Tauchfahrt in der Regel vermeiden.<\/p>\n<h3>Faktencheck<\/h3>\n<p class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2\">In russischen Staatsmedien finden sich zu diesen Vorg\u00e4ngen keine Hinweise. RIA Novosti, TASS oder das Armeeblatt\u00a0<em>Krasnaya Zvezda<\/em>\u00a0erw\u00e4hnen den Transit nicht und halten die Linie, Operationen der Marine im Ausland grunds\u00e4tzlich als Routineeinsatz zu pr\u00e4sentieren. Nur in oppositionellen Kan\u00e4len kursieren die Spekulationen \u00fcber eine technische Notlage. Russische Milit\u00e4rkommentatoren in Medien wie\u00a0<em>Gazeta.ru<\/em>\u00a0verweisen eher allgemein auf die strukturelle Schw\u00e4che der Marine: Nach dem Wegfall der syrischen Basis Tartus fehlen den dort eingesetzten Einheiten logistische und technische Anlaufpunkte, was den Verschlei\u00df gerade bei l\u00e4ngeren Transitfahrten erh\u00f6ht.<\/p>\n<p class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2\">In Spanien und Portugal griffen gro\u00dfe Tageszeitungen die Telegram-Ger\u00fcchte schnell auf, wobei milit\u00e4rische Stellen zur\u00fcckhaltender reagierten. Zwar best\u00e4tigten Angeh\u00f6rige der spanischen Armada, dass das Boot von NATO-Einheiten l\u00fcckenlos \u00fcberwacht werde, ein Notruf sei jedoch nie eingegangen. Portugiesische Beobachter stellten ebenfalls klar, dass keine russischen Hilfsschiffe oder Schlepper in Richtung Atlantik unterwegs seien. Die auff\u00e4llig langsame Transitgeschwindigkeit k\u00f6nne zwar ein Indikator technischer Einschr\u00e4nkungen sein, entspreche jedoch auch dem normalen Operationsprofil dieses U-Boot-Typs.<\/p>\n<p class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2\">In der britischen Presse wurde das Thema besonders pointiert aufgegriffen. Zeitungen wie\u00a0<em>The Telegraph<\/em>\u00a0oder\u00a0<em>The Times<\/em>\u00a0berichteten von einem \u201eU-Boot in Not\u201c vor Portugal und \u00fcbernahmen nahezu wortgleich die Formulierungen aus den oppositionellen Telegram-Meldungen. Deutlich n\u00fcchterner fielen hingegen die Einsch\u00e4tzungen der\u00a0<em>BBC<\/em>\u00a0und des\u00a0<em>UK Defence Journal<\/em> aus: Hier wird insbesondere auf den dokumentierten Tauchvorgang vom Sonntag verwiesen, der darauf schlie\u00dfen l\u00e4sst, dass die Besatzung volle Kontrolle \u00fcber ihr Schiff beh\u00e4lt. Fachleute wie Michael Setzer, Pr\u00e4sident des VDU, betonen, dass ein ernsthafter technischer Defekt in der Regel jede geplante Ab- und Auftauchfahrt ausschlie\u00dfen w\u00fcrde.<\/p>\n<h3>Schlagzeilen heischend<\/h3>\n<p class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2\">Der norwegische\u00a0<em>Barents Observer<\/em>\u00a0fasste die Kontroverse schlie\u00dflich als Beispiel f\u00fcr die Dynamik von Desinformationsketten zusammen: Ein nicht verifiziertes Ger\u00fccht aus einem oppositionellen Telegram-Kanal wurde in s\u00fcdeurop\u00e4ischen und britischen Medien zu einer gro\u00dfen Schlagzeile, w\u00e4hrend es an Best\u00e4tigungen fehlt. Zugleich verweist die Plattform darauf, dass die U-Boote der 636.3er Klasse nach \u00fcber einem Jahrzehnt intensiven Einsatzes durchaus Anf\u00e4lligkeiten aufweisen k\u00f6nnten. Strategisch sei der Transit des Bootes in Richtung Nordflotte ohnehin von Bedeutung, da die Schwarzmeerflotte infolge des Krieges gegen die Ukraine und westlicher Blockaden stark geschw\u00e4cht ist und jede Verlegung symbolisches Gewicht erh\u00e4lt.<\/p>\n<p class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2\">Damit steht fest: Ein schwerwiegender Notfall der \"Novorossiysk\"\u00a0ist bislang nicht nachweisbar. Das Boot bleibt unter Beobachtung der NATO-Kr\u00e4fte, zeigt aber keinerlei \u00e4u\u00dfere Anzeichen f\u00fcr eine akute Krise.<\/p>\n<p class=\"my-2 [&amp;+p]:mt-4 [&amp;_strong:has(+br)]:inline-block [&amp;_strong:has(+br)]:pb-2\">Gleichwohl weist der Vorfall exemplarisch auf die angespannte Lage der russischen Marine hin, deren Einheiten ohne feste St\u00fctzpunkte im Mittelmeer zunehmend lange, risikobehaftete R\u00fcckf\u00fchrungsfahrten bew\u00e4ltigen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wir w\u00fcnschen der Besatzung der \"Novorossiysk\" weiterhin eine gute Fahrt und eine 'ereignislose' Heimkehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das russische dieselelektrische U-Boot \"Novorossiysk\" (Projekt 636.3, Improved Kilo) sorgt seit dem vergangenen Wochenende f\u00fcr widerspr\u00fcchliche Schlagzeilen. 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