{"id":55633,"date":"2026-06-19T13:40:16","date_gmt":"2026-06-19T11:40:16","guid":{"rendered":"https:\/\/marineforum.online\/?p=55633"},"modified":"2026-06-19T13:40:00","modified_gmt":"2026-06-19T11:40:00","slug":"fulda-und-mosel-im-roten-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marineforum.online\/en\/fulda-und-mosel-im-roten-meer\/","title":{"rendered":"Fulda und Mosel im Roten Meer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fakten in K\u00fcrze:\u00a0<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die deutschen Einheiten: Das Minenjagdboot \u201eFulda\u201c und der Tender \u201eMosel\u201c haben gemeinsam mit dem britischen Versorgungsschiff \u201eLyme Bay\u201c den Suezkanal passiert.<\/li>\n<li>Aktueller Standort: Die Einheiten befinden sich im Roten Meer und laufen im multinationalen Verband Richtung Djibouti.<\/li>\n<li>Einbindung: \u201eFulda\u201c und \u201eMosel\u201c sind in die EU-Mission EUNAVFOR ASPIDES integriert.<\/li>\n<li>Auftrag im Transit: Derzeit leisten die deutschen Einheiten vor allem einen Beitrag zum maritimen Lagebild.<\/li>\n<li>M\u00f6glicher Einsatz: Im Raum Stra\u00dfe von Hormus stehen Fragen der Minengefahr, Befahrbarkeit und Schifffahrtssicherheit im Mittelpunkt.<\/li>\n<li>Politische Voraussetzung: F\u00fcr einen deutschen Einsatz braucht es eine v\u00f6lkerrechtliche Grundlage und ein Mandat des Deutschen Bundestags.<\/li>\n<li>Britische Beteiligung: Die \u201eLyme Bay\u201c verf\u00fcgt \u00fcber autonome und unbemannte Systeme zur Minenabwehr.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Gestern passierten das Minenjagdboot \u201eFulda\u201c und der Tender \u201eMosel\u201c zusammen mit dem britischen Versorgungsschiff \u201eLime Bay\u201c den Suez Kanal.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_54686\" aria-describedby=\"caption-attachment-54686\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/minensuche_hormuz.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-54686\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/minensuche_hormuz-300x153.jpg\" alt=\"Minenjagdboot &quot;Fulda&quot; beim Auslaufen in Kiel Foto: Deutsche Marine\" width=\"300\" height=\"153\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/minensuche_hormuz-300x153.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2026\/04\/minensuche_hormuz-1024x522.jpg 1024w, \/wp-content\/uploads\/2026\/04\/minensuche_hormuz-768x391.jpg 768w, \/wp-content\/uploads\/2026\/04\/minensuche_hormuz-1536x783.jpg 1536w, \/wp-content\/uploads\/2026\/04\/minensuche_hormuz-18x9.jpg 18w, \/wp-content\/uploads\/2026\/04\/minensuche_hormuz.jpg 1680w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-54686\" class=\"wp-caption-text\">Minenjagdboot \"Fulda\" beim Auslaufen in Kiel Foto: Deutsche Marine<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sie befinden sich derzeit im Roten Meer. Die Einheiten werden in einem multinationalen Verband nach Djibouti fahren, welches sie in circa 5 bis 7 Tagen erreichen werden. Djibouti war dereinst ein Forward Logistic Point der Deutschen Marine w\u00e4hrend er Operation ATALANTA. Wiedererweckt wurde der Kontakt vor zwei Jahren durch die Fregatte \u201eHessen\u201c w\u00e4hrend der Operation ASPIDES. Und eben in diese Operation EUNAVFOR ASPIDES sind \u201eFulda\u201c und \u201eMosel\u201c integriert. Die aktuelle Aufgabe im Transit ist ein Beitrag zum Lagebild. Das Minenjagdboot \u201eFulda\u201c ist Anfang Mai ausgelaufen, Tender \u201eMosel\u201c wurde aus der \u00c4g\u00e4is-Mission herausgel\u00f6st.\u00a0Im Hafen von Djibouti werden die deutschen Einheiten versorgt. In Vorbereitung eines m\u00f6glichen Einsatzes wurden die deutschen Einheiten mit \u00a0zus\u00e4tzlichen Systemen, Minentauchern und einem Team zum Eigenschutz ausger\u00fcstet. Die Vessel Protection Teams kommen aus dem Seebataillon. Insgesamt befinden sich rund 140 Soldatinnen und Soldaten an Bord auf der Mission.\u00a0Wie Kanzler Friedrich Merz gestern betonte, ist die Bundesregierung bereit, einen wesentlichen Beitrag in einer internationalen Koalition zum Schutz der freien Seefahrt in der Stra\u00dfe von Hormus zu leisten. Dazu muss man aber sicher sein, dass die Kampfhandlungen beendet sind. Zudem bedarf es \u2013 so Verteidigungsminister Pistorius \u2013 als Grundvoraussetzung f\u00fcr einen deutschen Einsatz \u00a0eine v\u00f6lkerrechtliche Grundlage und ein Mandat des Deutschen Bundestags.<\/p>\n<p><strong>Offene Fragen<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_53870\" aria-describedby=\"caption-attachment-53870\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/tender_mosel.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-53870\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/tender_mosel-300x153.jpg\" alt=\"Photo: Tender Mosel, A 512, Michael Nitz\" width=\"300\" height=\"153\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/tender_mosel-300x153.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2026\/03\/tender_mosel-768x391.jpg 768w, \/wp-content\/uploads\/2026\/03\/tender_mosel-18x9.jpg 18w, \/wp-content\/uploads\/2026\/03\/tender_mosel.jpg 840w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-53870\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Tender Mosel, A 512, Michael Nitz<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unklar ist jedoch, ob eine konkrete Minengefahr \u00fcberhaupt besteht. Aus den Meldungen der Schifffahrtleitung der Deutschen Marine ist zu entnehmen, dass Minen durch US-Einheiten entdeckt worden sind, insgesamt auf vier Positionen. Welche Minen das sind, ist nicht bekannt. Der Typ bestimmt aber den Einsatz der Mittel. W\u00e4hrend der m\u00f6glichen Minenabwehroperation bedarf es einiger Ma\u00dfnahmen, die den zivilen Seeverkehr betreffen. Es kann theoretisch aufgrund entdeckter Minen zu Sperrungen oder Umleitungen kommen. Das ist ein Szenario, was ein Zusammenwirken von Streitkr\u00e4ften und \u2013 eigentlich \u2013 den K\u00fcstenl\u00e4ndern erfordert. Sollten Zwangswege f\u00fcr die internationale Schifffahrt eingerichtet werden m\u00fcssen, muss auch das koordiniert sein. Die Anzahl der Minen wird auch den Aufwand und die Dauer der Operation bestimmen. Ob ein Minenj\u00e4ger ausreichend ist, ist noch nicht bewertbar. Wie man h\u00f6rt, ist ein weiterer Minenj\u00e4ger bereits \u201eklar zum\u201c wie es im Marinejargon hei\u00dft. Es geht auch um die Bewertung, wie sicher nach Einstellung der Kampfhandlungen die sofortige Befahrbarkeit der Stra\u00dfe von Hormuz ist.<\/p>\n<p><strong>Politische Lage<\/strong><\/p>\n<p>Die Vorausstationierung ist im Vorgriff auf einen m\u00f6glichen Einsatz erfolgt. Das ist eine St\u00e4rke von Seestreitkr\u00e4ften, flexibel vor Ort zu sein, wenn der Einsatzbefehl kommt. Man kann dann unverz\u00fcglich anfangen. Sollte der Einsatz nicht mandatiert werden, kehrt man eben wieder nach Hause zur\u00fcck. Das muss man hin und wieder erkl\u00e4ren, wenn die Frage kommt, warum die Marine ohne Mandat einen Verlegebefehl gibt. Das Verteidigungsministerium hat das mit Absicht abgesegnet, das gibt dem Deutschen Bundestag Handlungsfreiheit.\u00a0Eine grundlegende Voraussetzung fehlte: das Abkommen zwischen den USA und Iran. \u00a0Ebenfalls ist offen, auf welchen Grundsatz kollektiver Sicherheit man sich berufen wird, mit dem UN \u2013 Sicherheitsrat ist eher nicht zu rechnen.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund zur Beteiligung EUNAVFOR ASPIDES:<\/strong><\/p>\n<p>Die Bundeswehr stellt dauerhaft Stabspersonal zur Erstellung eines maritimen Lagebildes. Der Bundestag verl\u00e4ngerte das Mandat f\u00fcr die deutsche Beteiligung an EUNAVFOR ASPIDES im Oktober 2025 bis Oktober 2026; die personelle Obergrenze liegt bei 350 Soldatinnen und Soldaten.\u00a0Auftrag der Kriegsschiffe der EU-Staaten ist, \u00a0Handelsschiffe durch gef\u00e4hrdete Gebiete zu eskortieren. Es ist keine offensive Mission. Der Einsatz soll die Schifffahrt davor bewahren, um das Kap der Guten Hoffnung ausweichen. Einsatzgebiet ist das Rote Meer, die Meerenge Bab al-Mandab, der Golf von Aden und das Arabische Meer, der Golf von Oman und der Persische Golf. Mehrere EU-Mitgliedstaaten beteiligen sich an der Mission, darunter Griechenland, Frankreich, Italien und die Niederlande. Die Eins\u00e4tze erfolgen in Abstimmung mit der US-gef\u00fchrten Operation PROSPERITY GUARDIAN. Das Hauptquartier ist in Larissa, Griechenland.<\/p>\n<figure id=\"attachment_55634\" aria-describedby=\"caption-attachment-55634\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bay-Klasse-der-Royal-Navy-Foto-RN.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-55634\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bay-Klasse-der-Royal-Navy-Foto-RN-300x195.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"195\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bay-Klasse-der-Royal-Navy-Foto-RN-300x195.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bay-Klasse-der-Royal-Navy-Foto-RN-1024x666.jpg 1024w, \/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bay-Klasse-der-Royal-Navy-Foto-RN-768x499.jpg 768w, \/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bay-Klasse-der-Royal-Navy-Foto-RN-18x12.jpg 18w, \/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bay-Klasse-der-Royal-Navy-Foto-RN.jpg 1320w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-55634\" class=\"wp-caption-text\">Bay Klasse der Royal Navy Foto RN<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Und warum darf die britische \u201eLyme Bay\u201c in einer EU-Mission sein?<\/strong><\/p>\n<p>Das Hilfsschiff ist Tr\u00e4ger von autonomen und unbemannten Minenr\u00e4umungs-Drohnen. Die in Gibraltar stationierte Einheit ist mit \u00fcber 100 Spezialisten, ferngesteuerten Unterwasserdrohnen und hochaufl\u00f6senden Sonarsystemen ausger\u00fcstet. Die Vorbereitung auf einen Einsatz in der Stra\u00dfe von Hormuz ist bereits erfolgt. Da Gro\u00dfbritannien nicht Mitglied in der EU ist, ist der Bezug zu Aspides kompliziert: aufgrund einer von Gro\u00dfbritannien und Frankreich gestarteten Initiative hat der diplomatische Dienst der Europ\u00e4ischen Union vorgeschlagen, so vorzugehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fulda und Mosel im Roten Meer: Gestern passierten das Minenjagdboot \u201eFulda\u201c und der Tender \u201eMosel\u201c zusammen mit dem britischen Versorgungsschiff \u201eLime Bay\u201c den Suez Kanal. <\/p>","protected":false},"author":10,"featured_media":55638,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_oasis_is_in_workflow":0,"_oasis_original":0,"_oasis_task_priority":"3high","footnotes":""},"categories":[51,486,42,50],"tags":[13172,182,13170,6814,13169,237,872,9056,2140,4323,198,1168,221,12258,13171],"class_list":["post-55633","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-streitkraefte-news","category-headlines","category-news","category-sicherheitspolitik-news","tag-bundestagsmandat","tag-deutsche-marine","tag-djibouti","tag-eunavfor-aspides","tag-lyme-bay","tag-maritime-sicherheit","tag-minenabwehr","tag-minenabwehr-deutsche-marine","tag-minenjagdboot-fulda","tag-rotes-meer","tag-seebataillon","tag-strasse-von-hormus","tag-suezkanal","tag-tender-mosel","tag-vessel-protection-teams"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55633","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55633"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55633\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":55637,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55633\/revisions\/55637"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/55638"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55633"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55633"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55633"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}