{"id":56593,"date":"2026-07-30T08:40:00","date_gmt":"2026-07-30T06:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marineforum.online\/?p=56593"},"modified":"2026-07-30T11:23:18","modified_gmt":"2026-07-30T09:23:18","slug":"phosphinvergiftung-begaste-ladung-nautical-institute-mars","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marineforum.online\/en\/phosphinvergiftung-begaste-ladung-nautical-institute-mars\/","title":{"rendered":"Phosphinvergiftung \u2013 Ladung mit t\u00f6dlichen Folgen"},"content":{"rendered":"<p><strong>London:\u00a0 Bereits geringe Undichtigkeiten beim Transport begaster Ladung k\u00f6nnen lebensgef\u00e4hrlich sein. Treten an Bord gleichzeitig Krankheitssymptome bei mehreren Besatzungsmitgliedern auf, muss nach Auffassung des Nautical Institute zun\u00e4chst eine Vergiftung durch das Begasungsmittel vermutet werden.<\/strong><\/p>\n<p>Nach der Verladung von Shean\u00fcssen brachten Fachkr\u00e4fte ein Phosphin (PH<strong><sub>3<\/sub><\/strong>) freisetzendes Begasungsmittel aus. Die Besatzung des St\u00fcckgutfrachters erhielt jedoch keine Informationen \u00fcber dessen Eigenschaften, erforderliche Schutzma\u00dfnahmen oder das Verhalten w\u00e4hrend der Reise. W\u00e4hrend der Begasung wurde ein stechender Geruch wahrgenommen, der nach dem Schlie\u00dfen der Luken verschwand.<\/p>\n<p>Bereits in der ersten Nacht nach dem Auslaufen erkrankten mehrere Besatzungsmitglieder mit Bauchschmerzen, Erbrechen, Schw\u00e4che und starkem K\u00e4ltegef\u00fchl. Zun\u00e4chst wurde f\u00e4lschlicherweise eine Lebensmittelvergiftung vermutet. Erst nachdem der Erste und der Dritte Offizier im angelaufenen Hafen trotz Wiederbelebungsma\u00dfnahmen verstorben waren, wurde bei den \u00fcbrigen 15 Besatzungsmitgliedern eine Phosphinvergiftung festgestellt.<\/p>\n<p>Die Seeunfalluntersuchung ergab, dass das Begasungsmittel durch Undichtigkeiten im L\u00fcftungssystem aus dem Laderaum in die Unterk\u00fcnfte gelangt war. F\u00fcr das extrem toxische Phosphin betr\u00e4gt der Arbeitsplatzgrenzwert lediglich 0,1 ppm (parts per million). Nach Angaben des Instituts f\u00fcr Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sind bei Menschen Konzentrationen ab 7,2 ppm f\u00fcr 30 bis 60 Minuten lebensbedrohliche Wirkungen nicht auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Das Nautical Institute leitet daraus ab, dass Besatzungen vor Reisebeginn umfassend \u00fcber Begasungsmittel und Schutzma\u00dfnahmen informiert werden m\u00fcssen. Fehlen diese Informationen, darf die Reise nicht angetreten werden. Schiffe mit begaster Ladung sollten \u00fcber geeignete Gasmessger\u00e4te, Atemschutzger\u00e4te sowie den aktuellen \u201eMedical First Aid Guide for Use in Accidents Involving Dangerous Goods\u201c verf\u00fcgen. W\u00e4hrend der Reise sind regelm\u00e4\u00dfige und dokumentierte Gasmessungen in kurzen Abst\u00e4nden in den h\u00e4ufig frequentierten Aufenthalts- und Arbeitsbereichen der Besatzung erforderlich.<\/p>\n<p>Das Nautical Institute ist eine gemeinn\u00fctzige Bildungs- und Mitgliederorganisation mit Beraterstatus bei der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO). Seit mehr als 25 Jahren sammelt und ver\u00f6ffentlicht sie Seeunf\u00e4lle aller Art im Rahmen des \u201eMariners\u2019 Alerting and Reporting Scheme\u201c (MARS). In der frei zug\u00e4nglichen MARS-Datenbank werden Erkenntnisse aus Unf\u00e4llen f\u00fcr die Verbesserung der Sicherheit in der Schifffahrt bereitgestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.nautinst.org\/technical-resources\/resource-library.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><button class=\"mfo-button\">Zur Datenbank<\/button><\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Phosphinvergiftung : Der Fall zeigt, wie gef\u00e4hrlich undichte Lader\u00e4ume und fehlende Informationen \u00fcber Begasungsmittel an Bord werden k\u00f6nnen. <\/p>","protected":false},"author":2668,"featured_media":56594,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_oasis_is_in_workflow":0,"_oasis_original":0,"_oasis_task_priority":"2normal","footnotes":""},"categories":[486,42,48],"tags":[5718,13509,13514,13511,13510,13508,13513,13512],"class_list":["post-56593","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-headlines","category-news","category-schifffahrt-news","tag-arbeitsschutz","tag-begaste-ladung","tag-gefahrgut","tag-mars-datenbank","tag-nautical-institute","tag-phosphinvergiftung","tag-sheanuesse","tag-stueckgutfrachter"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56593","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2668"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=56593"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56593\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":56662,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56593\/revisions\/56662"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/56594"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=56593"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=56593"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=56593"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}