{"id":57418,"date":"2026-08-21T12:54:31","date_gmt":"2026-08-21T10:54:31","guid":{"rendered":"https:\/\/marineforum.online\/?p=57418"},"modified":"2026-08-21T12:54:12","modified_gmt":"2026-08-21T10:54:12","slug":"bundeswehr-aufklaerungsdrohne-seetaube-kiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marineforum.online\/en\/bundeswehr-aufklaerungsdrohne-seetaube-kiel\/","title":{"rendered":"Aufkl\u00e4rungsdrohne Seetaube: Bundeswehr tauft erste maritime Aufkl\u00e4rungsdrohne"},"content":{"rendered":"<p><strong>In der vergangenen Woche fand in Kiel die offizielle Taufe der ersten deutschen maritimen Aufkl\u00e4rungsdrohne auf den Namen \u201eSeetaube\u201c statt. Beim traditionellen Bruch der Sektflasche am Bug sprach die Taufpatin, Hauptbootsmann Cara vom Bataillon Elektronische Kampff\u00fchrung 912: \u201eIch taufe dich auf den Namen Seetaube und w\u00fcnsche dir und deinem Bedienpersonal allzeit gute Fahrt und eine Handbreit Wasser unterm Kiel!\" Hergestellt wurde dieses moderne Unmanned Surface Vehicle (USV) durch das deutsche Start-up Stark, dessen erstes und Vorzeigesystem Virtus bereits in der Ukraine im Einsatz ist.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_57420\" aria-describedby=\"caption-attachment-57420\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Taufe-Seetaube-CIR.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-57420\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Taufe-Seetaube-CIR-300x188.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"188\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Taufe-Seetaube-CIR-300x188.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Taufe-Seetaube-CIR-1024x643.jpg 1024w, \/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Taufe-Seetaube-CIR-768x482.jpg 768w, \/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Taufe-Seetaube-CIR-1536x964.jpg 1536w, \/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Taufe-Seetaube-CIR-18x12.jpg 18w, \/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Taufe-Seetaube-CIR.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-57420\" class=\"wp-caption-text\">Hauptbootsmann Cara, Bataillon Elektronische Kampff\u00fchrung 912, CIR Bundeswehr, bei der Taufe der Seetaube. Foto: Bw\/CIR<\/figcaption><\/figure>\n<p>The <strong>\u201eSeetaube\u201c <\/strong> soll in der Bundeswehr den fast schon klassischen Aufgabenkomplex f\u00fcr unbemannte Systeme \u2013 Dirty, Dull and Dangerous \u2013 \u00fcbernehmen. Denn auch auf See nehmen hybride Bedrohungen deutlich zu. Sabotage, Spionage oder Angriffe auf Kritische Infrastruktur bewegen sich h\u00e4ufig unterhalb der Schwelle eines offenen milit\u00e4rischen Konflikts und erschweren eine schnelle Reaktion. Um solche Aktivit\u00e4ten k\u00fcnftig fr\u00fcher zu erkennen und eindeutig zuzuordnen, baut die Bundeswehr ihre maritimen Aufkl\u00e4rungsf\u00e4higkeiten kontinuierlich aus. Ein wichtiger Baustein soll hier das neue USV Seetaube sein.\u00a0Das rund sechs Meter lange System ist hierf\u00fcr mit Radar, Kameras und weiteren Sensoren ausgestattet, wodurch die Seetaube unabh\u00e4ngig operieren und gleichzeitig als vorgeschobene Sensorplattform dienen kann. Hinzu kommt ein besonderes Einsatzszenar des Systems von Stark: F\u00fcr die exakte Ortung von Funksignalen ist in der Regel eine sogenannte Kreuzpeilung erforderlich. W\u00e4hrend ein einzelnes Schiff nur eine Peilung durchf\u00fchren kann, stellt die <strong>\u201eSeetaube\u201c <\/strong> eine flexibel verlegbare zweite Referenzposition bereit und erh\u00f6ht damit die Genauigkeit der Ortung deutlich.<\/p>\n<p>Das neue USV der Bundeswehr basiert auf dem System Vanta von Stark. Vanta kann dabei Geschwindigkeiten von \u00fcber 45 Knoten erreichen und verf\u00fcgt \u00fcber eine Nutzlastkapazit\u00e4t von bis zu 500 Kilogramm, was die Plattform geeignet f\u00fcr eine Vielzahl von Payloads und entsprechende milit\u00e4rische F\u00e4higkeiten macht. So hat Stark beispielsweise bereits den Start der rohrgest\u00fctzten Loitering Munition \u201eCascade\u201c von einem Vanta aus durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Aufgaben der Seetaube in der Bundeswehr<\/strong><\/p>\n<p>Laut der Bundeswehr wird die <strong>\u201eSeetaube\u201c <\/strong> weitgehend autonom arbeiten. Vorgeplante Missionen f\u00e4hrt das USV demnach selbstst\u00e4ndig ab und orientiert sich dabei innerhalb definierter Grenzen an den internationalen See-Verkehrsregeln. Die Verantwortung verbleibt jedoch beim Bedienpersonal, das den Einsatz durchgehend \u00fcberwacht und bei Bedarf eingreifen kann. Eine tats\u00e4chliche Autonomie ist also aktuell noch nicht vorgesehen, stattdessen wird die Seetaube durch einen Bediener gesteuert bzw. mindestens \u00fcberwacht. Die Daten des USV werden verschl\u00fcsselt an das Mutterschiff oder den Nutzer an Land \u00fcbertragen, sodass dort nahezu in Echtzeit ein umfassendes Lagebild entstehen kann \u2013 unterst\u00fctzt durch die Daten der Seetaube und anderer Sensoren, seien sie nun bemannt oder unbemannt.<\/p>\n<p><strong>Projekt des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr<\/strong><\/p>\n<p>Entwickelt wurde die <strong>\"<\/strong>Seetaube\u201c im Rahmen eines Innovationsprojekts des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw) durch das Unternehmen Stark, das Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr, und nat\u00fcrlich mit Input durch die Deutsche Marine. Alle diese Akteure gingen das Projekt mit dem Ziel an, Aufkl\u00e4rungsdaten schneller verf\u00fcgbar zu machen und die maritime Lagebilderstellung insbesondere angesichts der heutigen Bedrohung durch hybride Aktionen (von Russland oder China) deutlich zu verbessern.<\/p>\n<p>Mit diesen F\u00e4higkeiten \u2013 besonders den modularen Aufwuchsf\u00e4higkeiten \u2013 kann die Bundeswehr das System k\u00fcnftig nicht nur f\u00fcr Aufkl\u00e4rungsaufgaben einsetzen, sondern auch als Tr\u00e4ger von Effektoren oder es f\u00fcr beides in vernetzte Aufkl\u00e4rungs- und Wirksystemverb\u00fcnde integrieren. Dank der hohen Seeausdauer und des weitgehend automatisierten Betriebs kann das USV dabei \u00dcberwachungs- und Aufkl\u00e4rungsaufgaben \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume \u00fcbernehmen. Das entlastet bemannte Einheiten und erh\u00f6ht gleichzeitig deren Verf\u00fcgbarkeit f\u00fcr andere Eins\u00e4tze.<\/p>\n<p>Doch zuerst geht die \u201eSeetaube\u201c in die Erprobung. \u201eIn der n\u00e4chsten Phase stehen in den kommenden Monaten unterschiedliche Tests an, bevor das System offiziell in Dienst genommen wird\u201c, berichtet die Bundeswehr. \u201eIm ersten Schritt steht die Ausbildung des nutzenden Personals im Fokus, das mit dem System und seiner Steuerung vertraut gemacht werden muss. Danach wird das \u00dcberwasserfahrzeug im eigentlichen Seebetrieb und im Anschluss im Rahmen einer Aufkl\u00e4rungsmission auf Herz und Nieren gepr\u00fcft.\u201c Es werden also noch Monate vergehen, bevor der CIR und die Deutsche Marine diese neuen F\u00e4higkeiten mit der Seetaube tats\u00e4chlich in Dienst stellen kann. Aber zumindest ist die \u201eSeetaube\u201c seit der Taufe bereits offiziell ein Teil der Bundeswehr geworden.<\/p>\n<p>Text: Dorothee Frank<\/p>\n<p>Fotos: Bw\/CIR<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufkl\u00e4rungsdrohne Seetaube: Die Bundeswehr hat in Kiel ihr erstes unbemanntes \u00dcberwasserfahrzeug f\u00fcr die maritime Aufkl\u00e4rung getauft. Nun beginnt die Erprobung.<\/p>","protected":false},"author":10,"featured_media":57421,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_oasis_is_in_workflow":0,"_oasis_original":0,"_oasis_task_priority":"3high","footnotes":""},"categories":[51,486,391,42,52],"tags":[193,13717,182,2948,10311,11332,13712,13713,13715,733,13714,13716],"class_list":["post-57418","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-streitkraefte-news","category-headlines","category-headlines-slider","category-news","category-technologie-news","tag-bundeswehr","tag-cyber-innovation-hub","tag-deutsche-marine","tag-elektronische-kampffuehrung","tag-hybride-bedrohungen","tag-maritime-aufklaerung","tag-maritime-aufklaerungsdrohne","tag-seetaube","tag-stark","tag-unbemannte-systeme","tag-unmanned-surface-vehicle","tag-vanta"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57418","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=57418"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57418\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57434,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57418\/revisions\/57434"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/57421"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=57418"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=57418"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=57418"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}