{"id":57901,"date":"2026-09-14T08:39:00","date_gmt":"2026-09-14T06:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marineforum.online\/?p=57901"},"modified":"2026-09-14T11:51:12","modified_gmt":"2026-09-14T09:51:12","slug":"dwt-special-ispk-kiel-institut-mit-seeblick-und-maritimer-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marineforum.online\/en\/dwt-special-ispk-kiel-institut-mit-seeblick-und-maritimer-strategie\/","title":{"rendered":"DWT-Special ISPK Kiel: Institut mit Seeblick und maritimer Strategie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Seit Jahrzehnten schreiben Autoren des ISPK Kiel f\u00fcr das <em>marine forum<\/em>. Es ist an der Zeit, \u00fcber die Wissenschaftler an der Kieler F\u00f6rde selbst zu berichten<\/strong><\/p>\n<p>Vorweg: der erste Beitrag aus dem Kieler Institut f\u00fcr Sicherheitspolitik an der Universit\u00e4t Kiel ist irgendwo in den historischen Tiefen des <em>marine forum<\/em> verborgen, wer uns wirklich als Erster aus der Forschungseinrichtung kl\u00fcger schrieb, muss unbeantwortet bleiben. Nicht unbeantwortet jedoch blieben die Fragen, die wir Johannes Peters, Abteilungsleiter Maritime Strategie und Sicherheit stellten. Diesmal sollte er nicht wie gewohnt und medial pr\u00e4sent die Einsch\u00e4tzungen des Instituts zu aktuellen maritimen Geschehnissen oder Entwicklungen abgeben, sondern \u00fcber das Institut selbst sprechen. Wir machen ein Treffen unter Freunden in Kiel aus, mit Blick auf die F\u00f6rde. Der Blick auf die See ist in B\u00fcros mit maritimen Pflichten ohnehin ein Kreativ-Verst\u00e4rker. Wichtig ist dem Politikwissenschaftler, der in Rostock und Kiel studierte, mit einem popul\u00e4ren Irrtum aufzur\u00e4umen: \u201eDas ISPK ist eine unabh\u00e4ngige, gemeinn\u00fctzige Einrichtung und wird vorwiegend von der ebenfalls in Kiel ans\u00e4ssigen Stiftung Wissenschaft und Demokratie (SW&amp;D) gef\u00f6rdert \u2013 es ist der Universit\u00e4t Kiel gem\u00e4\u00df Kultusministerbeschluss zwar angegliedert, erh\u00e4lt aber keine finanziellen Mittel vom Land Schleswig-Holstein.\u201c<\/p>\n<p>Das Institut analysiert mit rund 15 Mitarbeitern sicherheitspolitische Themen und f\u00f6rdert die strategische Wissenschaft als Teil der Politikwissenschaft \u2013 \u201enicht nur an der Universit\u00e4t Kiel, sondern in ganz Deutschland \u2013 und auch international\u201c so betont Peters. Das wird in den Aufgaben der Abteilungen auch abgebildet: die Fachabteilungen sind die Abteilung <em>Maritime Strategie und Sicherheit<\/em>, <em>Terrorismus- und Radikalisierungsforschung, Strategische Entwicklung in Asien-Pazifik <\/em>and<em> Konfliktforschung. <\/em>Ver\u00f6ffentlicht werden wissenschaftliche Studien, prominente Veranstaltungen werden organisiert und es gibt reichlich Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen. Die Leitung des Instituts bildet die Doppelspitze um Dr. Sarah Kirchberger als wissenschaftliche Direktorin seit 2023 und Dr. Stefan Hansen als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrendem Direktor seit 2017. Johannes Peters, oder \u201eU-Boot Hannes\u201c, wie die Community ihn nennt, schaut nicht gern allzu weit in die eigene Geschichte: \u201eja, wir wurden bereits zu Beginn der siebziger Jahre gegr\u00fcndet, aber das war etwas ganz anderes als heute. Wir haben uns mit den politischen Ver\u00e4nderungen der letzten Jahrzehnte enorm fortentwickelt, auch dank Professor emerit. Dr. Joachim Krause, der das ISPK in seiner jetzigen Form seit 2002 neu aufgestellt hat und den Ruf bis heute pr\u00e4gt.\u201c Was, so will ich wissen, macht ihr eigentlich das ganze Jahr, schlie\u00dflich sind nicht nur Interviews zu Schattenflotten oder \u201eChoke Points\u201c t\u00e4gliches Brot? Johannes Peters z\u00f6gert nicht, und z\u00e4hlt mit den Fingern ab: \u201edas ber\u00fchmteste ist wohl die Seapower Series, eine B\u00fccher- und Konferenzreihe, die die maritime Abteilung des ISPK, als einzigem deutschen Think Tank zu Seestreitkr\u00e4ften und maritimer Sicherheit, seit zehn Jahren aufgebaut hat. Wir alle kennen das Akronym KISS, oder?\u201c Nat\u00fcrlich, es ist das Forum f\u00fcr maritime Strategie und Sicherheit, gemeinsam mit dem \u201eDreizack\u201c, der in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Marinebund (DMB) durchgef\u00fchrt wird. Der Kieler Politikwissenschaftler Henrik Schilling gr\u00fcndete 2020 den German Navy Fleet Tracker (GNFT) des ISPK, der auch der \u00d6ffentlichkeit kostenfrei zur Verf\u00fcgung steht. \u201eEbenfalls seit 2020 liefern wir nahezu monatlich eine Kolumne f\u00fcr \u201aLeinen Los\u2018 des DMB, wir kooperieren beispielsweise mit dem Zentrum f\u00fcr Milit\u00e4rgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) und dem Centre of Excellence for Operations in Confined and Shallow Waters (COECSW) und machen Workshops, Wargames, Podcasts und kleinere Artikel \u2013 gerne auch f\u00fcr das marineforum.\u201c Seid ihr also ausgelastet? \u201eReichlich\u201c sagt Peters ohne zu klagen, \u201edas ist auch der angespannten Sicherheitslage geschuldet. Die Ostsee ist nun mal im Fokus und Menschen interessieren sich zunehmend f\u00fcr die See und uns, wie es noch nie zuvor geschah. Das kennt ihr vom DMI doch auch, der maritime Gedanke kommt langsam auch ins Binnenland\u201c. Und die Zusammenarbeit mit der Deutschen Marine? \u201eSehr eng, sehr produktiv.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAndere prominente Produkte von uns sind beispielsweise das Handbuch Terrorismusforschung und das Jahrbuch Terrorismus, welches Trends u.a. zu asymmetrischer Kriegsf\u00fchrung analysiert\u201c, sagt er mit dem Verweis auf die Nachbarabteilungen.<\/p>\n<p>Was sind derzeit die gr\u00f6\u00dften Sorgen, die der Wissenschaftler hat? Peters z\u00f6gert nicht: \u201ealle reden \u00fcber die Ostsee, NordStream und Schattenflotten\u201c, aber dass man auch \u00fcber internationale Seewege und weltweite Gefahren nachdenken muss, erfahren wir gerade in der Strait of Hormuz\u201c. Die internationalen Beziehungen haben sich massiv ver\u00e4ndert, mit enormer Tragweite gerade auch f\u00fcr Deutschland. Wir diskutieren eine Weile \u00fcber die Relevanz der Themen und kommen zu dem Schluss, dass die Gefahren immer noch nicht richtig ernst genommen werden in der \u00d6ffentlichkeit. Stimmt was mit der Kommunikation nicht? Das sieht Peters so nicht: \u201eDoch, wir gehen sehr weit mit unseren Stellungnahmen und werden geh\u00f6rt. Ein gutes Beispiel ist der Versuch von China, auch in Kiel Fu\u00df zu fassen. Unsere Logistik, unsere Lieferketten und unsere Sicherheit d\u00fcrfen wir nicht den Chinesen anvertrauen, den Fehler mit Russland d\u00fcrfen wir nicht wiederholen. Wir haben dazu reichlich publiziert. Und ich habe \u00f6ffentlich verk\u00fcndet, dass das kein Quatsch ist, sondern reale Gefahr, das wurde geh\u00f6rt\u201c. Das war leider nur ein regionales Thema, denn in Kiel sind f\u00fcr die Chinesen ja auch die N\u00e4he zu Geomar und zu den U-Boot-\u201eBauern\u201c interessant. Das ISPK hat sich der chinesischen Finte, eine sportliche Seglerkooperation vorzut\u00e4uschen, fr\u00fch medial entgegengestellt. Wir k\u00f6nnen froh sein, dass es f\u00fcr die Sicherheit an der K\u00fcste und in ganz Deutschland dieses Institut als Referenz und Ansprechpartner f\u00fcr maritime Angelegenheiten in Deutschland gibt. Die maritimen Beh\u00f6rden, die Bundeswehr und die Politik brauchen diese Ratgeber, die am Kieler F\u00f6rde-Ufer mit nordischer Gelassenheit auch die \u00e4rgsten Bedrohungslagen fachlich und unabh\u00e4ngig vermitteln. Wir danken f\u00fcr die Zeit und freuen uns auf weitere Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Holger Schl\u00fcter<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DWT-Special ISPK Kiel (Institut f\u00fcr Sicherheitspolitik an der Universit\u00e4t in Kiel) forscht zu maritimer Strategie, Sicherheit und internationalen Konflikten. Johannes Peters gibt Einblick in Arbeit, Projekte und Kooperationen.<\/p>","protected":false},"author":10,"featured_media":57903,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_oasis_is_in_workflow":0,"_oasis_original":0,"_oasis_task_priority":"2normal","footnotes":""},"categories":[19,486,32],"tags":[13900,13898,13897,1374,8409,237,1099,13899],"class_list":["post-57901","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sicherheitspolitik","category-headlines","category-magazin","tag-german-navy-fleet-tracker","tag-institut-fuer-sicherheitspolitik","tag-ispk-kiel","tag-johannes-peters","tag-kieler-foerde","tag-maritime-sicherheit","tag-maritime-strategie","tag-seapower-series"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57901","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=57901"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57901\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58077,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57901\/revisions\/58077"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/57903"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=57901"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=57901"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=57901"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}