{"id":58178,"date":"2026-09-17T08:11:00","date_gmt":"2026-09-17T06:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/marineforum.online\/?p=58178"},"modified":"2026-09-17T12:59:07","modified_gmt":"2026-09-17T10:59:07","slug":"dwt-special-marinestandardkonsole-fkie-mukdo-ergonomie-marine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marineforum.online\/en\/dwt-special-marinestandardkonsole-fkie-mukdo-ergonomie-marine\/","title":{"rendered":"DWT Special Marinestandardkonsole \u2013 Ergonomie f\u00fcr Entscheidungen auf See"},"content":{"rendered":"<p><strong>Entwicklung einer Standardkonsole f\u00fcr die Marine<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_58214\" aria-describedby=\"caption-attachment-58214\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-58214\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1-300x169.png\" alt=\"abstraktes, zukunftssicheres Darstellungskonzept\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1-300x169.png 300w, \/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1-1024x576.png 1024w, \/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1-768x432.png 768w, \/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1-1536x864.png 1536w, \/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1-18x10.png 18w, \/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-1.png 1920w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-58214\" class=\"wp-caption-text\"><strong>Bild: abstraktes, zukunftssicheres Darstellungskonzept<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n<p>K\u00e4mpfe werden von Menschen gef\u00fchrt, nicht von Maschinen. Auch die modernste Technik wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter von einem Menschen bedient. Das bedeutet, dass auch die beste Maschine keine gute Arbeit leistet, wenn bei der Bedienung Fehler passieren. Die Reaktion auf solche Aussagen ist h\u00e4ufig: \u201eDie richtige Bedienung kann gelernt werden\u201c oder \u201edaran gew\u00f6hnen sich die Nutzer\u201c. Diese Herangehensweise ist jedoch nicht zielf\u00fchrend. Denn die Fehleranf\u00e4lligkeit bleibt bestehen, au\u00dferdem werden lange Trainings- und Ausbildungszeiten ben\u00f6tigt. Dies ist im Hinblick auf den angestrebten Personalaufbau und verk\u00fcrzte Ausbildungszeiten im Verteidigungsfall problematisch. Daher sollten die Maschinen m\u00f6glichst einfach und intuitiv verwendbar sein. Um dies zu erreichen, sollte der Mensch bei der Entwicklung Mensch-Maschine-Systemen immer im Vordergrund stehen. Die Technik muss sich an den Menschen anpassen, nicht umgekehrt. Interaktionen zwischen Mensch und Technik finden auf Marineeinheiten h\u00e4ufig an Konsolen statt. Die Arbeit an diesen Marinekonsolen ist gepr\u00e4gt davon, bei hochdynamischen Lage\u00e4nderungen unter teils erheblichen Bedrohungen verl\u00e4ssliche und sichere Entscheidungen zu treffen. Zus\u00e4tzlich beeinflusst die permanente Bewegung der Schiffe die Nutzer bei ihrer Arbeit. Die optimale Unterst\u00fctzung von Entscheidungsprozessen an Marinearbeitspl\u00e4tzen erfordert eine \u00dcberarbeitung und Vereinheitlichung der vorhandenen Konsolen mit dem Fokus, menschlichen F\u00e4higkeiten und Fertigkeiten unter den gegebenen Randbedingungen bestm\u00f6glich zu entsprechen.<\/p>\n<p><strong>Wissenschaftler und Praktiker: gemeinsam zu besseren Ergebnissen<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Ziel einer optimierten Entscheidungsunterst\u00fctzung, hat das Fraunhofer FKIE ein Konzept f\u00fcr eine ergonomisch gestaltete, rollen\u00fcbergreifend einsetzbare Konsole entwickelt. Im Auftrag des Planungsamtes und in Zusammenarbeit mit dem Marineunterst\u00fctzungskommando (MUKdo) und der Einsatzflottille 2 (EF2), unter Beteilung von Fachexperten und Soldaten der Fregatten 123, 124 und 125, wurde der Kontext erhoben und zusammengetragen, woraus die Arbeit an einer Konsole besteht, welche Interaktionsger\u00e4te verwendet werden und welche Schwierigkeiten gegebenenfalls bei der Konsolenbedienung aufgetreten sind. Diese Grundlage wurde verwendet, um die Konsole zu konzipieren. Aus dem erstellten Konzept wurde eine Beispielvariante einer ergonomisch gestalteten Marinestandardkonsole gebaut, um anhand dieses Modells eine Evaluation des Konzepts vorzunehmen.<\/p>\n<p><strong>Mit dem Blick in die Zukunft: die Entwicklung des Konsolenkonzeptes<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_58215\" aria-describedby=\"caption-attachment-58215\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-58215\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-2-300x213.png\" alt=\"Ermittlung der Greifr\u00e4ume f\u00fcr Interaktionsger\u00e4te, hier ein Beispiel f\u00fcr die K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe \u201ekleine Frau\u201c (5. Perzentil weiblich)\" width=\"300\" height=\"213\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-2-300x213.png 300w, \/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-2-768x545.png 768w, \/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-2-18x12.png 18w, \/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-2.png 887w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-58215\" class=\"wp-caption-text\">Bild: Ermittlung der Greifr\u00e4ume f\u00fcr Interaktionsger\u00e4te, hier ein Beispiel f\u00fcr die K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe \u201ekleine Frau\u201c (5. Perzentil weiblich)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Konzept ist bewusst langfristig angelegt: Es ber\u00fccksichtigt die typischen Beschaffungs- und Nutzungshorizonte milit\u00e4rischer Plattformen und ist an zuk\u00fcnftige Hardware (z.\u202fB. Displaygr\u00f6\u00dfen, Aufl\u00f6sungen) anpassbar. Als Grundlage wurde ein hardwareunabh\u00e4ngiges, langfristig g\u00fcltiges Konzept f\u00fcr Informationsanordnung erstellt. Dieses Konzept definiert drei Darstellungsbereiche: Bereich I (\u201esehr wichtig\/h\u00e4ufig\u201c), Bereich II (\u201ewichtig\/weniger h\u00e4ufig\u201c) und Bereich III (\u201egelegentlich\u201c) (siehe Bild 1). Die Bereiche sind dabei relativ zur optimalen Kopf- und Augenposition ausgerichtet, die sich aus einer ergonomisch definierten Sitzposition ableitet.<\/p>\n<p>Das Konzept ist nicht nur auf technische Weiterentwicklungen ausgelegt, sondern auch auf menschliche Variabilit\u00e4t. So wurden bei der Planung unterschiedliche K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfen und Proportionen beachtet. Das digitale Menschmodell RAMSIS (Human Solutions) wurde daf\u00fcr verwendet, eine anthropometrische Auslegung mit Definition von Greif- und Sichtr\u00e4umen f\u00fcr das Konsolenkonzept zu erstellen (siehe Bild 2). Eine Konsole, die auf Basis dieses Konzeptes erstellt wird, erm\u00f6glicht die ergonomische Bedienung f\u00fcr Personen zwischen dem 5. Perzentil weiblich und dem 95. Perzentil m\u00e4nnlich, inklusive verschiedener Proportionstypen wie \u201eSitzzwerg\u201c oder \u201eSitzriese\u201c. Au\u00dferdem ist die Konsole symmetrisch gestaltet, wodurch eine individuelle Einstellung f\u00fcr Links- und Rechtsh\u00e4nder m\u00f6glich ist. Ein gutes ergonomisches Konzept geht \u00fcber die Basics der Arbeitsplatzgestaltung hinaus. Nicht nur die Tischh\u00f6he und die Bildschirmposition beeinflussen die Effizienz und Effektivit\u00e4t der Arbeit, sondern z.B. auch die Beantwortung der Frage, wo ein Operateur Schutzausr\u00fcstung, pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde und Snacks verstauen kann. Deshalb findet sich in dem Konzept des FKIE auch hierf\u00fcr ausreichen Platz.<\/p>\n<p><strong>Aktuelle Umsetzung mit COTS-Komponenten<\/strong><\/p>\n<p>Um das Konzepts zu testen, wurde eine aktuelle Variante ausgearbeitet und ein funktionaler Prototyp gebaut. Dieser wurde mit verf\u00fcgbarer COTS-Hardware (Commercial Off The Shelf) realisiert und steht im MUKdo in Wilhelmshaven (siehe Bild 3). Er umfasst verschiedene Monitore, die aufgabenspezifisch belegt werden k\u00f6nnen, wobei bei der Ausgestaltung und Anordnung der Software das Konzept (Bild1) zu ber\u00fccksichtigen ist. F\u00fcr einen Operateur, dessen Aufgaben haupts\u00e4chlich in der Lagebearbeitung liegt, k\u00f6nnte dies z.B. bedeuten, dass sich auf dem zentralen Hauptmonitor ein F\u00dcWES inkl. Kartendarstellung befindet, w\u00e4hrend sich auf den Touchmonitoren, die im Greifraum angeordnet sind, Sprechstelle sowie Checklisten befinden. Die Flankenmonitoren k\u00f6nnen z.B. verwendet werden, um Inhalte aus physisch getrennten Netzen darzustellen. Um diese zu bearbeiten, k\u00f6nnen auch die Eingabeger\u00e4te physisch umgestellt werden. Platz f\u00fcr weitere physische Interaktionsger\u00e4te ist gegeben, wie z.B. ein Schl\u00fcsselschalter zur Freigabe von Wirkmitteln oder hardwarebasierte Buttons f\u00fcr den haptisch kontrollierten Einsatz zur Vermeidung versehentlicher Bedienung. Als Eingabeger\u00e4te sind Tastatur, Joystick und eine schiffsangepasste Maus vorgesehen, die auch mit Handschuhen bedienbar ist. Zudem ist gen\u00fcgend Platz f\u00fcr handschriftliche Notizen, pers\u00f6nliche Dokumentation und die Verstauung von Schutzausr\u00fcstung (z.\u202fB. Rettungsweste, Helm), vorgesehen.<\/p>\n<p><strong>Flexibilisierung f\u00fcr weitere Anwendungen und Plattformen<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_58217\" aria-describedby=\"caption-attachment-58217\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-4.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-58217\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-4-200x300.jpg\" alt=\"Bewegungssimulationssystem f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze auf seegehenden Einheiten, erstellt in Zusammenarbeit mit der WTD 81 in Greding\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-4-200x300.jpg 200w, \/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-4-683x1024.jpg 683w, \/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-4-768x1152.jpg 768w, \/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-4-1024x1536.jpg 1024w, \/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-4-8x12.jpg 8w, \/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Bild-4.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-58217\" class=\"wp-caption-text\">Bewegungssimulationssystem f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze auf seegehenden Einheiten, erstellt in Zusammenarbeit mit der WTD 81 in Greding<\/figcaption><\/figure>\n<p>In der dargestellten Form ist die Konsole f\u00fcr Operationszentralen gr\u00f6\u00dferer Schiffe gut einsetzbar, bei der Entwicklung wurde insbesondere auf Fregatten fokussiert. Das grundlegende Konzept kann jedoch auch an die Bedingungen kleinerer Plattformen angepasst werden, in weiteren Arbeiten wurden daher beispielhafte Umsetzungen f\u00fcr solche Plattformen, bis hin zum Raumangebot eines U-Bootes konzipiert.<\/p>\n<p><strong>Ausblick: Ergonomische Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr bewegte Plattformen<\/strong><\/p>\n<p>An der prototypischen Konsole wurden die Erreichbarkeit und die allgemeine Funktionalit\u00e4t des Konzeptes in einer Evaluation erfolgreich nachgewiesen. Ein grunds\u00e4tzliches Problem bei der Entwicklung von Arbeitspl\u00e4tzen f\u00fcr seegehende Einheiten besteht jedoch darin, dass bisher keine Evaluation unter kontrollierten Bewegungsbedingungen durchgef\u00fchrt wird. Daher erarbeitete das Fraunhofer FKIE eine Methodik zur Evaluation von Arbeitspl\u00e4tzen mithilfe eines Bewegungssimulators. Daf\u00fcr werden realistische Bewegungsdaten von seegehenden Einheiten aufgezeichnet und an die Bedingungen einer Bewegungssimulation angepasst. Diese Bewegungsdaten dienen als Eingangssignal in eine Bewegungsplattform. Zusammen mit der prototypisch ausgestalteten Konsolenversion und den Bewegungsdaten, bildet die Bewegungsplattform ein Bewegungssimulationssystem f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze auf seegehenden Einheiten (siehe Bild 4). In Zusammenarbeit mit der WTD81 in Greding, wurde das Bewegungssimulationssystem ausgestaltet, mit erfahrenen Marine-Soldaten evaluiert und wird stetig weiterentwickelt. Mit zuk\u00fcnftigen Weiterentwicklungen des Systems wird die Beurteilung und Optimierung von Arbeitspl\u00e4tzen auf Schiffen und Booten erm\u00f6glicht sowie zus\u00e4tzliche Anwendungen, z.B. f\u00fcr Training und Ausbildung, realisierbar.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DWT Special Marinestandardkonsole: Fraunhofer FKIE entwickelt mit Marine und MUKdo eine ergonomische Standardkonsole f\u00fcr bessere Bedienbarkeit auf seegehenden Einheiten.<\/p>","protected":false},"author":10,"featured_media":58223,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_oasis_is_in_workflow":0,"_oasis_original":0,"_oasis_task_priority":"2normal","footnotes":""},"categories":[21,486,32],"tags":[1197,13958,13956,13955,11687,13957,4416,13959],"class_list":["post-58178","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-technologie","category-headlines","category-magazin","tag-einsatzflottille-2","tag-ergonomie","tag-fraunhofer-fkie","tag-marinestandardkonsole","tag-marineunterstuetzungskommando","tag-mensch-maschine-system","tag-mukdo","tag-operationszentrale"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58178","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=58178"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58178\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":58329,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58178\/revisions\/58329"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/58223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=58178"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=58178"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/marineforum.online\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=58178"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}