{"id":5957,"date":"2020-12-07T14:20:33","date_gmt":"2020-12-07T13:20:33","guid":{"rendered":"http:\/\/marineforum.online\/?p=5957"},"modified":"2020-12-14T12:33:05","modified_gmt":"2020-12-14T11:33:05","slug":"testing-grounds-for-closer-partnership-with-nato","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/marineforum.online\/en\/testgelaende-fuer-engere-partnerschaft-mit-der-nato\/","title":{"rendered":"Testing ground for closer partnership with NATO?"},"content":{"rendered":"<h2>Friedenseins\u00e4tze der lateinamerikanischen Streitkr\u00e4fte<\/h2>\n<p>Dreizehn lateinamerikanische Staaten beteiligen sich an internationalen Friedenseins\u00e4tzen, humanit\u00e4ren Eins\u00e4tzen oder multinationalen Eins\u00e4tzen zur Sicherung der Meere. H\u00e4ufige Einsatzorte sind Afrika und der Mittlere Osten. Das eingesetzte Personal variiert dem Auftrag entsprechend, von einer Handvoll Beobachter bis zu kompanie- und bataillonsstarken Einheiten samt Unterst\u00fctzungstruppen. Dem operativen Umfeld entsprechend werden prim\u00e4r Heerestruppen eingesetzt, doch auch Marinekr\u00e4fte kommen zum Zug.<\/p>\n<p><strong>Argentinien:<\/strong> Buenos Aires beteiligt sich an der UN-Friedenstruppe auf Zypern (zwei Infanteriekompanien zuz\u00fcglich Transporthubschrauber) und entsendet Beobachter auf die Sinai-Halbinsel, auf die Golanh\u00f6hen sowie in die Westsahara. Argentinien entsandte zwischen 1995 und 2004 auch Truppen zur Unterst\u00fctzung des <strong>NATO<\/strong>-Stabilisierungseinsatzes in Bosnien, und unterst\u00fctzte anschlie\u00dfend zeitweise die dortige EUFOR-Mission; ab 1999 entsandten die S\u00fcdamerikaner auch Sanit\u00e4tstruppen im Rahmen des <strong>NATO<\/strong>-Einsatzes im Kosovo.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5975\" aria-describedby=\"caption-attachment-5975\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5975\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/2013011920UNIFIL-MTF_TOA2021w_6-300x174.jpg\" alt=\"Die brasilianische Fregatte Constitui\u00c7\u00c3o war Flaggschiff der UNIFIL-Mission im Libanon\" width=\"300\" height=\"174\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/2013011920UNIFIL-MTF_TOA2021w_6-300x174.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2020\/12\/2013011920UNIFIL-MTF_TOA2021w_6-768x445.jpg 768w, \/wp-content\/uploads\/2020\/12\/2013011920UNIFIL-MTF_TOA2021w_6-750x434.jpg 750w, \/wp-content\/uploads\/2020\/12\/2013011920UNIFIL-MTF_TOA2021w_6.jpg 860w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5975\" class=\"wp-caption-text\">Die brasilianische Fregatte Constitui\u00c7\u00c3o war Flaggschiff der UNIFIL-Mission im Libanon (Bild: UNIFIL)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Brasilien:<\/strong> Als st\u00e4rkste Milit\u00e4rmacht Lateinamerikas ist Brasilien erwartungsgem\u00e4\u00df das aktivste Land bei der Beteiligung an internationalen Eins\u00e4tzen. So stellte Brasilia von 2004 bis 2017 durchg\u00e4ngig das st\u00e4rkste nationale Kontingent der UN-Stabilisierungsmission auf Haiti (ein Infanteriebataillon und eine Pionierkompanie); das multinationale Kontingent, das rund 5.000 Personen umfasste, wurde bis zur Beendigung der Mission 2017 st\u00e4ndig durch einen brasilianischen General gef\u00fchrt.<br \/>\nUm die Entsendungskapazit\u00e4ten des Landes noch zu steigern, optimiert das brasilianische Heer derzeit ein f\u00fcr Friedenseins\u00e4tze ausgerichtetes Bataillon; die Einheit soll 2022 einsatzbereit sein. Anders als die meisten lateinamerikanischen Staaten setzt Brasilien auch seine Marine im Rahmen internationaler Operationen ein. Seit 2011 entsendet das Land j\u00e4hrlich eine Fregatte zur Beteiligung an der UN-Friedenstruppe im Libanon. Ein brasilianischer Konteradmiral war bereits mehrmals Kommodore der UNIFIL Maritime Task Force. Auch au\u00dferhalb der UN-\u00c4gide ist das brasilianische Milit\u00e4r in \u00dcbersee aktiv. So nimmt die Marine unter anderem an der j\u00e4hrlichen \u00dcbung Obangame Express im Golf von Guinea teil; Ziel der gemeinsam mit US-amerikanischen, europ\u00e4ischen und afrikanischen <strong>Seestreitkr\u00e4ften<\/strong> durchgef\u00fchrten \u00dcbungsreihe ist die F\u00f6rderung der Einsatzf\u00e4higkeit der Anrainerstaaten des Golfs.<\/p>\n<p><strong>Chile:<\/strong> Auch Chile will die Beteiligung an UN-Eins\u00e4tzen steigern. Santiago entsendet derzeit Beobachter auf die Golanh\u00f6hen sowie kleine Gruppen mit jeweils rund 15 Personen zur UN-Mission nach Zypern und zur Unterst\u00fctzung der EU-Mission in Bosnien. Von 1995 bis 2004 hatte Santiago bereits Truppen zur <strong>NATO<\/strong>-Stabilisierungsmission in Bosnien abgestellt.<\/p>\n<p><strong>El Salvador:<\/strong> San Salvador stellt Friedenstruppen f\u00fcr f\u00fcnf UN-Missionen in Afrika und dem Mittleren Osten. Die gr\u00f6\u00dften Kontingente wurden nach Mali (rund 100 Infanteristen und eine Hubschrauberstaffel) und in den Libanon (ein Infanteriezug) entsandt.<\/p>\n<p><strong>Guatemala:<\/strong> Guatemala beteiligt sich an sechs UN-Entsendungen in Afrika und im Libanon. Das gr\u00f6\u00dfte Kontingent ist eine Spezialkr\u00e4ftekompanie in der Demokratischen Republik Kongo.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5970\" aria-describedby=\"caption-attachment-5970\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5970\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/8-300x230.jpg\" alt=\"Begegnung zwischen der kolumbianischen 7 De Agosto und der deutschen Erfurt bei der Operation. Atalanta 2015.\" width=\"300\" height=\"230\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/8-300x230.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2020\/12\/8.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5970\" class=\"wp-caption-text\">Begegnung zwischen der kolumbianischen<br \/>7 De Agosto und der deutschen Erfurt bei der Operation. Atalanta 2015. (Bild: Kolumbianische Marine)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Kolumbien:<\/strong> Bogota stellte im August 2015 ein Offshore-Patrouillenschiff (OPV) zur EU-gef\u00fchrten Anti-Piraterieoperation Atalanta und zur <strong>NATO<\/strong>-Operation Ocean Shield ab; im Rahmen der Entsendung in die Gew\u00e4sser vor Somalia \u00fcbte das <strong>kolumbianische<\/strong> Schiff ARC \u201e7 de Agosto\u201c mit Einheiten der deutschen, spanischen und d\u00e4nischen Marine. Im Januar 2016 folgte eine Grundsatzvereinbarung mit der UN hinsichtlich der m\u00f6glichen Teilnahme <strong>kolumbianischer<\/strong> <strong>Streitkr\u00e4fte<\/strong> an Friedensmissionen. Bogota entsendet ein Infanteriebataillon zur UN-Mission auf der Sinaihalbinsel.<\/p>\n<p><strong>Mexiko:<\/strong> Vor f\u00fcnf Jahren beschloss Mexiko die Ausweitung der milit\u00e4rischen Auslandseins\u00e4tze, mit dem Schwerpunkt Friedenseins\u00e4tze. Dabei wurde die Aufstellung eines hierauf ausgerichteten Bataillons mit Einsatzbereitschaft ab 2021 beschlossen. Ein Einsatzf\u00fchrungszentrum f\u00fcr humanit\u00e4re Entsendungen wurde 2019 eingerichtet; die Dienststelle soll die Koordinierung gemischter zivil-milit\u00e4rischer Entsendungsgruppen \u00fcbernehmen und die vorbereitende Einsatzausbildung des beteiligten Personals durchf\u00fchren. Aufgrund verfassungsrechtlicher Einschr\u00e4nkungen hinsichtlich der Truppenentsendung beteiligt sich Mexiko aktuell allerdings lediglich an der UN-Beobachtermission in der Westsahara.<\/p>\n<p><strong>Uruguay:<\/strong> Montevideos Milit\u00e4r beteiligt sich an vier UN-Eins\u00e4tzen. Das gr\u00f6\u00dfte Kontingent umfasstt rund 1.200 Truppen f\u00fcr die Stabilisierungsmission in der Demokratischen Republik Kongo.<\/p>\n<p>Hinzu kommen Bolivien, Ecuador, Honduras, Paraguay und Peru. Diese L\u00e4nder beteiligen sich mit einer sehr kleinen Anzahl Beobachter an UN-Eins\u00e4tzen in verschiedenen, zumeist afrikanischen Staaten.<\/p>\n<h3><strong>NATO<\/strong> Global Partners<\/h3>\n<figure id=\"attachment_5972\" aria-describedby=\"caption-attachment-5972\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5972\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/image1170x530cropped-300x135.jpg\" alt=\"Argentinische Friedenstruppen 2019 auf Zypern\" width=\"300\" height=\"135\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/image1170x530cropped-300x135.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2020\/12\/image1170x530cropped-768x346.jpg 768w, \/wp-content\/uploads\/2020\/12\/image1170x530cropped-750x338.jpg 750w, \/wp-content\/uploads\/2020\/12\/image1170x530cropped.jpg 860w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5972\" class=\"wp-caption-text\">Argentinische Friedenstruppen 2019 auf Zypern. (Bild: UN)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie oben erl\u00e4utert, gab und gibt es im Rahmen der Friedens- und Sicherungseins\u00e4tze, an denen sowohl lateinamerikanische Staaten wie <strong>NATO<\/strong>-Staaten teilnehmen, des \u00d6fteren Gelegenheit zu Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch. Hinzu kommt die Tatsache, dass die meisten lateinamerikanischen Staaten enge Ausbildungs- und \u00dcbungsvereinbarungen mit den <strong>US-Streitkr\u00e4ften<\/strong> und Kanada haben. In geringerem Umfang erfolgen auch mit einigen europ\u00e4ischen Staaten gemeinsame \u00dcbungen und Ausbildungsprogramme, aber auch operative Zusammenarbeit. Dies geschieht etwa im Bereich der Drogenbek\u00e4mpfung in der Karibik, an der sich Gro\u00dfbritannien, Frankreich und die Niederlande aufgrund der dortigen Besitzungen beteiligen.<br \/>\nEinige lateinamerikanische Staaten streben die Anerkennung als <strong>NATO<\/strong> Global Partner an. Bei den globalen Partnern handelt es sich um Staaten au\u00dferhalb des geografischen Zust\u00e4ndigkeitsgebiets des B\u00fcndnisses, die dennoch aus sicherheitspolitischen Gr\u00fcnden als Partner in Frage kommen. Die Anerkennung einzelner Staaten als globale Partner wurde auf dem <strong>NATO<\/strong>-Gipfel in Lissabon im Jahr 2010 beschlossen. Diese flexible Partnerschaftspolitik wurde in den Folgemonaten ausgearbeitet und formell auf dem Berliner Au\u00dfenministertreffen des B\u00fcndnisses im April 2011 verabschiedet. Ausgew\u00e4hlte Partnerstaaten k\u00f6nnen sich damit an allen kooperativen Aktivit\u00e4ten und \u00dcbungen des B\u00fcndnisses beteiligen. Die Allianz kann nun ein tiefergreifendes Engagement mit Staaten in allen Teilen der Welt suchen, die einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit leisten k\u00f6nnten. Vertrauensbildende Ma\u00dfnahmen, st\u00e4rkere Transparenz, Informationsaustausch, und eine vertiefte praktische Zusammenarbeit mit den betreffenden Staaten werden m\u00f6glich. Dies f\u00fchrt einerseits zum Ausbau des politischen Dialogs hinsichtlich gemeinsamer Sicherheitsinteressen und andererseits zu praktischer Hilfe beim Ausbau der milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten der Partner, einschlie\u00dflich deren Interoperabilit\u00e4t mit der <strong>NATO<\/strong>.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5974\" aria-describedby=\"caption-attachment-5974\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5974\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/image1170x530cropped-Uruguay-300x136.jpg\" alt=\"Friedenstruppen aus Uruguay sch\u00fctzen ein Dorf in der Demokratischen Republik Kongo\" width=\"300\" height=\"136\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/image1170x530cropped-Uruguay-300x136.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2020\/12\/image1170x530cropped-Uruguay.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5974\" class=\"wp-caption-text\">Friedenstruppen aus Uruguay sch\u00fctzen ein Dorf in der Demokratischen Republik Kongo. (Bild: UN)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein Ziel des Partnerschaftsprogramms ist der Ausbau der operativen Zusammenarbeit, einschlie\u00dflich der Einbindung einzelner Partnerl\u00e4nder in <strong>NATO<\/strong>-\u00dcbungen und -Eins\u00e4tze. Nach Angaben des <strong>NATO<\/strong>-Hauptquartiers vereinbaren die beteiligten Staaten mit dem B\u00fcndnis ein individuell konzipiertes Kooperationsprogramm und w\u00e4hlen die Aufgabenbereiche, auf denen sie aktiv mit der <strong>NATO<\/strong> \u2013 zum gegenseitigen Nutzen \u2013 zusammen arbeiten m\u00f6chten. Die meisten globalen Partnerstaaten tragen aktiv zu <strong>NATO<\/strong>-gef\u00fchrten Operationen bei. In der Regel sind sie den <strong>NATO<\/strong>-Mitgliedern hinsichtlich der operativen Einbindung gleichgestellt; dies erstreckt sich auch auf die Einbindung von Verbindungsoffizieren in den entsprechenden Planungsst\u00e4ben im <strong>NATO<\/strong>-Hauptquartier. Allerdings kann sich die Zusammenarbeit mit den einzelnen globalen Partnern auch auf politische Zusammenarbeit beschr\u00e4nken. Es besteht weder eine Beistandsverpflichtung seitens der <strong>NATO<\/strong> noch eine Verpflichtung zur Teilnahme an milit\u00e4rischen Operationen seitens der Partner.<\/p>\n<h3>Vorreiter Kolumbien<\/h3>\n<figure id=\"attachment_5982\" aria-describedby=\"caption-attachment-5982\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5982\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Infante_de_Marina_de_Colombia-300x200.jpg\" alt=\"Flusskampfeinsatz im Kolumbien\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Infante_de_Marina_de_Colombia-300x200.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Infante_de_Marina_de_Colombia.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5982\" class=\"wp-caption-text\">Flusskampfeinsatz im Kolumbien. (Bild: US Navy)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bislang genie\u00dfen neun Staaten weltweit den Status eines <strong>NATO<\/strong> Global Partners. Der bisher einzige lateinamerikanische Staat in dieser Runde ist Kolumbien. Die Aufnahme des Landes in den Club der globalen Partner wurde 2017, nach vierj\u00e4hrigen Verhandlungen, vereinbart. Der damalige <strong>kolumbianische<\/strong> Staatspr\u00e4sident Juan Santos Calderon betonte die Vorteile der \u201eAkkreditierung\u201c in Br\u00fcssel. Er stellte eine Kooperation in den Bereichen maritime Sicherheit, Cybersicherheit sowie bei der Bek\u00e4mpfung von Terrorismus und des internationalen Verbrechens in Aussicht. Der neue Status w\u00fcrde den internationalen Stellenwert und Einfluss steigern, erkl\u00e4rte Santos Ende Mai 2018 anl\u00e4sslich seines Besuchs im <strong>NATO<\/strong>-Hauptquartier.<br \/>\nKolumbien zieht bereits praktische Vorteile aus der Partnerschaft. Gemeinsame \u00dcbungen und Ausbildungsma\u00dfnahmen f\u00f6rdern die Interoperabilit\u00e4t mit dem B\u00fcndnis und bewirken eine Steigerung der Einsatzf\u00e4higkeit der <strong>kolumbianischen<\/strong> <strong>Streitkr\u00e4fte<\/strong>. <strong>Kolumbianische<\/strong> Offiziere besuchen Lehrg\u00e4nge der <strong>NATO<\/strong>-Schule in Oberammergau sowie das <strong>NATO<\/strong> Defense College in Rom. Bereits seit 2013 ist das kolumbianische Verteidigungsministerium am Building Integrity Program des B\u00fcndnisses beteiligt, um die Einbindung demokratischer Normen wie politische Verantwortlichkeit und Transparenz zu festigen.<br \/>\nAndererseits profitiert das B\u00fcndnis von der langj\u00e4hrigen operativen Erfahrung Kolumbiens in den Bereichen Minenr\u00e4umung, Bek\u00e4mpfung von improvisierten Sprengs\u00e4tzen sowie Bek\u00e4mpfung von Insurgenten und paramilit\u00e4rischen Drogenkartellen im Dschungel und auf See. Gegenw\u00e4rtig arbeiten beide Seiten noch aus, wie Kolumbien seine spezifischen Erfahrungen und F\u00e4higkeiten am besten zur Unterst\u00fctzung des B\u00fcndnisses einsetzen kann. Als erster Schritt wurde im M\u00e4rz 2019 das internationale Minenr\u00e4umzentrum Kolumbiens (Columbian International Demining Center, CIDES) in das Netzwerk der <strong>NATO<\/strong>-Ausbildungsst\u00e4tten integriert; <strong>NATO<\/strong>-Personal erh\u00e4lt hierdurch Zugang zu den CIDES-Ausbildungsprogrammen. Im gleichen Jahr wurde in Bogota ein Fortgeschrittenenseminar eingerichtet, um die Erfahrungen der <strong>kolumbianischen<\/strong> <strong>Streitkr\u00e4fte<\/strong> bei der Bek\u00e4mpfung der Piraterie und des maritimen Drogenschmuggels an die Partner zu vermitteln. Die \u00dcbertragbarkeit dieser operativen Erfahrungen auf die Terrorbek\u00e4mpfung ist Bestandteil des Kurses.<br \/>\nWeitere gemeinsame Ans\u00e4tze, die verfolgt werden, sind die St\u00e4rkung der maritimen Interoperabilit\u00e4t und des Informationsaustauschs zwischen den <strong>Seestreitkr\u00e4ften<\/strong> Kolumbiens und der <strong>NATO<\/strong>-Staaten, sowie gemeinsame Ans\u00e4tze f\u00fcr den Schutz der Zivilbev\u00f6lkerung (insbesondere Frauen und Kinder) im Rahmen von Friedenseins\u00e4tzen.<\/p>\n<h3><strong>NATO<\/strong> 2030<\/h3>\n<figure id=\"attachment_5983\" aria-describedby=\"caption-attachment-5983\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5983\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/LPR-40-COtecmar-Armada-Colombia-300x200.jpg\" alt=\"Flusskampfboot vom Typ LPR-40\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/LPR-40-COtecmar-Armada-Colombia-300x200.jpg 300w, \/wp-content\/uploads\/2020\/12\/LPR-40-COtecmar-Armada-Colombia.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5983\" class=\"wp-caption-text\">Flusskampfboot vom Typ LPR-40. (Bild: Cotecmar)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>NATO<\/strong>-Generalsekret\u00e4r Jens Stoltenberg stellt grunds\u00e4tzlich auch weiteren lateinamerikanischen Staaten die Anerkennung als Partner in Aussicht. \u201eEs ist durchaus m\u00f6glich, auch weitere Partner aus Lateinamerika zu haben, [aber] der Wunsch m\u00fcsste ausdr\u00fccklich von dem lateinamerikanischen Land vorgetragen werden [und] ausf\u00fchrlich durch die 29 Mitgliedsstaaten untereinander diskutiert werden\u201c, erkl\u00e4rte Stoltenberg im April 2019. Eine Aufnahme dieser Staaten als vollwertige <strong>NATO<\/strong>-Mitglieder bleibt allerdings bereits aufgrund der geografischen Einschr\u00e4nkungen des <strong>NATO<\/strong>-Abkommens weiterhin ausgeschlossen, erkl\u00e4rte Stoltenberg, nachdem US-Pr\u00e4sident Donald Trump eine <strong>NATO<\/strong>-Mitgliedschaft Brasiliens vorgeschlagen hatte.<br \/>\nAuch vor kurzem wiederholte der Generalsekret\u00e4r die Bereitschaft des B\u00fcndnisses, weitere globale Partner zu suchen, allerdings ohne Lateinamerika ausdr\u00fccklich zu erw\u00e4hnen. Am 8. Juni stellte Stoltenberg die Initiative <strong>NATO<\/strong> 2030 vor. Die Initiative soll die sicherheitspolitischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der n\u00e4chsten Jahre analysieren und Schlussfolgerungen f\u00fcr die Interessen des Westens ziehen. Die Anpassung an die neuen Realit\u00e4ten, die sowohl wirtschaftliche wie milit\u00e4rische Bedrohungen wie auch Pandemien und Klimawandel einschlie\u00dfen, erfordert unter anderem auch einen breiter gef\u00e4cherten globalen Ansatz, erkl\u00e4rte Stoltenberg. Dieser globale Ansatz soll nicht in der geographischen Erweiterung der milit\u00e4rischen Pr\u00e4senz des B\u00fcndnisses m\u00fcnden, mahnte der Generalsekret\u00e4r. Im Vordergrund liegt vielmehr die Erkenntnis, dass die nationalen Interessen und Sorgen der Nationen miteinander verkn\u00fcpft sind. \u201eWenn wir Richtung 2030 schauen, m\u00fcssen wir noch enger mit gleichgesinnten L\u00e4ndern [zusammenarbeiten], um die globalen Regeln und Institutionen zu sch\u00fctzen, die jahrzehntelang unsere Sicherheit gew\u00e4hrleisteten, um [zeitgerechte] Normen und Verhaltensregeln zu entwickeln und letztendlich f\u00fcr eine auf Freiheit und Demokratie beruhende Welt einzutreten\u201c, erkl\u00e4rte Stoltenberg.<\/p>\n<p>Autor: Sidney E. Dean<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Friedenseins\u00e4tze der lateinamerikanischen Streitkr\u00e4fte Dreizehn lateinamerikanische Staaten beteiligen sich an internationalen Friedenseins\u00e4tzen, humanit\u00e4ren Eins\u00e4tzen oder multinationalen Eins\u00e4tzen zur Sicherung der Meere. H\u00e4ufige Einsatzorte sind Afrika und der Mittlere Osten. 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