Namhae - südkoreanische Minensucher-Neubau der Yangyang-Klasse. Foto: ROK Navy

Namhae - südkoreanische Minensucher-Neubau der Yangyang-Klasse. Foto: ROK Navy

Neubauten der Marine in Südkorea

Neue Minensucher für Südkorea

Mitte November wurde in Busan auf dem Minensucher NAMHAE als erstem von dreien des zweiten Loses der YANGYANG-Klasse Gösch und Seekriegsflagge gehisst. Die Indienststellung der letzten Einheit des ersten Loses dieser Klasse liegt allerdings schon fünfzehn Jahre zurück. Zwar wurden jetzt identische Rümpfe für das zweite Los gebaut, dafür hat sich aber die Sensoren- und Effektorensuite deutlich weiterentwickelt und entspricht nun dem neuesten Stand. Die Stapelläufe der beiden weiteren Boote HONGSEONG und GOSEONG vor 16 bzw. 11 Monaten lassen eine Indienststellung im kommenden Jahr erwarten. Ab Februar soll Namhae allerdings schon zu ersten Einsätzen auslaufen.

Geringer Bestand an MCM-Mitteln

Außer den drei älteren Minensuchern der YANGYANG-Klasse (900 Tonnen) verfügt Südkorea bei einer 70.000 Mann/Frau starken Marine lediglich über weitere sechs durchschnittlich 30 Jahre alte Minensucher der kleineren SWALLOW-Klasse (500 Tonnen), ähnlich der italienischen LERICI-Klasse. Als Wirtschaftsmacht in exponierter Halbinsel-Lage ist das allerdings nicht übermäßig viel Minenabwehrfähigkeit.

Korean Attack Submarine Program

Deutlich besser sieht es im Korean Attack Submarine Program mit dem dreistufigen Ausbau der südkoreanischen U-Bootflottille von 1994 bis 2029 aus. Die erste Serie von neun Booten des deutschen Typs 209/1200 CHANG BOGO aus den 90er Jahren befindet sich bereits in der Midlife Conversion. Die ebenfalls neun Boote des deutschen Typs 214 der zweiten Serie, genannt KSS-2 (2.000 Tonnen-Klasse) mit Außenluft unabhängigem Antrieb, sind seit drei Jahren alle in Dienst gestellt. Die letzte Serie von neun Booten KSS-3, einer eigenen Weiterentwicklung mit über 3.000 Tonnen und 84 Metern Länge, ist mit sechs Vertikalstart-Silos in Doppelreihe hinter dem Turmaufbau auch für die Aufnahme/Abschuss von SLBM (Submarine Launched Ballistic Missiles) ausgelegt.

Dosan Ahn Changho, erstes Boot der KSS-3 SLBM-fähigen U-Boote Südkoreas. Foto: DSME

Dosan Ahn Changho, erstes Boot der KSS-3 SLBM-fähigen U-Boote Südkoreas. Foto: DSME

KSS-3, erstes Los

Auch diese Serie wird in drei Losen gebaut wie die vorherigen Serien. Das erste Boot des ersten Loses KSS-3 als Typboot beim Stapellauf auf den Namen DOSAN AHN CHANGBO (damit auch Klassen-Bezeichnung) getauft, wurde nach den Seeerprobungen Mitte August 2021 in Dienst gestellt. Kurz darauf ging im September das dritte Boot mit Namen SHIN CHAEHO zu Wasser, während das zweite Boot derzeit seine Funktionsnachweise durchläuft.

Stapellauf/Rollout des dritten Bootes der südkoreanischen U-Boot-Klasse KSS-3, Shin Chaeho. Foto: Hyundai

Stapellauf/Rollout des dritten Bootes der südkoreanischen U-Boot-Klasse KSS-3, Shin Chaeho. Foto: Hyundai

KSS-3, zweites Los

Das zweite Los von zwei Booten, KSS-3 batch II, wurde nach einer Bewertung des ersten nordkoreanischen SLBM-Starts Anfang 2016 einem „design review“ unterworfen und prompt um sechs Meter verlängert, um vier weitere SLBM-Startsilos aufnehmen zu können. LEE BONG CHANG, die erste Einheit dieser nunmehr 4.000 Tonnen großen Klasse mit zehn Vertikal-Startsilos, befindet sich noch im Bau. Die zweite Einheit des Loses II wurde im September auf Kiel gelegt, soll planmäßig 2026 vom Stapel laufen und zwei Jahre später in Dienst gestellt werden.

KSS-3, drittes Los

Da das Los III der KSS-3 weitere vier Einheiten umfassen soll, darf man vermuten, dass erstens weitere Anpassungen erfolgen und zweitens die Zeitlinie bis 2029 überschritten werden wird. Aber das sollte man wohl einem derartig konsequenten, breitbandigen und ambitionierten Submarine Program vom konventionellen Boot über den AIP bis hin zur SLBM-Fähigkeit nun wirklich nicht als Manko anrechnen.

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