Die japanische Reederei Mitsui O.S.K. Lines (MOL) berichtet über die erste erfolgreiche Testfahrt mit dem umweltfreundlichen Zusatzantrieb „Hard Sail“ auf seinem Bulk-Carrier „Shofu Maru“ mit 100.000 Tonnen Zuladungsgewicht (dwt). Das 235 Meter lange Schiff hat auf seiner Jungfernfahrt von Japan nach Australien zum Bunkern von Kohle und zurück zum Inselstaat das fest vor den Ladeluken installierte etwa 52 Meter hohe, in vier 15-Meter-Bahnen ausfahrbare Segel aus faserverstärktem Kunststoff zur Unterstützung der konventionellen Antriebsanlage genutzt.

Wind Challenger

Aufbauend auf einem universitären Forschungsprojekt wurde das Konzept für den sogenannten Wind Challenger seit über einem Jahrzehnt entwickelt. Heute ist es ein automatisiertes Betriebssystem, das die Windbedingungen umfassend erkennt und die Segelflächen für eine optimale Leistungsnutzung positioniert und trimmt.

Neue Antriebe: Massengutfrachter mit „Hard Sail“ unterwegs
Shofu Maru mit eingezogenem Windchallenger (Hard Sail). Foto: MOL/9.net

Shofu Maru mit eingezogenem Windchallenger (Hard Sail). Foto: MOL/9.net

Wer hat's gemacht?

MOL hat in Zusammenarbeit mit der Oshima-Werft das Projekt geleitet und testet nun das Segel, um seine Leistung unter normalen Betriebsbedingungen zu bestimmen. Man ging davon aus, dass es bei seiner Nutzung auf der Transpazifik-Segelroute zwischen Japan und Australien eine Energieeinsparung von fünf Prozent – bei starken Windbedingungen sogar acht Prozent – erzielen könnte.

Neuer Begriff: Segelbetriebsrate

Trotz kleinerer „Kinderkrankheiten“ der Anlage konnte die „Segelbetriebsrate“ auf der Hinfahrt bei etwa 70 Prozent auf einem hohen Niveau gehalten werden. Nach dem Beladen mit Kohle verließ die „Shofu Maru“ am 25. Oktober Newcastle in Australien und war mit einer Geschwindigkeit von etwa 11 Knoten unterwegs. MOL gab bekannt, dass das Schiff „jetzt reibungslos zum Entladeterminal eines Kunden segelt“ und in Japan am 14. November eintreffen und damit seine Jungfernfahrt abschließen wird.

Und dann fängt das Rechnen erst richtig an! Aber wie schon Werner sagte: „Besser is' das!“

Quelle: Maritime Executive

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