Leak Stop Gun 150 Image: LSG GmbH

Leak Stop Gun 150 Image: LSG GmbH

Rhede - Leak defence technology that saves time

Bei einem Wassereinbruch an Bord entscheidet oft der Zeitfaktor über den weiteren Verlauf eines Schadens. Gelangt Wasser ungehindert in einen Betriebsraum an Bord, können Sekunden darüber bestimmen, ob eine Leckage beherrschbar bleibt oder eskaliert. Vor diesem Hintergrund hat ein Erfinder aus dem Münsterland ein System entwickelt, das die klassische Leckabwehr ergänzt und in Teilen neu definiert: die patentierte Leak Stop Gun (LSG).

Über Jahrzehnte hinweg stützte sich die maritime Schadensabwehr auf bewährte Mittel wie Leckstopfen, Holzkeile, Balken, Leckpatschen, Textilien oder Lecksegel. Diese Verfahren sind erprobt, stoßen jedoch bei unregelmäßigen Leckformen, hohem Durchfluss oder begrenztem Personaleinsatz an ihre Grenzen. Die Leak Stop Gun verfolgt hier einen anderen Ansatz.

Erfinder Wenning mit patentierter LSG. Bild: LSG GmbH
Erfinder Wenning mit patentierter LSG. Bild: LSG GmbH

Die Entstehungsgeschichte der Leak Stop Gun folgt dem klassischen Prinzip, dass Not erfinderisch macht. Ausgangspunkt war ein Tankleck in einem landwirtschaftlichen Betrieb, bei dem große Mengen Gülle unkontrolliert austraten. Mangels geeigneter Sofortmaßnahmen konnten die herbeigerufenen Feuerwehr-Einsatzkräfte den Ausfluss jedoch nicht stoppen. Dipl.-Ing. Agrar (FH) Bernd-Josef Wenning entwickelte daraufhin ein mobiles Leckabdichtungssystem, das heute unter anderem bei Feuerwehren, im Katastrophenschutz und bei der Deutschen Marine eingesetzt wird.

Kernkomponente der Leak Stop Gun ist ein säure- und laugenbeständiger, aufblasbarer Spezialballon aus synthetischem Kautschuk mit Gewebemantel. Im Gegensatz zu starren Dichtmitteln passt sich dieser formschlüssig an unregelmäßige oder scharfkantige Leckgeometrien an. Der Ballon wird als Dichtkörper in die Öffnung eingebracht und innerhalb weniger Sekunden aufgeblasen. Der entstehende Innendruck dichtet die Öffnung selbst bei starkem Mediumfluss oder äußerem Wasserdruck zuverlässig ab.

Tasche mit kompletter LSG 150. Bild: LSG GmbH
Tasche mit kompletter LSG 150. Bild: LSG GmbH

In der praktischen Anwendung fungiert die LSG als autarkes Erste-Hilfe-System der Schadensabwehr. Sie kann von einer einzelnen Person bedient werden und reduziert damit den Personalbedarf in der kritischen Anfangsphase eines Schadensereignisses. Jeder Marineangehörige, der seine ersten Brand- und Leckabwehrübungen etwa auf der Ausbildungsfregatte EX-KÖLN im Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine (EAZS M) in Neustadt in Holstein absolviert hat, kennt das beklemmende Gefühl, wenn Wasser ungehindert und unter Druck in das Schiff eindringt. In solchen Momenten sind Ruhe, Koordination des Teams und Zeit die entscheidenden Faktoren. Die Leak Stop Gun kann genau diese Zeit verschaffen, um ein Leck rasch abzudichten, die Lage zu stabilisieren und weiterführende, nachhaltige Reparaturen kontrolliert einzuleiten.

Video zum Testeinsatz auf EX-KÖLN: 

Neben der Schifffahrt findet die Leak Stop Gun auch in der Chemie-, Stahl- und Ölindustrie, in Biogasanlagen, im Rohrleitungsbau sowie bei Unterwasserarbeiten Anwendung. Unterschiedliche Systemvarianten und optionale Erweiterungen erlauben den Einsatz auch bei schwer zugänglichen oder unter Wasser liegenden Leckstellen.

Die Leak Stop Gun ist weit mehr als ein reines Notfallwerkzeug. Sie stellt ein vielseitiges Instrument zur schnellen Erstabdichtung von Flüssigkeitslecks dar, einschließlich aggressiver Medien wie Säuren oder Laugen. Durch die schnellen Einsatzmöglichkeiten der LSG lassen sich Umweltschäden begrenzen, Personaleinsatz und Unfallrisiken von Einsatzkräften und Besatzungen reduzieren und wertvolle Zeit für weiterführende Maßnahmen gewinnen.

Die Leak Stop Gun positioniert sich damit als zukunftsweisende Lösung für maritime, industrielle und behördliche Anwendungen.

 

kdk

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