Heckansicht der MV Arne auf ihrer Weiterfahrt Foto: Michael Nitz

Heckansicht der MV Arne auf ihrer Weiterfahrt Foto: Michael Nitz

Arne und der Anker

Neuer Verdacht der Sabotage an kritischer Infrastruktur in der Ostsee:

Es scheint zu einem Dauerthema zu werden, dass Handelsschiffe in der Ostsee plötzlich den Verlust von Anker samt Ankerkette beklagen. So vermeintlich geschehen am 20. Februar 2025, als der aus St.Petersburg kommende Frachter MV "Arne" die schwedischen Inseln Gotland und Öland westgehend passierte.

Das Heck der MV Arne mit dem Heimathafen St. John’s – das Schiff wurde nach der Kontrolle in Kiel weitergeleitet.Foto: Michael Nitz

Das Heck der MV Arne mit dem Heimathafen St. John’s
Photo: Michael Nitz

Nahaufnahme der ManipulationsstelleFoto: Michael Nitz

Nahaufnahme der Manipulationsstelle
Photo: Michael Nitz

Auffällig ist der Umstand, dass das 27 Jahre alte Handelsschiff, das unter der Flagge von Antigua Barbuda fährt, am 19. Februar 2025 St.Petersburg mit üblicher Fahrt von ca. 12,5 Knoten verlässt und auf Höhe der Insel Gotland sukzessive immer langsamer wird. Ab dort werden von AIS-Tracking-Apps eine stundenlange Langsamfahrt registriert, in der nur noch eine Fahrtgeschwindigkeit von 7,8 Knoten zwischen den schwedischen Inseln Gotland und Öland dokumentiert wird. Dieses verdächtige Fahrtprofil hat schwedische, dänische und deutsche Sicherheitsbehörden dazu veranlasst, eine Begleitoperation des Frachters durchzuführen. MV Arne gehört zu jenen Handelsschiffen, die der Region der am Freitag entdeckten Kabelschäden nahe der schwedischen Insel Gotland waren. Die Bundespolizei See stellte hierfür das Einsatzschiff FGS Bamberg ab, das zwischen Höhe Sassnitz bis Gedser das 134,5 Meter lange Schiff begleitete. Ab dort übernahm das Einsatzschiff FGS Neustadt die Eskorte bis in die Kieler Innenförde. Dort wurde die MV Arne von der Bundespolizei gestoppt. Seitens der dänischen Streitkräfte war der Heimwehrkutter HDMS Luna (MHV 810) an der Eskorte beteiligt, der den Frachter bis kurz vor der Kieler Bucht begleitete. Auf der Reede Kiel-Holtenau wurden an Bord der MV Arne laut eines Sprechers der Bundespolizei See grenzpolizeiliche Maßnahmen (grenzpolizeiliche Einreisekontrolle) durchgeführt. Zu den Abläufen sowie den daraus resultierenden Maßnahmen gibt die Bundespolizei aus einsatztaktischen Gründen keine Auskünfte. Das Bundespolizei-Schiff hat auf der Begleitfahrt der MV Arne kurz nach Passieren des Kieler Leuchtturmes sein NAVIS - RHIB auf Backbordseite zu Wasser gelassen, das sodann mit hoher Fahrt in den Marinestützpunkt Kiel-Wik verlegt hat. Es scheint gesammelte Beweise dort übergeben zu haben.

Dazu verlieb die MV Arne nahezu drei Stunden auf der Holtenauer Reede, bevor der Frachter um 13:30 Uhr in die Schleusenanlage des NOK in Kiel-Holtenau einlief. Auf dem Weg zu dem nächsten Hafen, der im AIS mit Sevilla (Spanien) angegeben wird, zeigte MV Arne heute Nacht gegen 02:00 Uhr, dass ihr Antrieb durchaus leistungsfähig ist, als es mit 15,1 Knoten und ordentlich Heckwelle Cuxhaven passierte.

Der Frachter MV Arne auf SeeFoto: Michael Nitz

Der Frachter MV Arne auf See
Photo: Michael Nitz

Text / Fotos: Michael Nitz Naval Press Service

 

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