Der US Coast Guard kauft Eisbrecher in Finnland
Bei all dem Wirbel um Grönland und die vermeintlich sicherheitspolitischen Absichten des amtierenden Präsidenten der USA ist allen aufgefallen, dass sich bis auf eine gut ausgebaute Luftraumüberwachung in der Arktis eine substantielle Präsenz amerikanischer Kräfte nicht finden lässt.

Erste Warnrufe gab es anlässlich einer „Forschungsmission“ der chinesischen Marine mit ihren eistauglichen Plattformen in der Beringstraße zwischen Alaska und Russland. Einheiten der Coast Guard, unter anderem der neuere der beiden einzigen Eisbrecher, „Storis“ (110 Meter, 13.000 Tonnen), und der Fast Response Cutter „Earl Cunningham“ wurden eilends in das Seegebiet im westlichen Alaska verlegt. Obwohl es in den USA seit zehn Jahren ein Programm für den Bau von drei großen Eisbrechern (Polar Security Cutter, 140 Meter, 23.000 Tonnen) gibt, hat man sich damit schwer getan, denn mit dem Zulauf der ersten Einheit ist nicht vor 2027 zu rechnen.
Dem Gebot zeitnaher Verfügbarkeit folgend, hat die Coast Guard auf präsidentielle Anordnung bei den finnischen Eisbrecher-Spezialisten Helsinki Shipyard nach vielfach bewährtem Design zwei erste Eisbrecher in Auftrag gegeben mit Ablieferungsdatum in 2028. Mit Technologietransfer und angelernten Kräften sollen drei weitere Arctic Security Cutter (ASC) bei der Tochter des kanadischen Schiffbauers Davie Defense in Galveston/Texas gebaut werden. Insgesamt besteht ein Bedarf von elf Einheiten. Bis dahin ist man bei Eisgang eben auf eine gute Kooperation mit kanadisch-europäischen Marinen angewiesen.
