Royal Wagenborg mit Sitz in Delfzijl an der Ems bietet internationale maritime Logistikdienstleistungen an und betreibt rund 160 eigene und verwaltete Stückgutfrachter.
Ende August 2026 beauftragte das Unternehmen den spezialisierten Schiffsausrüster De Boer Marine aus Urk in der Provinz Flevoland mit der flottenweiten Einführung von Konnektivität, Informationstechnik und Maßnahmen zur Cybersicherheit. Ziel ist es, die digitale Widerstandsfähigkeit der weltweit eingesetzten Flotte zu stärken.
De Boer Marine soll dazu in einem mehrjährigen Programm schrittweise ein integriertes Paket aus IT- und Netzwerkinfrastruktur, Navigations- und Kommunikationsausrüstung, Konnektivität, System-Upgrades, Installationen und Maßnahmen zur Cybersicherheit an Bord einführen. Als zentrales Kontroll- und Überwachungswerkzeug für Satellitenkommunikation und Datenverbindungen kommt LinQontrol zum Einsatz, eine von De Boer Marine entwickelte Hard- und Softwareplattform für Seeschiffe. Für die Konnektivität werden Starlink, OneWeb und Ku-Band-VSAT (Very Small Aperture Terminal) kombiniert. Ergänzend sind Iridium Certus und der Mobilfunkstandard 5G vorgesehen. Damit soll die sichere Kommunikation der Besatzung der weltweit eingesetzten Wagenborg-Schiffe unterstützt werden.
Bei der zunehmenden Vernetzung von Schiffen sind Digitalisierung und Cybersicherheit zwei Seiten der gleichen Medaille. Digitale Resilienz ist Bestandteil der Flotteninfrastruktur und somit Teil des täglichen Schiffsbetriebs und darf nicht länger als technische Einzelfunktion betrachtet werden. Für die maritime Industrie bedeutet dies, Kommunikation, Navigation, IT-Betrieb und Schutz vor Cyberangriffen von Anfang als integrale Aufgabe zu planen und zu betreiben und zur Unternehmensstrategie zu erheben. Insofern könnte das für Wagenborg aufgelegte integrierte Programm Ansatzpunkte für vergleichbare Anwendungen auch in der militärischen Schifffahrt liefern.
kdk, SWZ Maritime

