Foto: Taufe der CMA CGM NOTRE-DAME. CMA CGM

Foto: Taufe der CMA CGM NOTRE-DAME. CMA CGM

Alternative Antriebe – Neubauten prägen den Containerverkehr

Mit der Indienststellung neuer Großcontainerschiffe modernisieren die Reedereien CMA CGM aus Frankreich,

Orient Overseas Container Line (OOCL) aus China und Ocean Network Express (ONE) aus Singapur ihre Flotten. Die Neubauten verbinden hohe Transportkapazitäten und alternative Antriebe mit digitalen Assistenzsystemen und einer gesteigerten Energieeffizienz.

Foto: OOCL „Wisdom“ - erstes Bebunkern mit grünem Methanol. OOCL
Foto: OOCL „Wisdom“ - erstes Bebunkern mit grünem Methanol. OOCL

CMA CGM taufte am 2. Juli im französischen Le Havre die CMA CGM NOTRE DAME, die dort ihre Jungfernreise aus Asien beendet hatte. Mit einer Kapazität von 24.212 TEU gehört der 399 Meter lange Neubau zur Megamax-Klasse und gilt als derzeit größtes LNG-betriebenes Containerschiff. Das Typschiff einer Serie von zehn Einheiten verfügt über KI-gestützte Systeme zur Routenoptimierung in Echtzeit, digitale Navigationslösungen sowie weitere Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz und Umweltbilanz.

Die zehn Neubauten sollen innerhalb von zwei Jahren 135 zusätzliche französische Seeleute beschäftigen. Bis 2028 will CMA CGM die unter französischer Flagge fahrende Flotte von 30 auf 40 Schiffe erweitern. Weltweit betreibt die Reederei mehr als 700 Schiffe und transportierte im vergangenen Jahr über 24 Millionen TEU. Die CMA CGM NOTRE DAME wird im Liniendienst zwischen Asien und Europa eingesetzt und läuft unter anderem Häfen in China, Singapur, Rotterdam, Hamburg und Tanger Med an.

Foto: Containerschiff der singapurischen Schifffahrtslinie ONE. ONE
Foto: Containerschiff der singapurischen Schifffahrtslinie ONE. ONE

Im chinesischen Hafen Qingdao wurde die OOCL WISDOM am 3. Juli vor ihrer Jungfernreise erstmals mit grünem Methanol betankt. Mit einer Stellplatzkapazität von 21.168 TEU gilt sie als derzeit größtes methanolfähiges Dual-Fuel-Containerschiff. Bei der Erstbetankung übernahm das Schiff rund 1.500 Tonnen Methanol sowie etwa 3.000 TEU Ladung. Die Einheit mit einer Verdrängung von 225.000 Tonnen ist das erste von sieben baugleichen Schiffen für den Verkehr zwischen Asien und Nordeuropa.

Auch Ocean Network Express erweitert seine Flotte um eine neue Generation großer Containerschiffe. Nach der Ende März abgelieferten ONE SIMPLICITY hat inzwischen das Schwesterschiff ONE SOLIDARITY den Liniendienst aufgenommen. Die von Imabari Shipbuilding gebauten, 336 Meter langen Schiffe verdrängen mehr als 160.200 Tonnen und bieten über 20.000 TEU Stellplatzkapazität. Bereits bei der Konstruktion wurden sie für eine spätere Umrüstung auf Methanol- oder Ammoniakantrieb sowie für die Nachrüstung von CO₂-Abscheidungssystemen vorbereitet.

Foto: Marokkanischer Hafen TANGER MED. TANGER MED/CC BY-SA 4.0
Foto: Marokkanischer Hafen TANGER MED. TANGER MED/CC BY-SA 4.0

Ein optimierter Rumpf, ein hydrodynamisch ausgelegtes Ruder mit verdrehter Vorderkante (Twisted Rudder), reibungsarme Unterwasserbeschichtungen, Energiesparsysteme und eine Windschutzverkleidung am Bug sollen den Energieverbrauch senken. Hinzu kommen ein hybrides Abgasreinigungssystem, eine Abgasrückführungsanlage und eine Ballastwasserbehandlungsanlage. Die ONE SOLIDARITY wurde auf der Mediterranean Pacific South Route in Dienst gestellt.

Die jüngsten Ablieferungen zeigen, dass sich der Wettbewerb im Containerverkehr zunehmend auf alternative Antriebe, digitale Betriebsoptimierung und höhere Energieeffizienz konzentriert. LNG und Methanol dominieren derzeit die Neubauprogramme, während die Schiffe zugleich für künftige Kraftstoffe wie Ammoniak und weitere Technologien zur Emissionsminderung vorbereitet werden. Ob sich diese Antriebe langfristig etablieren oder lediglich eine Übergangslösung darstellen, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

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