Mitte Juli unterzeichneten in Rom der portugiesische Premier Luís Montenegro und seine italienische Amtskollegin Giorgia Meloni eine politische Rahmenvereinbarung zum umfangreichsten Rüstungsvorhaben der Marinha Portuguesa: Für knapp 4 Milliarden Euro sollen drei Fregatten der FREMM Evolution von Fincantieri beschafft werden.
Der vertragliche Abschluss läuft über die in Bonn beheimatete Rüstungsagentur OCCAR (Organisation Conjointe de Coopération en Matière d’Armement), der Portugal im März 2026 als elfter Mitgliedstaat beigetreten ist.
Danach folgt der technische Beschaffungsvertrag mit dem Hauptauftragnehmer Orizzonte Sistemi Navali. Ermöglicht wird die Investition durch das im Mai 2025 von der EU beschlossene Finanzierungsinstrument SAFE (Security Action for Europe), aus dessen Töpfen Portugal auf ein Kreditvolumen von 5,8 Milliarden Euro zurückgreifen kann, das in Teilen diesem Fregattenprojekt zugute kommt. Der Entscheidung ging ein intensiver Bieterwettstreit mit der französischen Naval Group und ihrer FDI (Frégate de Défense et d'Intervention) sowie der spanischen Navantia mit ihrer F110-Klasse voraus.
Fincantieri konnte sich wegen der zügigen Verfügbarkeit und der von Rom angebotenen industriellen Gegengeschäfte durchsetzen: Nicht unwesentlicher Bestandteil des Deals ist eine technische Wiederbelebung der angeschlagenen Staatswerft Arsenal do Alfeite (Almada/Lissabon), die für Fincantieri die logistische Unterstützung der Fregatten während ihrer gesamten Lebensdauer übernehmen soll.



