Vietnamesische Fregatte Tran Hung Dao. Foto: Michael Nitz

Vietnamesische Fregatte Tran Hung Dao. Foto: Michael Nitz

Südchinesisches Meer – Vietnam und Philippinen nähern sich an

Es mag in der Geschichte des Südchinesischen Meeres nur ein Krümel sein, aber er sollte nicht übersehen werden: Ende Juli lief die vietnamesische Fregatte „Tran Hung Dao“ (Russisches Exportmuster Gepard, 102 Meter, 2200 Tonnen) zum Besuch der Philippinen in Manila ein.

Dabei sollten erste Ansätze für ein gemeinsames Austauschprogramm von Schiffsbesatzungen beschlossen werden, um ein gegenseitiges Annähern unter den Anrainern des umstrittenen Seegebietes einzuleiten und den Dialog über die damit verbundenen strategischen und operativen Fragen aufzunehmen. Unabhängig vom Spruch des Ständigen Schiedshofes in Den Haag vom 12. Juli 2016 beanspruchen beide Staaten sich überschneidende Gebiete der South China Sea (SCS) – Gebiete, in denen China bereits durch Inselbau und militärische Befestigung harte Fakten geschaffen haben will. Pikantes Detail: Vor dem Einlaufen in Manila war der Verband zu Besuch im chinesischen Guangzhou (100 Kilometer landeinwärts von Hong Kong).

Mit China streitet sich Vietnam bekanntlich um die Hoheit über den Paracel-Archipel (China: Xisha; Vietnam: Hoàng Sa), eine von China verwaltete Gruppe bestehend aus rund 130 Inseln und Korallenriffen etwa 250 Kilometer von beiden Küsten entfernt. Dort hatte China weitgehend unbemerkt im ersten Halbjahr unter gigantischem Aufwand ein ganzes Atoll – das Antelope Reef – zu einer befestigten Hafen- und Flugplatzanlage umgebaut, während die ganze Welt gespannt auf die Ereignisse im Persischen Golf schaute.

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