Strait of Hormuz Naval Shipping Administration German Navy

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Iran conflict and the critical maritime situation - update

Die Lage im Persischen Golf bleibt hochdynamisch. 129 Schiffe mit deutschem Bezug sind betroffen, davon 54 Schiffe im Persischen Golf

Die Lagebewertung der Deutschen Marine - Marineschifffahrtleitung - wird aus dem aktuellen und von Profis erstellten Lagebild abgeleitet. Als Beratung und Warnung zugleich

Nach den intensiven Schlagabtauschen der Vorwochen trat am 08.04.2026 eine zwischen den USA und dem Iran vereinbarte, zunächst zweiwöchige Waffenruhe in Kraft. Diese Übereinkunft hat zu einer vorübergehenden Einstellung der direkten Luftschläge zwischen US-Streitkräften und iranischen Einheiten geführt. Dennoch bleibt die Region hochgradig volatil, da Israel seine Operationen gegen die Hisbollah im Libanon fortsetzt und der Iran für diesen Fall mit einer Aufkündigung
der Feuerpause droht.
In den Anrainerstaaten Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten kam es trotz der Waffenruhe weiterhin zu vereinzelten Angriffen durch ballistische Raketen und Drohnen auf kritische Infrastrukturen wie Entsalzungsanlagen und Energiezentren. Der Iran nutzt die Kontrolle über die Straße von Hormus weiterhin als primäres Druckmittel und erhebt für
die Passage durch seine Hoheitsgewässer hohe Gebühren. Schiffe mit Bezug zu den USA oder Israel werden von iranischer Seite weiterhin als feindlich eingestuft, weshalb von Absprachen zur Durchfahrt dringend abgeraten wird. Zudem warnt IRN über VHF Ch. 16 alle Schiffe vor der nicht autorisierten Durchfahrt. AIS und GPS wird vor allem um die Straße von Hormus stark gestört, dennoch haben die Störungen sich im Berichtszeitraum reduziert. Für die Einfahrt in den Hafen Mina al Fahal wird auf Grund dieser GPS-Störungen eine Dopplerlog vorgeschrieben.

Die maritime Lage hat sich durch die Etablierung eines festen Transitkorridors nördlich der Insel Larak konsolidiert.

Die aktuellen Schiffsbewegungen deuten klar darauf hin, dass diese als Island Gate bekannte Route ausschließlich aus der Sicht IRN nun das primäre Nadelöhr für den Verkehr im Persischen Golf darstellt. Ein Transit findet dort ausschließlich unter iranischer Kontrolle statt und bleibt derzeit Schiffen vorbehalten, die entweder einen direkten Link zum Iran aufweisen oder die geforderte „Passage Fee“ von rund 2 Millionen US-Dollar entrichten. Flankiert wird diese Praxis durch die politische Forderung Teherans, den Ölhandel künftig in chinesischen Yuan abzuwickeln, um die Straße von Hormus langfristig wieder vollständig freizugeben.

Gleichzeitig bleibt das regionale Sicherheitsumfeld restriktiv: Bahrain hält an seinem nächtlichen Verkehrsverbot für Schiffe zwischen 18:00 Uhr und 04:00 Uhr fest. Koordinierte internationale Eskort-Operationen stehen weiterhin nicht zur Verfügung. Verschiedene Nationen arbeiten im Hintergrund an Schutzoptionen für eine stabilisierte Lage in der Region.

Infrastructure
Die Lage der kritischen Infrastruktur im Persischen Golf ist seit dem 02.04.2026 durch gezielte Angriffe auf Energie- und Wasserversorgungssysteme sowie strategische Exportterminals gekennzeichnet. Am 04.04.2026 meldeten Reuters und Iraqi News, dass Drohnenangriffe fünf Öl-Standorte im Südirak trafen, darunter Lagerhallen westlich von Basra und das von BP betriebene North Rumaila-Feld. Diese Anlagen sind essenziell für die Versorgung der Terminals am Hafen Al-Faw. Diese Angriffe zielen darauf ab, alternative Exportrouten zur blockierten Straße von Hormus bereits im Keim zu unterbinden oder wirtschaftlich unattraktiv zu machen. Trotz der am 08.04.2026 vereinbarten Waffenruhe bleibt der Zustand vieler Anlagen prekär.

Warning

Weiterhin wird davon ausgegangen, dass der Iran noch ausreichend Raketen und Drohnen, vor allem für Angriffe im Persischen Golf besitzt. Die Gefahr für Schiffe bleibt bestehen.
Die HUTHI im Jemen haben die Wiederaufnahme der Angriffe gegen die Schifffahrt angekündigt, aber noch nicht umgesetzt. Diese bestätigen dennoch, dass Angriffe im Roten Meer wieder aufgenommen werden können, sobald die Huthi diese als nötig ansehen. Eine Passage der Meerenge bleibt ohne iranische Zustimmung und die Entrichtung hoher Gebühren faktisch unmöglich. Das Gefährdungspotenzial für den Persischen Golf und Anschlussregionen ist weiterhin in der Gesamtbetrachtung als kritisch einzustufen.  

Mit Dank an Marinekommando Dezernat Marineschifffahrtleitung / Lagebewertung vom 10.04.2026

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