Im Rahmen der Maritime Convention des Deutschen Maritimen Instituts in Berlin wurde der Jahresbericht "Maritime Abhängigkeiten Deutschlands" 2025 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Der Bericht ist seit Jahren das Standardwerk für maritim Tätige, sich mit Daten und Fakten zu versorgen. Er wird durch das Dezernat Marineschifffahrtleitung in Hamburg erarbeitet und bündelt Analysen sowie vor allem Zahlen und Fakten zu maritimer Sicherheit, Seehandel, deutschen Seehäfen, globalem Schiffbau und Handelsflotte.
Die Bedeutung solcher Daten für Deutschland, beschrieb der Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Axel Deertz, in seiner Ansprache vor rund 100 internationalen maritimen Experten in der Landesvertretung Schleswig-Holsteins in Berlin: "6.500 nautische Meilen, drei Wochen Seefahrt für ein Frachtschiff - so groß ist die Distanz zwischen der Straße von Hormus und dem Hamburger Hafen. Dennoch treffen uns die Auswirkungen der Angriffe auf diese Lebensader des Welthandels im weit entfernten Deutschland hart und unmittelbar."

Traditionell übergab Vizeadmiral Deertz den Bericht an den Präsidenten des Deutschen Maritimen Instituts, Konteradmiral Karsten Schneider. Der Bericht greift erstmals über seinen Berichtszeitraum hinaus auch Entwicklungen des laufenden Jahres auf. Die Expertenbeiträge ordnen außerdem den strategischen Wettbewerb der Großmächte in der Arktis ein und zeigen, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen, der russischen Schattenflotte entgegenzutreten. Für die Bundesrepublik als rohstoffarmes und zugleich stark exportorientiertes Land ist die Abhängigkeit von verlässlichen und sicheren Seewegen besonders groß. Auch Verteidigungsfähigkeit und Abschreckung setzen voraus, dass Nachschub, Energie und Güter verlässlich über See ankommen. Die globale Handelsflotte ist damit eine strategische Ressource für die Versorgung Europas, gerade in Krisen- und Konfliktzeiten. Der Bericht betrachtet grundsätzlich das jeweils abgeschlossene Vorjahr. Seine Quellen - von internationalen Organisationen über Fachinstitute bis zu Hafengesellschaften - legen ihre Jahresdaten erst nach und nach im Laufe des Folgejahres vor. Deshalb erscheint der Bericht für 2025 erst im Herbst 2026. Entwicklungen des laufenden Jahres greift seit dieser Ausgabe das Kapitel "Aktuelles" auf.
Rostock / Berlin, den 03.11.2026
Text: hsc / PIZ
Foto: PIZ / hsc


