Foto: Eine PSNV-Fachberaterin kümmert sich um Betroffene bei einer Übung des Havariekommandos. Quelle: Havariekommando

Foto: Eine PSNV-Fachberaterin kümmert sich um Betroffene bei einer Übung des Havariekommandos. Quelle: Havariekommando

Notfallversorgung auf See bei Extremsituationen an Bord

Das Havariekommando organisiert psychosoziale Notfallversorgung auf See

Wenn es auf See zu schweren Notfällen kommt, geht es nicht nur um die  medizinische Versorgung von Verletzten oder die technische Bewältigung der Lage. Für Betroffene und Einsatzkräfte können solche Einsätze auch psychisch sehr belastend sein. Deshalb gehört die psychosoziale Unterstützung inzwischen fest zur Notfallbewältigung auf See. Dafür gibt es seit 2011 die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) beim Havariekommando. Im Einsatzfall organisiert und koordiniert das Havariekommando die notwendigen Maßnahmen. Sie reichen von der psychosozialen Akutbetreuung Betroffener über die Begleitung belasteter Einsatzkräfte bis hin zur Unterstützung von Schiffsbesatzungen und weiteren Beteiligten.

Geleistet wird diese Arbeit von Fachberaterinnen und Fachberatern der Deutschen Seemannsmission, der Nordkirche, des Evangelischen Militärdekanats Nord, des Kirchlichen Dienstes in Polizei und Zoll sowie der katholischen Seemannsmission Stella Maris. Diese Organisationen begleiten Seeleute auch im Alltag. Bei großen und komplexen Schadenslagen auf See wird die psychosoziale Notfallversorgung besonders anspruchsvoll. Damit Hilfe schnell und bedarfsgerecht organisiert werden kann, müssen zahlreiche Maßnahmen und Akteure eng aufeinander abgestimmt werden. Voraussetzung dafür sind verlässliche Kommunikationswege und ausreichend qualifizierte Fachkräfte.

Wie das in der Praxis funktioniert, wurde kürzlich bei einer Großübung des Havariekommandos auf einem Kreuzfahrtschiff trainiert. Das Szenario ging von zahlreichen Verletzten aus, die zugleich ein potenziell traumatisches Ereignis erlebt hatten. Einsatzkräfte der psychosozialen Notfallvorsorge betreuten Betroffene sowohl an Bord als auch am Passagierterminal. Im Mittelpunkt standen die Zusammenarbeit der Fachkräfte, die Kommunikation zwischen den Einsatzabschnitten und die Abstimmung der Maßnahmen in einer dynamischen Lage. Mit neun beteiligten PSNV-Spezialistinnen und -Spezialisten war es die bislang größte PSNV-Übung des Havariekommandos. Insgesamt waren rund 50 Einsatzkräfte beteiligt.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun dazu beitragen, Abläufe weiterzuentwickeln und die organisationsübergreifende Zusammenarbeit im psychosozialen Krisenmanagement zu stärken.

Text/Foto: Havariekommando E-Mail: [email protected]

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