Foto: HMS Stirling Castle, RFA Lyme Bay beim Transfer in Gibraltar. Royal Navy/Crown Copyright

Foto: HMS Stirling Castle, RFA Lyme Bay beim Transfer in Gibraltar. Royal Navy/Crown Copyright

Straße von Hormus – Royal Navy will Minenräum-Operation führen

London bereitet sich geräuschvoll auf einen Minenabwehr-Einsatz in der Straße von Hormus vor, denn Großbritannien will die Bemühungen anführen, die eine internationale Einsatzgruppe für ein Räumen des Schifffahrtsweges bilden sollen. Mit von der Partie sind Frankreich, aber auch Deutschland und die USA – neben bis zu 40 weiteren Akteuren.

Foto: RNMB Ariadne. Thales UK
Foto: RNMB Ariadne. Thales UK

Aber es ist kein gestandener Minenabwehrverband in Form eines traditionellen Geschwaders von Minenjägern – die „HMS Middleton" als letztes MJ-Boot der bisher ständigen britischen Präsenz im Persischen Golf wurde Anfang 2026 zur Instandsetzung zurückgerufen – es ist ein Mix aus zunächst ungeeigneten und daher nachzurüstenden Dickschiffen (RFA Lyme Bay, HMS Stirling Castle), getesteten, aber noch nicht scharf erprobten autonomen Plattformen (RNMBs „Ariadne“, „Halcyon“) und Dutzende militärischer Spezialkräfte, die vom FOST nachgeschult und in Bereitschaft gehalten oder vorausstationiert werden.

Das Dock-Landungsschiff „RFA Lyme Bay“ (177 Meter, 16 200 Tonnen) – meist humanitäre Einsätze gewohnt – wurde im Hafen von Gibraltar vorausstationiert, um dort notwendige Anpassungen an die neue Aufgabe durchführen zu lassen. Außerdem wechselte es vom „Blue Ensign“ der Unterstützungs-Flotte zum „White Ensign“ der Kriegsschiffe seiner Majestät.

Foto: RNMB Halcyon. Atlas Elektronik
Foto: RNMB Halcyon. Atlas Elektronik

Ebenso der bislang noch nicht umgebaute Plattformversorger „HMS Stirling Castle“ (M 01, 97 Meter, 6 000 Tonnen), der Mitte Mai als Großbritanniens zukünftiges „minehunting mothership“ dort eintraf, um neueste Minenabwehr-Ausrüstung und autonome Plattformen an „RFA Lyme Bay“ abzugeben.

Neben ein paar Containern und einer Handvoll neuester RHIBs waren REMUS und KRAKEN SAS als Sensor-Roboter sowie die USVs RNMB (Royal Navy Motor Boat) „Ariadne“ und „Halcyon“ Teil des Pakets. „RFA Lyme Bay“ erhielt einen als Kontrollzentrum für die multinationale Operation eingerüsteten Führungs-Container und soll nach Übernahme der RNMBs weiter Richtung Nahost verlegen. Dort soll es erst dann zum Einsatz kommen, wenn bei gesichert stabiler Lage nach einem tatsächlichen Waffenstillstand eine Entscheidung aus London dazu vorliegt. Die Admiralität will mit dem Einsatz in omanischen Gewässern poaradoxerweise „absolut“ sicherstellen, dass keine Minen mehr vorhanden sind. Auf diese Weise sollen die Versicherer rückversichert werden, ihre Fracht- und Schiffs-Versicherungsraten auf Vorkriegsniveau reduzieren, damit der weltweite Handelsverkehr sich wieder normalisieren kann. Allen Erfahrungen nach ist das zunächst optimistischer „Pressesprech“, denn vorsichtiger Realismus bessert nicht die Lage, solange man nicht tatsächlich Minen sprengen kann.

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