INS „Drakon“: Israels neues U-Boot vor der Auslieferung

Deutschland und Israel verbindet seit Jahrzehnten eine enge Rüstungskooperation im U-Boot-Bau. Seit 1999 erhält die israelische Marine in Deutschland gebaute Einheiten der Dolphin-Klasse. Das sechste Boot dieser Linie, die INS „Drakon“, wird bei ThyssenKrupp Marine Systems in Kiel erprobt und gilt wegen seines vergrößerten Turmbereichs als technisch besonders auffällige Weiterentwicklung.
Die ersten drei U-Boote wurden zwischen 1999 und 2000 in Israel in Dienst gestellt. Später folgten weitere Boote der Dolphin-II-Klasse mit außenluftunabhängigem Brennstoffzellenantrieb. Für die INS „Drakon“ wird ein Auftragswert von mehreren Hundert Millionen Euro genannt; Deutschland beteiligt sich seit Jahren anteilig an den Beschaffungskosten. Im Januar 2022 vereinbarten beide Staaten zudem den Bau von drei weiteren U-Booten der neuen Dakar-Klasse. Der Vertrag umfasst neben den Booten auch einen Simulator, Ersatzteile und logistische Unterstützung.
Im April 2026 waren die mutmaßlichen VLS-Startschächte im Turmbereich während Erprobungsfahrten im Skagerrak zeitweise mit einer blauen Lkw-Plane vor Blicken von außen geschützt. Anfang Mai wurde diese Abdeckung offenbar durch schwarze, unregelmäßig angebrachte Folienstreifen ersetzt, die den sensiblen Bereich weiterhin verdecken sollten. Die Erprobungen fanden überwiegend im Skagerrak statt, wo nach Beobachtungen vor allem Tieftauchabschnitte durchgeführt wurden. Zuletzt wurde die INS „Drakon“ auch in der Kieler Bucht und in der Eckernförder Bucht getestet. Ein weiterer wichtiger Test erfolgte am 15. Juni 2026: Vor dem TKMS-Werftgelände absolvierte das U-Boot in der Dockkuhle ein rund siebenstündiges statisches Tauchen. Die Auslieferung und Indienststellung bei der israelischen Marine wird weiterhin für den Sommer 2026 erwartet.
Text: hsc Fotos: Michael Nitz
