Solange eine Passage des Bosporus durch die Türkei im Rahmen der Vereinbarung von Montreux untersagt ist, fahren die beiden der Ukraine überlassenen Minenjäger „Grimsby“ und „Shoreham“ der britischen Hunt-Klasse (52 Meter, 600 Tonnen) auch weiterhin in westeuropäischen Gewässern.
Sie wurden im Jahr 2023 mit ukrainischen Besatzungen, nationalen Insignien und den neuen Namen „Tschernihiw“ und „Tscherkassy“ im südenglischen Portsmouth wieder indienstgestellt. Unter der mittlerweile dreijährigen Ausbildungsaufsicht der Royal Navy sind Besatzungen und Führung der 1. Minenabwehr-Division der Ukraine soweit fortgeschritten, dass sie sich während der NATO-Übung Sea Breeze 2026 für die Planung und Ausführung von Minenjagd-Operationen im NATO-Rahmen und nach NATO-Standards haben zertifizieren können.

Die Division besteht derzeit aus Divisionsstab, Minentauchergruppe und fünf Booten: Zu den beiden Minenjägern der ehemaligen Hunt-Klasse sind vor einem Jahr zwei Boote der Alkmaar/Flower-Klasse (Tripartite Minenjäger, 52 Meter, 550 Tonnen) aus den Niederlanden (ex-„Vlaardingen“, jetzt „Mariupol“) und Belgien (ex-„Narcis“, jetzt „Melitopol“) beigesteuert worden – eine dritte Tripartite, die niederländische ex-„Makkum“, wurde im Juni mit dem Namen „Henitschesk“ unter ukrainischer Seeflagge im Beisein des ukrainischen Marinebefehlhabers Oleksii Neizhpapa feierlich wieder indienstgestellt.
Diese Boote wurden vor der Übergabe modernisiert durch das Integrierte Minenabwehrsystem von Atlas Elektronik und dem Thales Rumpfsonar 2022MKIII, der SeaFox Minenidentifikations- und Vernichtungsdrohne sowie der Double Eagle SAROV Sonar-Drohne von Saab. Solange dieser Verband nicht die eigenen Gewässer des Schwarzen Meeres nach Minen und sonstigen Artefakten absuchen kann, verbleibt er unter den Fittichen der Royal Navy. Auch die Beteiligung an einer NATO-Minenabwehr-Operation in der Straße von Hormus wird nicht ausgeschlossen. Alle Boote sind benannt nach russisch besetzten Städten der Ukraine.



