Die U.S. Navy schafft für ausgewählte Spitzendienstgrade die regelmäßigen Leistungs- und Beurteilungsberichte ab. Wie aus einer am 3. Juni veröffentlichten Mitteilung hervorgeht, entfällt die jährliche Berichtspflicht mit sofortiger Wirkung für Master Chiefs (E-9), Chief Warrant Officers 5 (CWO5) sowie Limited Duty Officers im Dienstgrad Captain (O-6).

Zur Begründung verweist die US Navy darauf, dass Angehörige dieser Dienstgradgruppen ihre überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit über Jahre hinweg nachgewiesen hätten. Die vorhandenen Personalakten seien ausreichend aussagekräftig, sodass auf eine jährliche Regelbeurteilung verzichtet werden könne. Ziel der Maßnahme sei es, den administrativen Aufwand für die militärische Führung zu verringern.
Unverändert bleiben die Meldepflichten für Personal in Detachments, etwa selbstständigen Kommandos oder Task Forces. Zudem können Vorgesetzte weiterhin Sonderbeurteilungen beziehungsweise FITREPs erstellen, um außergewöhnliche Leistungen oder Fehlverhalten zu dokumentieren.

Die Umsetzung der Neuregelung koordiniert das Bureau of Naval Personnel. Die Kommandobehörden wurden angewiesen, ihre Verfahren entsprechend anzupassen. Die Entscheidung unterstreicht das Vertrauen der U.S. Navy in die Leistungsbilanz ihrer ranghöchsten Spezialisten und Führungskräfte und soll zugleich personelle Ressourcen für operative Aufgaben freisetzen.
Auch die Bundeswehr kennt Ausnahmen von der alle zwei Jahre vorgesehenen Regelbeurteilung: In den letzten fünf Jahren vor der Zurruhesetzung erhalten Berufssoldatinnen und Berufssoldaten grundsätzlich keine planmäßige Beurteilung mehr.
kdk, Military Times
