Foto: 10 Crew VII 76 50 Jahre Bild 1 Crewfoto mit Begleitungen, Marineschule Mürwick

Foto: 10 Crew VII 76 50 Jahre Bild 1 Crewfoto mit Begleitungen, Marineschule Mürwick

50 Jahre Crew VII/76

50 Jahre Kameradschaft: Die Crew VII/76 feierte ihr Jubiläum mit über 100 Teilnehmern in Flensburg. Ein Besuch der Marineschule Mürwik durfte dabei nicht fehlen.

Seit 1993 trifft sich die Crew VII/76 jährlich an wechselnden Orten, bestimmt durch die jeweiligen Organisatoren. Für die diesjährige Jubiläumsfeier stand fest, dass sie in Flensburg unter zwingender Einbeziehung unserer maritimen Alma Mater, der Marineschule Mürwik, stattfinden muss. So beschlossen, richteten Klaus d’Aubert und Peter Kuhn als Ortsansässige den Höhepunkt unserer Aktivitäten vom 12. – 16. August mit einem 5-tägigen, abwechslungsreichen und reichhaltigen Programm in Flensburg aus. 57 ehemalige Offiziere und ihre Begleitungen, mithin zeitweise 102 Personen, folgten dem Ruf an die Förde. Neben einem harten Kern der jährlichen Teilnehmer ließen es sich auch eine Reihe seltenerer Gäste nicht nehmen, dieses besondere Ereignis zu feiern. Hervorragende Unterstützung erhielten wir durch das Wetter, das mit tagsüber mehr als 30 Grad zu lauen Abenden im Freien einlud.

Bei dem üblichen Einlaufbier am Mittwochabend wurden das vergangene Jahr und sämtliche Neuigkeiten in der Lobby des Hotels Alte Post in immer wieder wechselnden Gruppen ausführlich besprochen. In diesem Hotel war auch das Gros der Teilnehmer eingecheckt.

Der Donnerstag stand zunächst im Zeichen von Stadtbesichtigungen in mehreren Führungen. Schnell wurde festgestellt, dass Flensburg seit 1976 einen gewaltigen Wandel durchgemacht hat. Eindrucksvolle Informationen zur Geschichte und Fortentwicklungen über die Altstadt, den historischen Hafen, die Kaufmannshöfe, die Rum- und Zuckergeschichte sowie das Kapitänsviertel lieferten die Stadtführer in kurzweiliger Manier.

Am späten Nachmittag präsentierte Michael Setzer unser Jubiläums-Crewbuch. Unter seiner Leitung entstand ein über 230 Seiten starkes Kompendium gesammelter Erfahrungen und Erinnerungen von circa 40 Crewmitgliedern. Anschließend genossen wir eine private witzigcharmante Comedy-Aufführung der Broschmann & Finke Theater Company im ehemaligen Soldatenheim in Flensburg-Weiche, heute Eventlocation „C.ulturgut“.

Foto: Salondampfer ALEXANDRA. Sammlung B.-P. Rahner
Foto: Salondampfer ALEXANDRA. Sammlung B.-P. Rahner

Am Freitagvormittag folgte ein Erinnerungs-Highlight mit der Fahrt per Marinebarkasse vom Innenhafen zur MSM. Im anschließenden Vortrag zeigte der Kommandeur, Flottillenadmiral Grimm, eindrucksvoll die moderne Offizierausbildung auf, die vor allem die Fähigkeit zum Führen im Gefecht und den Mindset der „Kriegstüchtigkeit“ zum Ziel hat. Diese Kernpunkte werden den OAs eindrücklich und unmissverständlich als wichtige Anteile ihres Berufsbildes nahegebracht. Unterstützt wird die maritime Prägung durch zwei Bordpraktika, bevor das Studium nunmehr erst nach zwei Jahren und oft fern der Küste beginnt. Große Herausforderungen bleiben für die Marineführung nach wie vor die begrenzte Verfügbarkeit von seegehenden Einheiten sowie die Nachwuchsgewinnung in Folge des politisch avisierten Aufwuches auf Crewstärken von bis zu 500 OAs in 2030. Im Anschluss trug die Leiterin des Wehrgeschichtlichen Ausbildungszentrums zur Neugestaltung der Aula vor. Deren innere Ausrichtung entspricht den ursprünglichen Gegebenheiten vor 1923 und symbolisiert somit eine Abkehr vom späteren Revanchismus.

Foto: Ausbildungsmast Gorch Fock. Sammlung B.-P. Rahner
Foto: Ausbildungsmast Gorch Fock. Sammlung B.-P. Rahner

Nach anschließendem Rundgang durch die „Burg“, vorbei am Ausbildungsmast, mit Blick in eine der neuesten Einzel-Wohnstuben sowie typischem Mittagessen in Form der Truppenverpflegung ging es zum obligatorischen Crewfoto auf der Remtertreppe. Der Abend wurde durch eine Ausfahrt mit dem Salondampfer alexandra abgerundet. Bei „Ententeich“, einem herrlichen Sonnenuntergang und einem exzellenten Smørrebrød-Buffet wurden in entspannter Atmosphäre wiederum ausgiebige Gespräche geführt.

Am Samstagvormittag folgte der zweite Teil der Stadtbesichtigungen, zusätzlich noch mit eindrucksvoller Präsentation in der Robbe & Berking Yachtwerft, deren Geschichte auf dem Kauf einer damaligen 12KR-Yacht der MSM aufbaute. Nach Abschluss der Restaurierung hatte das Knowhow über Aufbereitung einen Standard erreicht, der die Gründung einer Werft für den Erhalt und Wiederaufbau von Classic Yachten zur Folge hatte. Seitdem ist das Unternehmen „Robbe & Berking“ neben der traditionellen Silbermanufaktur eine anerkannt erste Adresse für den Erhalt traditioneller Yachten geworden. Für einen Verein unvermeidlich schloss sich am Nachmittag die Crewversammlung an, die unter anderem mit Wien das Reiseziel für 2027 unter der Leitung von Matthias Friese festlegte. Als weiterer kulinarischer Höhepunkt erwies sich das Sommerfest der Crew in Form eines Grillfestivals des „Culinary Team Let’s Go Magic“ unter der fachlichen Leitung von Hans Hoffmann im Offizierheim des ehemaligen Marinestützpunkts. Es zauberte ein reichhaltiges und breit gefächertes Buffet, das keine Wünsche offenließ.

Nach dem gemeinsamen Frühstück im Hotel Alte Post am Sonntagmorgen ging schließlich ein hervorragend organisiertes und durchgeführtes Crewtreffen zu Ende, das seinem Jubiläumscharakter nach 50 Jahren vollends die Ehre erwiesen hatte.

Fazit: BRAVO ZULU!

Bernd-Peter Rahner

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