Putins "Graceful" mit Eskorte Foto: Frank Behling

Putins "Graceful" mit Eskorte Foto: Frank Behling

Jagd auf Putins Yachten – maritime Nebenkriegsschauplätze im Ukraine Krieg

Mit Ausbruch des Ukraine-Krieges stieg die Verzweiflung der Oligarchen: Wohin mit den teuren Schätzen?

The 115 metre long superyacht Luna is said to belong to businessman Farkhad Akhmedov, photo: Michaela VeersLuxusschiffe flohen 2022 zu fernen Orten, an denen die Wahrscheinlichkeit, dass Sanktionen wirksam werden, geringer war. Die 325-Millionen-Dollar-Megayacht "Amadea" des Milliardärs Suleiman Kerimov zum Beispiel wurde auf Fidschi festgesetzt, als sie nach Wladiwostok flüchten wollte. Der russische Aluminium-Milliardär Oleg Deripaska verbrachte seine Yacht "Clio", ein 65-Millionen-Dollar-Juwel, nach Istanbul. Die „Nord“ – ein schwimmender Palast im Wert von 500 Millionen Dollar mit zwei Hubschrauberlandeplätzen, einem Kino und 20 Luxuskabinen – ist im Besitz des sanktionierten russischen Stahlmilliardärs Alexey Mordashov. Die Yacht floh nach Wladiwostok. Die Mega-Jacht "Dilbar" des russischen Oligarchen Alischer Usmanow wurde im März 2022 im Hamburger Hafen festgesetzt. Nach Jahren der Jagd, Beschlagnahmung und des Versteckens war es ruhig um die Spielzeuge von Putins willfährigen Geldmagnaten geworden.

Nun hat der Autokrat selbst offenbar Angst um seine 82 Meter lange Superyacht "Graceful".

Photo: Russian submarine destroyer "Severomorsk" of the Udaloy class. Michael Nitz
Photo: Russian submarine destroyer "Severomorsk" of the Udaloy class. Michael Nitz

Sie wurde am 7. Februar 2022 überstürzt aus dem Hamburger Hafen abgeholt. Das Schiff lag seit September 2021 bei der Werft Blohm+Voss für umfangreiche Umbauten und verließ Deutschland aus Angst vor drohenden Sanktionen kurz vor Kriegsbeginn in der Ukraine. Die Jacht fuhr durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Kaliningrad. Von dort machte sie sich nun in den vergangenen Tagen mit bereits seit 2022 ausgeschaltetem AIS auf den Weg. Eskortiert durch russische Kriegsschiffe, dem Sicherungsschiff „Voevoda“ und dem durch seine Präsenz in der Ostsee inzwischen sattsam bekannten russischen Zerstörer „Severomorsk“ der Udaloy-Klasse. Man hat eindeutig Angst vor Drohnen, denn die Yacht ist mit Netzen bewehrt. Dass die Ukrainer die Ostsee erreichen können, ist inzwischen Tatsache. Auch wenn es nur eine Yacht ist: Der Krieg ist in der Ostsee angekommen.

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