MS&D Magazine 2026: Europas maritime Fähigkeiten unter Zeitdruck

Das englischsprachige Special zur Maritime Security & Defence (MS&D) Conference 2026 untersucht, wie schnell Europa seine maritimen Fähigkeiten an veränderte Bedrohungen anpassen kann. Auf 68 Seiten geht es unter anderem um hybride Flotten, unbemannte Systeme, kritische Unterwasserinfrastruktur und die Abhängigkeit von wichtigen Rohstoffen. Die vom Mittler Report Verlag veröffentlichte Ausgabe steht kostenfrei als PDF zur Verfügung.

Der Krieg in der Ukraine, hybride Angriffe auf kritische Unterwasserinfrastruktur im Nordatlantik und in der Ostsee sowie die Zunahme von GPS-Störungen haben das maritime Sicherheitsumfeld verändert. Der maritime Raum ist zu einem multidimensionalen Gefechtsfeld geworden. Die Handlungsfähigkeit Europas in Krise und Konflikt lässt sich deshalb nicht allein an der Zahl verfügbarer Schiffe messen.

Vor diesem Hintergrund stellt Chefredakteur Hans-Uwe Mergener im Editorial des MS&D Magazine 2026 eine zentrale Frage: Kann Europa seine maritime Kampfkraft schnell genug regenerieren und an neue Anforderungen anpassen?

Beiträge und Themen der Ausgabe

Das 68-seitige Special versammelt Beiträge von Militärs, Analysten und Vertretern der Industrie:

  • Transformation unter Zeitdruck: Vizeadmiral Axel Deertz, Befehlshaber der Flotte und Stellvertreter des Inspekteurs der Marine, analysiert strategische Entwicklungen von unbemannten Systemen bis zu weitreichenden Präzisionswaffen. Sein Fazit: „I prefer leading a transformation under pressure rather than managing an adaptation under fire.“
  • Der Faktor Zeit: Dr. Jeremy Stöhs beschreibt die Geschwindigkeit als eine der wesentlichen Fähigkeitslücken Europas. Zwischen der strategischen Dringlichkeit und der tatsächlichen Dauer von Beschaffung, Instandsetzung und Munitionsaufbau bestehe weiterhin eine erhebliche Lücke.
  • Hybride Flotten und unbemannte Systeme: Sidney E. Dean und H. I. Sutton befassen sich mit der Verbindung bemannter Überwasserschiffe und unbemannter Systeme wie USV und UUV. Jens Balle, Robert Hendriks und Klemens Ehret von TKMS und ATLAS ELEKTRONIK untersuchen, wie ein skalierbarer und kosteneffizienter Gürtel zur U-Boot-Abwehr im Nordatlantik aufgebaut werden könnte.
  • Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen: Kapitän zur See d. R. Hans-Werner Kummerow betrachtet Europas Abhängigkeit bei Rohstoffen wie Seltenen Erden, Gallium und Wolfram. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Folgen chinesische Exportbeschränkungen für den Ausbau europäischer Verteidigungsfähigkeiten haben könnten und welche Bedeutung physische Reserven dabei besitzen.
  • Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur: Dr. Lee Willett stellt NATO-Initiativen zur Erstellung eines umfassenden Lagebildes vom Meeresboden bis in den Weltraum vor. Dazu gehören die „Digital Oceans Vision“ und „Atlantic Bastion“.
  • Internationale Flottenentwicklung: Conrad Waters gibt einen Überblick über wichtige weltweite Rüstungs- und Flottenentwicklungen der vergangenen zwölf Monate. Behandelt werden dabei auch das Ende des deutschen F126-Programms und die geplante Beschaffung der Fregatte F128 auf Grundlage der MEKO A-200 DEU.

The MS&D Magazine 2026 ist in englischer Sprache erschienen und kann kostenfrei heruntergeladen werden.

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