Arc7-LNG-Tanker am russischen LNG-Terminal. Foto: Novatek

Arc7-LNG-Tanker am russischen LNG-Terminal. Foto: Novatek

Russisches LNG – Griechenland bremst EU-Sanktionen

Die EU-Sanktionen gegen Russland sorgten im Juli für einen Konflikt mit Griechenland. Athen verzögerte das 21. Sanktionspaket, weil es Ausnahmen für den Transport russischen Flüssigerdgases (LNG) durch griechische Reedereien forderte.

Im Mittelpunkt stand Dynagas, deren hoch spezialisierte LNG-Tanker für das russische Jamal-LNG-Projekt eingesetzt werden. Nach der Einigung am 23. Juli wurde eine befristete Ausnahmeregelung für bestimmte langfristige Verträge mit Lieferungen in Drittstaaten vereinbart.

Die ursprünglich diskutierten Maßnahmen gingen über das bereits beschlossene EU-Importverbot für russisches LNG hinaus, das ab 1. Januar 2027 greift. Vorgesehen war, EU-Unternehmen den Transport russischen LNG auch dann zu untersagen, wenn die Ladung für Abnehmer außerhalb der EU bestimmt ist.

Dynagas betreibt hoch spezialisierte LNG-Tanker für arktische Gewässer. Dazu gehören Arc7-Eisbrecher-LNG-Tanker mit jeweils rund 172.000 Kubikmetern Ladekapazität, die Eis bis zu 2,1 Meter Dicke durchfahren können. Die Baukosten eines solchen Schiffes liegen bei rund 257 Millionen Euro. Ihre auf den Arktiseinsatz zugeschnittene Konstruktion schränkt die wirtschaftliche Nutzung auf konventionellen Routen stark ein. Griechenland argumentierte deshalb, dass ein Ausschluss vom Jamal-Geschäft die Reederei zum Verkauf der eisfähigen Schiffe an nichtwestliche Käufer zwingen könne. Die nun vereinbarte Ausnahmeregelung erlaubt für bestimmte vor dem 24. Februar 2022 geschlossene Verträge weiterhin die Beförderung russischen LNG in Drittstaaten bis Juli 2027. Dynagas transportierte seit Anfang 2025 nach eigenen Angaben mehr als zehn Millionen Tonnen russisches LNG und absolvierte über 140 Fahrten von Jamal LNG. Das Unternehmen gehört zum Konzern des griechischen Reeders George Prokopiou, zu dem auch Dynacom gehört, das im Rohöltransport tätig ist.

Das im Juli verabschiedete Sanktionspaket umfasst Sanktionen gegen 48 Personen und 170 Organisationen sowie weitere Maßnahmen gegen Russlands Schattenflotte. Die automatische Anpassung der Ölpreisobergrenze wurde bis Juli 2027 ausgesetzt.

Der Streit verdeutlicht den Zielkonflikt der europäischen Sanktionspolitik: Einerseits soll der Transport russischer Energieträger erschwert werden, andererseits können Sanktionen auch hoch spezialisierte europäische Schiffsvermögen treffen. Das griechische Veto führte damit zu einer begrenzten Ausnahme, während der russische LNG-Export in Drittstaaten vorerst teilweise fortgesetzt werden kann; die russischen Einnahmen gehen also weiter.

Anfang 2024 berichtete marineforum zu den russischen arktischen LNG-Projekten:

kdk, gCaptain, Europäische Kommission

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