MS&D während der SMM 2024

MS&D während der SMM 2024

SMM 2026 rückt maritime Sicherheitspolitik erneut in den Mittelpunkt

Auch in diesem Jahr setzt die Hamburger „Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft“ im September ein deutliches sicherheitspolitisches Signal: Zum zweiten Mal in Folge behandelt die SMM maritime Sicherheit als prominent platzierten Bestandteil.

SMM 2024: Vice Admiral Jan C. Kaack, Photo: Elb Bureaux/Iryna
SMM 2024: Vice Admiral Jan C. Kaack, Photo: Elb Bureaux/Iryna

Mit der MS&D – International Conference & Expo on Maritime Security & Defence – entsteht in Hamburg erneut ein Forum, das Marine, Industrie, Politik, Beschaffung, Forschung und Technologieanbieter zusammenführt. Die Messe greift damit eine Entwicklung auf, die sich bereits 2024 abgezeichnet hatte: Maritime Sicherheitspolitik ist aus der auferlegten Nische herausgetreten und versteht sich mehr und mehr als Teil der industriellen und wirtschaftlichen Kernagenda.

Der geopolitische Kontext macht diese Schwerpunktsetzung nachvollziehbar. Der Krieg gegen die Ukraine, hybride Operationen in Nord- und Ostsee, Angriffe auf Unterwasserinfrastruktur, die russische Schattenflotte, Spannungen um Taiwan und die Verwundbarkeit maritimer Nadelöhre wie der Straße von Hormus haben deutlich gemacht, dass Handelswege, Häfen, Unterseekabel, Offshore-Energie, Cyberresilienz und globale Lieferketten strategische Schutzgüter sind.

Sicherheitspolitik trifft Industriepolitik

Sicherheit ist nicht mehr allein eine nachgelagerte Aufgabe von Marinen, sondern Voraussetzung funktionierender Handelsströme, sicherer Infrastruktur und industrieller Souveränität. Was früher vor allem Marinen oder Küstenwachen zugeschrieben wurde, betrifft heute auch Reeder, Hafenbetreiber, Werften, Systemhäuser, Zulieferer, Energieunternehmen, Softwareanbieter und politische Entscheider. Sicherheit wird damit zum Standortfaktor – und zur Voraussetzung verlässlicher maritimer Wertschöpfung.

Die SMM bildet die industrielle Bandbreite ab – von Schiffbau, Zulieferindustrie, Häfen und Digitalisierung bis zu Offshore, Energie, Kommunikation und Automatisierung. Die MS&D ergänzt diese Perspektive um Verteidigung, Schutz und Resilienz. In der Verbindung beider Formate soll sichtbar werden, dass maritime Sicherheitspolitik dauerhaft Teil des SMM-Profils wird. Vor diesem Hintergrund wird der Ansatz, maritime Sicherheitspolitik räumlich und inhaltlich in das Ausstellungsgeschehen zu integrieren, ausgebaut. Die MS&D Expo läuft über den gesamten Messezeitraum vom 1. bis 4. September in Halle B8. Der zweitägige Konferenzanteil eröffnet am 3. September auf der ‚Naval Stage‘.

marineforum at the SMM

Maritime Sicherheit reicht über klassische Marineplanung hinaus. Mit der Verzahnung von Konferenz, Expo und Naval Stage beabsichtigt die SMM 2026, den sicherheitspolitischen Schwerpunkt zu einem industriellen Dialogformat weiterzuentwickeln. Die MS&D bringt Vertreter aus EU-Institutionen, Verteidigungsministerien, Beschaffungsbehörden sowie der zivilen und militärischen maritimen Industrie zusammen.

Wer Handelswege sichern, kritische Infrastruktur schützen und neue Fähigkeiten beschaffen will, braucht Präsenz und Lagebild, braucht Unterwasserkompetenz und Cyberresilienz, und eine Industrie, die technologisch mithalten und skalieren kann. Je stärker die Grenzen zwischen ziviler und militärischer Nutzung verschwimmen, desto mehr werden Dual-Use-Technologien zum Wachstums- und Fähigkeitsfeld der maritimen Wirtschaft. Am zweiten Konferenztag rückt zudem die Beschaffung in den Mittelpunkt – unter anderem mit Vizeadmiral Carsten Stawitzki, Nationaler Rüstungsdirektor Deutschlands. Entscheidend sind verfügbare Fähigkeiten, interoperable Systeme und belastbare industrielle Lieferketten.

Die eigentliche Nachricht ist Kontinuität

Die See ist <wieder> strategischer Raum – militärisch, wirtschaftlich und industriell. Diese Einsicht zieht sich durch die SMM 2026: Maritime Sicherheit ist nicht mehr Randthema, sondern Voraussetzung funktionierender Handelsströme, sicherer Infrastruktur und industrieller Souveränität. Dass die Messe diesem Befund zum zweiten Mal in Folge einen eigenen Rahmen gibt, ist deshalb die eigentliche Nachricht: Kontinuität stellt sich ein, Sicherheitspolitik dauerhaft im industriellen Kontext verankert – zumindest im maritimen Bereich.

Text: hu mergener

Displays

Leave a Reply

Your email address will not be published. Erforderliche Felder sind mit * markiert


The reCAPTCHA verification period has expired. Please reload the page.

en_GBEnglish