Auf dem Alten Markt in Stralsund trat am 8. Oktober die Crew IX/2026 zur öffentlichen Vereidigung an. Mehr als 300 Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter standen vor den historischen Gebäuden der Hansestadt in Reih und Glied. Trotz wiederholter Regenschauer verfolgten zahlreiche Angehörige, Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste aus Politik, Wirtschaft und Streitkräften den Festakt. Immer wieder öffneten sich auf dem Platz die Regenschirme.
Die Crew IX/2026 umfasst insgesamt 336 Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter. Für 222 von ihnen war die öffentliche Vereidigung vorgesehen. Die übrigen 114 hatten ihren Eid nach Angaben der Marine bereits zu einem früheren Zeitpunkt geleistet. Gemeinsam durchlaufen die Angehörigen der Crew ihre Ausbildung an der Marinetechnikschule in Parow.
Neben den deutschen Offizieranwärterinnen und Offizieranwärtern wurden auch Offizieranwärter aus Staaten außerhalb der NATO vereidigt. Diese durchlaufen in die Ausbildung im Rahmen eines Austauschprogramms. Ebenso legten Sanitätsoffizieranwärterinnen und Sanitätsoffizieranwärter sowie Seiteneinsteiger in die Laufbahn der Truppenoffiziere ihren Eid ab.
Die Vereidigung wurde vom Kommandeur der Marinetechnikschule, Kapitän zur See Matthias Braband durchgeführt. In seiner Begrüßungsrede hob er die enge Verbindung und den gegenseitigen Respekt zwischen Stralsund und der Schule hervor. Die öffentliche Zeremonie im Herzen der Stadt bringe zugleich die Anerkennung des Dienstes der Soldatinnen und Soldaten für die Gesellschaft zum Ausdruck.
Die anschließende Ehrenrede hielt Flottillenadmiral Jens Grimm, Kommandeur der Marineschule Mürwik. Er würdigte die Entscheidung der jungen Menschen, Verantwortung zu übernehmen und für ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit einzutreten.
„Ich bin sehr stolz darauf, dass sich die jungen Menschen entschieden haben, durch ihren Eid Teil einer Gemeinschaft zu werden, die beispielgebend für den Willen zum selbstbestimmten Leben in Freiheit steht. Diese Entscheidung unserer Kadetten und Kadettinnen verdient Anerkennung und Respekt. Es ist jetzt an uns, sie auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen mit guter Führung zur Seite zu stehen.“
Grimm verband die Anerkennung für den Nachwuchs damit auch mit einem Auftrag an dessen Vorgesetzte. Die jungen Soldatinnen und Soldaten auf ihrem weiteren Weg zu unterstützen, sei eine Aufgabe guter Führung.
Das Heeresmusikkorps Neubrandenburg unter der Leitung von Frau Hauptmann Holzschuh begleitete das Zeremoniell musikalisch. Beim anschließenden Empfang wurde der Tradition entsprechend die Mutter mit der weitesten Anreise geehrt.
Es ist guter Brauch der Marinetechnikschule Parow die Mutter zu Ehren, die den weitesten Weg auf sich genommen hat, um einer Vereidigung oder dem feierlichen Gelöbnis beizuwohnen. Dies soll den Dank und die Anerkennng zum Ausdruck bringen, Töchter oder Söhne in die Obhut der Ausbilder der Marinetechnikschule geben. Silke M. war aus Taschkent in Usbekistan hat 4.300 km (Luftlinie) auf sich genommen, um bei der Vereidigung ihrer Tochter, Matrose OA Nathalie M., dabei zu sein.
Text & Bild: Daniel Angres



