Foto: Ehemaliges Neubauvorhaben Fregatte F126. Damen Shipyards

Foto: Ehemaliges Neubauvorhaben Fregatte F126. Damen Shipyards

Das Aus für die F126 – zum zweiten Mal Papierflotte versenkt

Zum zweiten Mal wird eine Papierflotte versenkt – Fregatte F126 teilt das Schicksal mit Fregatte F121

Viel hat in der Vergangenheit ja bereits darauf hingedeutet. Jetzt hat Verteidigungsminister Pistorius die Entscheidung getroffen: Die sechs geplanten Fregatten F126 werden nicht gebaut. Die Entscheidung wurde auf Grund der erheblichen Zeitverzögerung des Projektes, der immensen Kostenexplosion und des Realisierungsrisikos getroffen.
Das Projekt F126 startete vor gut zwei Dekaden als Korvette K131 und mutierte im Verlaufe der letzten 15 Jahre erst zu einem Mittleren Überwasserkampfschiff (MÜKE), dann zu einem Mehrzweckkampfschiff für Kriseneinsätze (MKS) und schließlich zu einer Fregatte F126, spezialisiert zur U-Boot-Jagd aber durch den modularen Ansatz zur „eierlegenden Wollmilchsau“.

Alternativ sollen nun bis zu acht Fregatten MEKO-A200-DEU bei TKMS beschafft werden.

Symbolic image of the MEKO A-200 DEU frigate. Graphic: TKMS
Symbolic image of the MEKO A-200 DEU frigate. Graphic: TKMS

Offensichtlich ist hier der erste Stahl bereits geschnitten, um den Liefertermin „Ende 2029“ halten zu können. Diese Entscheidung folgt einem grundsätzlichen Prinzip: MEKO-A 200 ist bezahlbar, betreibbar und bewährt. Bei kolportierten knapp 12 Milliarden Euro für acht Schiffe – statt knapp 20 Milliarden für sechs F126 – hat hier die Vernunft gewonnen. Und der Steuerzahler! Mit knapp 4.000 Tonnen statt 10.000 bei fast identischen Fähigkeiten bleiben die als F128 bezeichneten Fregatten auch in der vorhandenen Stützpunktinfrastruktur betreibbar. Und mit der MEKO-A200-Lösung wird – statt risikobehafteter Neuentwicklung – ein im Export bewährtes Modell beschafft. Ein Gewinn für die Marine.

Verteidigungsminister Pistorius steht ab sofort hier mit einem seiner Vorgänger in einer Reihe: 1970 beendete der damaligen Verteidigungsminister Helmut Schmidt das Drama um die Fregatte F121. Auch dieses Projekt mutierte ab 1960 vom Küstenpatrouillenboot über das „Großes Kampfboot Klasse 130“ (die aktuelle Korvette K130 lässt grüßen!) zur 3.500 Tonnen „NATO-Fregatte 70“, national als „Fregatte F121“ bezeichnet. Die Kosten explodierten. So wurde die Konzeption der Fregatte F121 im Jahre 1970 aufgegeben und die Planungen für Fregatte F122 aufgenommen, die ab Mai 1982 der Marine zulief und die Fregatte F120 ablöste.

Mit F122 bekam die Marine ihre bislang erfolgreichste Fregattenklasse. Das Rüstzeug, an diesen Erfolg anzuknüpfen, lässt die F128 bereits jetzt erkennen.

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