Systemverbund statt Einzellösung
Die niederländische Marine hat ihre Zukunftsvision für den Einsatz unbemannter Systeme vorgestellt. Nach Einschätzung ihres Marinekommandos werden unbemannte Plattformen künftig maßgeblich dazu beitragen, Konflikte abzuschrecken und militärische Operationen erfolgreicher durchzuführen. Bis 2035 soll sich die Marine deshalb zu einem vernetzten Systemverbund entwickeln, in dem bemannte Großplattformen mit unbemannten Luft-, Überwasser-, Unterwasser- und landgestützten Systemen zusammenwirken.
Ein wesentlicher Vorteil unbemannter Systeme liegt aus Sicht der niederländischen Marine darin, Personal aus besonders gefährlichen Einsatzlagen herauszuhalten. Zugleich sollen große Datenmengen schneller verarbeitet und die Lagebilder präziser ausgewertet werden. Zur Umsetzung der Vision wurde die „Taskforce Maritime Uncrewed“ eingerichtet. Dort entwickeln Spezialisten gemeinsam mit Forschungseinrichtungen neue Einsatzkonzepte. Auch die Industrie ist eingebunden und soll technologische Entwicklungen gezielt vorantreiben.
Die Taskforce hat zunächst eine Perspektive für die kommenden zehn Jahre erarbeitet und Ende April dem Befehlshaber der niederländischen Seestreitkräfte vorgelegt. Im Mittelpunkt steht dabei kein einzelnes System, sondern ein vernetzter „System-of-Systems“-Ansatz. Praktisch erprobt werden soll das Konzept im Juni in der Nordsee während der Übung „Maritime Uncrewed Sea Trials“. Dabei sollen unbemannte Systeme in der Luft, auf und unter Wasser erstmals gemeinsam in einem vernetzten Einsatz operieren. Gesteuert wird der Verbund von einer bemannten Plattform aus, mithilfe der Software IDUS („Intelligent Distributed Uncrewed Systems“).
Die Zukunftsvision zeigt, wie sich die Royal Netherlands Navy in ihren sieben Einsatzbereichen weiterentwickeln will, da die schnelle Überführung technologischer Innovationen in die operative Anwendung entscheidend ist, um mit der hohen Entwicklungsgeschwindigkeit moderner Bedrohungen Schritt zu halten.
Das hört sich doch aus der Deutschen Marine heraus gleichlautend an.
kdk, SWZ Maritime
