Foto: SMM 2026. HSC

Foto: SMM 2026. HSC

SMM 2026: Sicherheit bestimmt die maritime Agenda

Arsenio Dominguez, Generalsekretär der IMO eröffnete die SMM 2026 , Foto Schlüter
Arsenio Dominguez, Generalsekretär der IMO eröffnete die SMM 2026. Foto: Schlüter

Die SMM 2026 markiert eine Verschiebung der Prioritäten: Dekarbonisierung bleibt strategisches Ziel, doch Sicherheit und Resilienz rücken in den Mittelpunkt. Trotz Unsicherheiten investiert die Branche weiter und fordert mehr Tempo bei Innovation und Umsetzung.

Vier Tage lang diskutierte die maritime Industrie auf der SMM 2026 über ihre drängendsten Themen: Sicherheit, resiliente Lieferketten, Energieeffizienz, neue Antriebe, Künstliche Intelligenz und autonome Systeme. Reedereien, Werften, Zulieferer, Technologieunternehmen, Marinen und internationale Organisationen loteten Investitionen, Technologien und Partnerschaften aus.

Sicherheit und Resilienz im Zentrum

Der Bedeutungsgewinn maritimer Sicherheit zeigte sich besonders in der neuen Naval Hall B8. Bei der MS&D Conference & Expo und auf der Naval Stage trafen internationale Marinen, Rüstungsunternehmen, maritime Zulieferer und Anbieter von Dual-Use-Technologien zusammen. Im Fokus: Unbemannte Systeme, Sensorik, Cybersicherheit und der Schutz kritischer Infrastruktur. Die MS&D Conference ging der Frage nach, wie Marinen angesichts der veränderten Sicherheitslage schneller die benötigten Fähigkeiten erlangen können. Hochrangige Marinevertreter diskutierten mit Industrie und Forschung über Technologien, Beschaffung und engere Kooperation. Vizeadmiral Jan Christian Kaack setzte bei seinem letzten öffentlichen Auftritt als Inspekteur der Deutschen Marine einen besonderen Akzent. Er forderte höhere Einsatzbereitschaft, kürzere Beschaffungswege und mehr unbemannte Systeme, bei denen verfügbare, funktionierende Lösungen schneller beschafft und enger mit bemannten Systemen verzahnt werden müssten.

Effizienz wird zum Geschäftsmodell

Azubis von German Naval Yards. Foto: Brugge

Dekarbonisierung und Energieeffizienz bleiben zentrale Aufgaben. Weil Regelwerke und künftige Kraftstoffe weiterhin unsicher sind, richtet sich der Blick auf sofort anwendbare Lösungen, die Verbrauch und Emissionen senken. Im neuen Energy Efficiency Hub zeigten 24 Unternehmen auf 300 Quadratmetern Windantriebe, alternative Antriebstechnologien und Lösungen für bestehende Flotten. Auch der Global Maritime Environmental Congress (gmec) auf der Energy Efficiency Stage zeigte den Handlungsdruck. Vor vollem Saal diskutierte die Branche über den Weg zur klimaneutralen Schifffahrt. Im Mittelpunkt standen die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette und Green Shipping Corridors als möglicher Hebel.

KI erreicht den Betrieb

Bei Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz stand nicht mehr das Potenzial, sondern die Anwendung im Vordergrund: Flottenoptimierung, vorausschauende Wartung, autonome Systeme und KI-gestützte Umfeldwahrnehmung. Der Maritime Future Summit fragte, wo KI im Betrieb Mehrwert schafft – und wo ihre Grenzen liegen. Diskutiert wurden sicherheitskritische Anwendungen, Zertifizierung, Haftung und die Nachvollziehbarkeit KI-basierter Entscheidungen. Auch der Fachkräftenachwuchs spielte eine wichtige Rolle. Beim zweitägigen Maritime Career Market trafen Unternehmen, Hochschulen und Verbände auf Studierende, Berufseinsteigende und maritime Fachkräfte.

Indien: Partner der SMM, Foto: Schlüter
Indien – Partner der SMM. Foto: Schlüter

Geschäfte entstehen im persönlichen Austausch

26 Nationenpavillons und Delegationen aus rund 30 Ländern unterstrichen die internationale Reichweite der SMM. Erstmals waren unter anderem Indien, Zypern und Brasilien mit eigenen Pavillons vertreten. Aussteller berichteten von hochwertigen Gesprächen, neuen Kontakten und Geschäftschancen. Besonders stark war die indische Beteiligung: Nach Angaben der Indian Ports Association nutzten Häfen, Werften und maritime Unternehmen die Messe für neue Kontakte und langfristige Kooperationen. Die Stimmung blieb über alle vier Messetage positiv. Aussteller lobten die Gesprächsqualität, die starke Präsenz von Entscheidern und die anhaltende Investitionsbereitschaft.

SMM 2026 in Zahlen: Erstmals über 50.000 Teilnehmende

Mit mehr als 50.000 Teilnehmenden erzielte die SMM 2026 einen Rekord. Menschen aus 134 Nationen kamen nach Hamburg; rund 2.300 Unternehmen aus 66 Ländern präsentierten ihre Lösungen auf mehr als 90.000 Quadratmetern in zwölf Hallen. Über 70 Prozent der Aussteller reisten aus dem Ausland an. Die Zahlen beruhen auf einer Hochrechnung vom letzten Messetag, Stand 12 Uhr, und sind vorläufig. Abschließende Angaben zur Gesamtzufriedenheit liegen wegen einer Umstellung der qualifizierten Besuchendenbefragung noch nicht vor.

Die nächste SMM findet vom 5. bis 8. September 2028 in Hamburg statt.

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