Die Lage im Persischen Golf bleibt hochdynamisch.
Die zweiwöchige Waffenruhe vom 08.04.2026 ist weiterhin in Kraft. Diese Übereinkunft hat zu einer vorübergehenden Einstellung der direkten Luftschläge zwischen US-Streitkräften und iranischen Einheiten geführt. Dennoch bleibt die Region hochgradig volatil. Der Iran will in eine weitere Waffenruhe auch den Libanon mit einbeziehen. Jedoch führen momentan Israel und die Hisbollah weiter Angriffe aufeinander durch. Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA am 10.04.2026 blieben ohne Erfolg. Das durch die USA freigegebene IRN Oil-Embargo endet zum 19. April 2026.
Am 13.04.2026 wurde von US CCENTCOM eine Blockade aller iranischen Häfen und der Küstengewässer ab 1400 UTC des selbigen Tages verkündet. Diese Blockade wurde östlich der Straße von Hormus (SoH) im Golf von Oman, dem Arabischen Meer und entlang der iranischen Küstengewässer eingerichtet. Nach Angaben der US NAVY betrifft diese Blockade jeglichen Schiffstransit durch die SoH in iranische Küstengewässer oder zu und von iranischen Häfen. Neutrale Schiffe, die keine iranischen Häfen anfahren, sollen nicht beeinträchtigt werden, könnten aber von amerikanischen Kräften durchsucht werden. Bereits am Sonntag den 12.04.2026 verkündete der US-Amerikanische Präsident Trump laut unterschiedlicher Medienberichte (Deutsche Welle, CNN), dass die Blockade auch alle Schiffe betreffe, die eine Gebühr zur Passage an den Iran gezahlt haben.
AIS-Daten zu folge ist diese Blockade in mehreren Fällen bereits erfolgreich gewesen und Schiffe sind nach der Passage der SoH Richtung Osten wieder umgekehrt Richtung Persischen Golf. Laut offiziellen Angaben der USA, solle die Blockade der SoH auch genutzt werden um Minen zu räumen. Dazu gibt es Berichte öffentlicher Medien, dass zwei Minenbekämpfungsschiffe der Avenger Klasse der US NAVY Richtung Straße von Hormus aufgebrochen sind.
Der Iran droht mit einer Blockade des Roten Meeres (laut Nachrichtenagentur AFP), falls die USA weiterhin iranischen Schiffen die Durchfahrt durch die Straße von Hormus verweigern und diese somit gefährden. Da der Iran die Blockade der Meerenge als eine Verletzung der Waffenruhe sehe. AIS und GPS sind weiterhin vorhanden, jedoch stark reduziert wurden. Die Störungen treten lokalisiert auf bestimmte Keypoints auf. Dennoch muss mit weiteren Störungen gerechnet werden. Seit Kriegsbeginn wurden im Persischen Golf insgesamt 23 Handelsschiffe getroffen und haben teils schwere Schäden erlitten. Seit der letzten Lage vom 09.04.2026 wurde kein Schiff angegriffen Jedoch gab es am 07.04.2026 ein Angriff auf einen Massengutfrachter der zuvor nicht erfasst wurde.
Der Transitkorridor nördlich der Insel Larak bleibt von iranischer Seite aus bestehen. Ein Transit findet dort ausschließlich unter iranischer Kontrolle statt und bleibt derzeit Schiffen vorbehalten, die entweder einen direkten Link zum Iran aufweisen oder die geforderte „Passage Fee“ von rund 2 Millionen US-Dollar entrichten.
Gemäß AIS-Daten und nach Rücksprache mit Reedereien sind etwa 139 Schiffe mit deutschem Bezug in der Area of Interest (siehe Anlage), davon 56 Schiffe im Persischen Golf.
Die aktuelle Lage für die Schifffahrt im Persischen Golf und den angrenzenden Gewässern ist trotz der offiziellen Waffenruhe vom 08.04.2026 von einer massiven Bedrohung geprägt. Die zusätzlich seit dem 13.04.2026 aktive Blockade der SoH von Osten durch die US NAVY führt zu Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Nach Aussagen des US-Präsidenten wird eine Zahlung an den Iran als Grund für eine Blockade der Weiterfahrt eines Schiffes angesehen. Der Iran und die USA drohen bei nicht einhalten ihrer unterschiedlichen Regeln mit dem Einsatz von Gewalt. Zusätzlich bleibt das operative Risiko durch technische Störungen hoch. Auch wenn die massiven GPS-Manipulationen im gesamten Sektor zurück gegangen sind, bleibt ein Risiko einer erneuten Aufnahme von Störungen. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass der Iran noch ausreichend Raketen und Drohnen, vor allem für Angriffe im Persischen Golf besitzt. Die Gefahr für Schiffe bleibt bestehen.
Die Huthi im Jemen haben die Wiederaufnahme der Angriffe gegen die Schifffahrt angekündigt, aber noch nicht umgesetzt. Diese bestätigen dennoch, dass Angriffe im Roten Meer wieder aufgenommen werden können, sobald die Huthi diese als nötig ansehen. Zudem hat der Iran angedroht die Meerenge Bab El-Mandeb zu sperren, falls es für nötig erachtet wird und die Blockade der SoH der USA weiterhin besteht.
Conclusion
Die Gefährdungslage für Schiffe und Besatzungen hat eine komplexe Stufe erreicht. Zwar bietet die nominale Waffenruhe eine trügerische diplomatische Atempause, doch operativ bleibt die Lage durch die verfestigte Blockade in der Straße von Hormus kritisch. Eine Passage der Meerenge ist nun durch die Blockades des Irans und der USA faktisch unmöglich geworden.
The risk potential for the Persian Gulf and the neighbouring regions must still be classified as critical overall.
With thanks to Naval Command Department Naval Shipping Management / Situation assessment of 10.04.2026

