BALTOPS 2026 Ostsee – NATO-Manöver startet in Gdynia

BALTOPS 2026 Ostsee – NATO-Manöver startet in Gdynia

BALTOPS 2026: Entschlossenheit in der Ostsee

Das NATO-Marinemanöver Baltic Operations (BALTOPS 2026) hat in diesem Jahr im polnischen Gdynia begonnen.

Die von der US Navy geführte Übung dauert rund zwei Wochen und findet 2026 zum 55. Mal statt. Mehr als 30 Einheiten aus 15 Nationen mit rund 6.000 Soldatinnen und Soldaten nehmen teil. Traditionell endet BALTOPS zum Auftakt der Kieler Woche in Kiel. Die Deutsche Marine beteiligt sich mit der Fregatte Sachsen-Anhalt, den Korvetten Braunschweig und Erfurt, dem U-Boot U 34 sowie einem Seefernaufklärer P-8A Poseidon. Zum Abschluss wird auch die USS Mount Whitney in Kiel erwartet. Ein großes amphibisches Unterstützungsschiff wie letztes Jahr die USS New York oder einen Zerstörer wie sonst üblich haben die Amerikaner nicht entsandt. Die sind woanders und haben andere Aufgaben, wir wissen das.

BALTOPS ist längst mehr als ein Symbol für die Zusammenarbeit der Ostseeanrainer. Das multinationale Großmanöver gilt inzwischen als strategische Notwendigkeit. Denn die Ostsee wird zunehmend zum Schauplatz hybrider Angriffe und von Sabotageakten auf, über und unter Wasser. Immer häufiger gerät die maritime kritische Infrastruktur Deutschlands und seiner Verbündeten ins Visier.

Führung in Rostock

BALTOPS 21 Minenbergung Foto: stripes/com

Bei BALTOPS 2026 zeigt die Deutsche Marine Präsenz und Führungsanspruch. Mit den beteiligten Einheiten und dem Commander Task Force Baltic in Rostock übernimmt sie die operative Übungsleitung mit einem multinationalen Stab und hat somit eine Schlüsselrolle der Führungsfähigkeit innerhalb des Bündnisses.

Entscheidend für den Erfolg – in der Übung wie im Einsatz – ist das Zusammenspiel der Partner. Gefragt ist ein breites Fähigkeitsspektrum, von Kampf- und Versorgungsschiffen bis hin zu unbemannten Systemen. Konteradmiral Stephan Haisch, Commander der Task Force Baltic, sagt: „Alle BALTOPS-Einheiten erhöhen die Präsenz der NATO im Seegebiet und unterstützen damit auch die NATO-Aktivität Baltic Sentry. Dabei werden Schiffe, Boote, Marineflieger und unbemannte Systeme eingesetzt.“

Freie Seewege und Abschreckung

Im Kern verfolgt BALTOPS zwei Ziele: den freien Seeverkehr in der Ostsee zu sichern und glaubwürdige Abschreckung auf, über und unter Wasser zu demonstrieren. Das Szenario deckt alle zentralen Aspekte der Landes- und Bündnisverteidigung ab, einschließlich Operationen gegen den internationalen Terrorismus im Seegebiet. Zugleich steht das Manöver für eine Aufgabe, die weit über die Ostsee hinausreicht: die Sicherung strategischer Seeverbindungen von der amerikanischen Ostküste bis ins Baltikum.

Wurzeln im Kalten Krieg

45 Schiffe und 7000 Soldaten aus 16 Staaten nahmen an Baltops 2023 teil, Foto: US Navy/Shawn P. Coover
45 Schiffe und 7000 Soldaten Baltops 2023  Foto: US Navy/Shawn P. Coover

Die BALTOPS-Reihe entstand in den 1970er-Jahren auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Die USA wollten damit ihr sicherheitspolitisches Engagement an einer strategisch wichtigen Flanke Europas unterstreichen. Das Mittel: wirksame militärische Zusammenarbeit auf See – multinational und einsatznah.

Damals lag der Schwerpunkt auf dem Schutz der dänischen Inseln und Meerengen. NATO-Verbände sollten die Ostsee nutzen können, während gegnerischen Kriegsschiffen der Zugang zur Nordsee und damit zum Atlantik versperrt werden sollte. Heute ist die Bedrohungslage komplexer: Neben klassischen militärischen Risiken rücken hybride Angriffe unterhalb der Eskalationsschwelle in den Fokus.

Dass BALTOPS seit 1972 jährlich stattfindet, gilt als Ausdruck der Entschlossenheit der NATO-Partner, ihre Verteidigungsfähigkeit und ihren Zusammenhalt auf See kontinuierlich an die Lage anzupassen. Was das konkret bedeutet, trainieren die Bündnispartner auch in diesem Jahr gemeinsam.

BALTOPS 2022: Admiral Michael Gilday, Vizeadmirale Frank Lensky und Eugene Black, Foto: hsc

Rückblickend hat BALTOPS eine wechselvolle Geschichte, zum Teil durften auch russische Einheiten ab 1997 am Manöver teilnehmen. Die Annäherung war spätestens 2014 mit der Besetzung der Krim vorbei. Beim BALTOPS-Manöver 2015 sollten US-Bomber des Typs B-52 üben, Minen über schwedischem Territorium abzuwerfen, die Schweden wollten als neue NATO-Partner ein klares sicherheitspolitisches Signal senden.

 

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