Lotsenversetzschiff „Hamburg Pilot 3“ ergänzt die Hafenflotte. Bild (Screenshot): NDR

Lotsenversetzschiff „Hamburg Pilot 3“ ergänzt die Hafenflotte. Bild (Screenshot): NDR

Hamburg - Neues Lotsenversetzboot angekommen

Der Hamburger Hafen bekommt zwei neue Boote, mit denen die Lotsen an Bord der ein- bzw. auslaufenden Schiffe gebracht werden. Das erste Boot „Hamburg Pilot 3“ wurde jetzt auf dem Seeweg überführt. Die Ablieferung der „Hamburg Pilot 1“ ist ebenfalls noch für dieses Jahr geplant; beide ersetzen jeweils eines der alten Lotsenboote.

Die Lotsenversetzschiffe werden nach europaweiter Ausschreibung auf der estländischen Werft Baltic Workboats AS innerhalb eines Jahres gebaut. Die Werft hat bereits Dutzende nahezu baugleicher Schiffe ausgeliefert. Der Vorsitzende der Hamburger Hafenlotsen ist begeistert von den rund 3,2 Millionen Euro teuren Booten. Die Boote seien komplett durchdacht, sogar an eine Heizung für das Deck und die Handläufe für den Einsatz im Winter wurde gedacht. Bei den schnellen Booten würde durch gefrierende Gischt sich schnell gefährliches Eis an Oberdeck bilden, auf dem die Besatzung ausrutschen und über Bord fallen könne, so der 1. Ältermann.

„Hamburg Pilot 1“ läuft noch dieses Jahr zu. Bild: HPA

„Hamburg Pilot 1“ läuft noch dieses Jahr zu. Bild: HPA

Technik

Die „Hamburg Pilot 3“ ist knapp 18 Meter lang bei einem Tiefgang von nur 1,5 Metern. Die beiden je 405 kW (550 PS) starken Dieselmotoren bringen das Schiff auf rund 20 Knoten, etwa 37 Stundenkilometer.

Die innovative Bugform mit negativem Vorsteven und Delta-Spant (∆) ermöglicht das sogenannte „Wave Piercing“, sodass der Rumpf bei Seegang kaum austaucht und das Schiff nicht stampft (verringerte Bewegung um die Querachse). Das verbessert den Komfort der zwei Mann Besatzung sowie der Lotsen an Bord erheblich.

Negative Vorsteven mit Delta-Spant ‚durchstechen‘ die Wellen. Foto: Baltic Workboats

Negative Vorsteven mit Delta-Spant ‚durchstechen‘ die Wellen. Foto: Baltic Workboats

Anders als die letzten fünf Neubauten der Flotte, verfügen die jetzigen Boote bewusst über keinen batterie-elektrischen Hybridantrieb, da dieser weniger gut zu den sehr speziellen Fahrtprofilen im Lotsenversetzdienst passt. Stattdessen sind die neuen Boote für eine zeitnahe Umstellung auf klimaneutrale e-Fuels vorgesehen. Den Angaben zufolge werden die neuen Schiffe mit der neuesten Technologie zur Abgasnachbehandlung in Kombination mit dem synthetischen Treibstoff GtL (Gas-to-Liquid) ausgerüstet. Antreiber sind deshalb normale Schiffsdiesel, die ohne weitere Umrüstung mit dem umweltfreundlich hergestellten synthetischen Kraftstoff betrieben werden können. Erläuterungen zu alternativen Kraftstoffen (XtL) siehe hier:

Fuhrpark

Die städtische Flotte Hamburgs umfasst nach Angaben der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) derzeit rund 50 Schiffe. In der Mehrzahl Binnenschiffe für die unterschiedlichen Funktionen, vom Lösch- und Polizeischiff über Peilschiffe bis hin zu Lotsenversetzern, Transportschiffen und Eisbrechern. Auch Nassbaggergeräte, eine Schutensaugerstation sowie Schuten gehören dazu.

kdk, NDR, HPA

28. März 2025 | 0 Kommentare

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