Mehrzweckschiff ARKONA. Bild: BAW (Bundesanstalt für Wasserbau)

Mehrzweckschiff ARKONA. Bild: BAW (Bundesanstalt für Wasserbau)

Ostsee Eisbrecher im Dauereinsatz

Anhaltender Frost hat in den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns zu ausgeprägter Eisbildung geführt und erfordert verstärkte Eisbrecherunterstützung für die Berufsschifffahrt. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt setzt hierfür den Mehrzweckeisbrecher „Arkona“ ein, den leistungsstärksten deutschen Eisbrecher in der Ostsee mit Heimathafen Stralsund.

„Wilson Maas“ im Eis eingeschlossen. Bild: Martina Rathke/NDR
„Wilson Maas“ im Eis eingeschlossen. Bild: Martina Rathke/NDR

Die Eisstärken liegen derzeit bei rund 15 Zentimetern, lokal auch darüber. Die Auswirkungen auf den Schiffsverkehr wurden Ende Januar deutlich, als sich der Frachter „Wilson Maas“ (Flagge Barbados) auf der Fahrt aus Polen kommend im Eis festfuhr. Die „Arkona“ brach das Eis im betroffenen Seegebiet auf und eskortierte das Schiff bis zum Zielhafen im Greifswalder Bodden. Der Einsatz unterstreicht die Bedeutung leistungsfähiger Eisbrecherkapazitäten für die Aufrechterhaltung des winterlichen Seeverkehrs.

Mit einer maximalen Eisbrechleistung von bis zu 50 Zentimetern Festeis ist die „Arkona“ für schwere Eisverhältnisse ausgelegt. Neben der Freihaltung der Schifffahrtswege übernimmt sie sicherheitsrelevante Zusatzaufgaben. Dazu zählen auch die Kontrolle und Sicherung der Schifffahrtszeichen. Durch Eisdruck können Tonnen abgetrieben oder unter die Eisdecke gedrückt werden, was das Risiko von Fahrwasserabweichungen deutlich erhöht. In mehreren Fällen mussten Seezeichen bereits aus dem Eis geborgen und vorübergehend eingezogen werden. Für Frachtschiffe mit Ziel Stralsund, Lubmin und Greifswald gilt aktuell ein Nachtfahrverbot. Ziel ist es, das Risiko einer Havarie zu minimieren und Eisbrechereinsätze effizient zu koordinieren.

Bild 3: Fahrwassertonne muss eingenommen werden. Bild: NDR
Bild 3: Fahrwassertonne muss eingenommen werden. Bild: NDR

Die Ostseeinsel Hiddensee ist derzeit vollständig vom Eis eingeschlossen. Der gleichzeitige Ausfall der Fähre „Vitte“, die Ende Januar infolge eines Eisschadens einen Wassereinbruch erlitt, verschärft die Versorgungslage zusätzlich. Die Anbindung erfolgt aktuell ausschließlich über den Eisbrecher „Swanti“, der für die Grund- und Notversorgung eingesetzt wird. Auf Grundlage eines Gutachtens des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes ist in dieser Ausnahmesituation die Mitnahme von bis zu 20 Personen zugelassen.

Der aktuelle Eiswinter verdeutlicht, dass belastbare Eisbrecherkapazitäten weiterhin ein zentraler Faktor für die Sicherheit des Seeverkehrs und die Versorgung küstennaher Regionen sind. Gleichzeitig zeigt sich, wie stark Inselanbindungen und regionale Lieferketten auch heute noch von winterlichen Extrembedingungen abhängig bleiben.

kdk, NDR

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