Und wieder ist es passiert – wieder ein Telekommunikationskabel zwischen Helsinki und Tallinn im Finnischen Meerbusen beschädigt – wieder ein russisch geführtes Schiff mit schleifendem Anker!
Der finnische Grenzschutz hat die unter der Flagge des Karibikstaats Sankt Vincent und Grenadinen registrierte und aus Sankt Petersburg nach Haifa in Israel fahrende „Fitburg“ bereits am 31. Dezember 2025 beschlagnahmt, unter hohen Sicherheitsvorkehrungen in den nahe gelegenen Hafen Kantvik eskortiert und die 14 Besatzungsmitglieder aus Russland, Georgien, Kasachstan und Aserbaidschan festgenommen. 
Hybrider Krieg läuft locker weiter
Offensichtlich ein erneuter hybrider Angriff aus östlicher Richtung auf westliche Infrastrukturen: „Es gibt Grund zu der Annahme, dass der Anker und die Ankerkette des Schiffes ‚Fitburg‘ mindestens mehrere Dutzend Kilometer lang über den Meeresboden geschleift sind, bevor sie den Ort der Beschädigung erreichten“, erklärte die finnische Polizei. Sie ermittelt derzeit zusammen mit internationalen Behörden wegen „schwerer Sachbeschädigung, versuchter schwerer Sachbeschädigung und schwerer Störung der Telekommunikation“.
Der finnische Grenzschutz hat ein Video veröffentlicht, auf dem auch spezialisierte Einsatzkräfte der Polizei zu sehen sind, die das Schiff an Silvester entern, nachdem es als verdächtiger Verursacher der um 04:53 aufgetretenen Schäden am Elisa-Kabel identifiziert worden war. An der Operation mit drei Hubschraubern war auch ein NH-90 der finnischen Streitkräfte beteiligt. Die finnischen Behörden haben in den letzten Monaten ihre Fähigkeiten zur koordinierten Prävention und Reaktion deutlich ausgebaut. Die Reaktion war überzeugend – die Prävention kann allerdings noch verbessert werden. Da war die Dunkelheit des frühen Silvestermorgens schon ein teuflisch ausgesuchtes Datum für einen Sabotageakt!
Alles mit rechten Dingen
Mittlerweile haben zwei finnische Behörden nach der Durchsuchung der „Fitburg“ die Besatzung vom Vorwurf der Sanktionsumgehung freigesprochen. Zum einen wurden von Traficom (Finnish Transport and Communications Agency) lediglich zehn kleinere technische Verstöße festgestellt, die aber weder für das Schiff noch die Besatzung hätten gefährlich werden können – die Mängel werden derzeit behoben. Auch der geladene Stahl, der zwar unter die russischen Sanktionen fällt, wurde vom Zoll nicht als Grund für ein weiteres Festhalten gewertet, weil sich das Schiff in internationalen Gewässern befand und aus freien Stücken zur Überprüfung in die Hoheitsgewässer eingelaufen ist – also sanktionierte Stoffe nicht vorsätzlich nach Finnland eingebracht hatte. Allerdings werden die Ermittlungen des National Bureau of Investigation (NBI) zum navigatorischen Sabotageakt Wochen dauern. Finnlands Ministerpräsident Alexander Stubb und sein Sicherheitskabinett wurden über die Lage informiert und werden von den Behörden auf dem Laufenden gehalten.
Finnish Border Guard (Rajavartiolaitos/Gränsbevakningsväsendet), ajs

