Marcus Bredick

Marcus Bredick

Deutschland ist ein Junkie

Kommentar MarineForum 5-2021

Marcus Bredick

 

Bei meinem letzten Spaziergang ist mir „unter den Brücken von Bonn“ etwas aufgefallen. Dort lagen lauter Junkies, Abhängige, die, der Welt entrückt, in ganz eigenen Sphären schwebten. Der erste, dem ich begegnete, hieß Volkswagen und war abhängig von China. Das Ostasiatische Land ist mittlerweile nicht nur der größte Einzelmarkt des Konzerns, sondern auch existenzentscheidend. 42 Prozent aller Fahrzeuge des Konzerns wurden 2020 dort hergestellt. Während in Europa die Umsatzerlöse um 13 Prozent und in Nordamerika um 15 Prozent einbrachen, erholte sich die Region Asien-Pazifik schneller als gedacht und konnte sogar eine leichte Umsatzsteigerung auf 44,3 Milliarden Euro vermelden. Damit hat insbesondere die Konjunkturlokomotive China ihre Bedeutung für den Konzern noch einmal unterstrichen. So wie VW geht es vielen Firmen des (ehemaligen) Exportweltmeisters: Wachstum und Gewinne werden in China generiert. Ohne das Land läuft nichts mehr. Ich lernte: Deutschlands Industrie ist in stets größerem Maße abhängig von den Absatzmärkten in Ostasien.

4. Mai 2021

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