Die Fregatte F128 erhält ein schwedisches FüWES
Die Fregatten F128 vom Typ MEKO A-200 DEU erhalten das schwedische Gefechtsführungssystem 9LV. Der Auftrag an Saab umfasst für zunächst vier Schiffe das Combat Management System, das Feuerleitsystem, Sea Giraffe 4A Fixed Face, Sea Giraffe 1X, passive Sensoren und Kompositaufbauten. Der Wert des Auftrags wird von SAAB auf rund 8,7 Milliarden schwedische Kronen beziffert, was etwa 780 bis 800 Millionen Euro entspricht. Geliefert werden soll zwischen 2029 und 2032. Eine Option deckt die Ausrüstung weiterer Fregatten ab.
Saab-Cluster für die U-Boot-Jagd
F128 wird wie die modernisierte F123 auf 9LV basieren, erhält jedoch eine eigenständige, auf die neue Plattform zugeschnittene Gefechtssystem- und Sensorkonfiguration. Saab wurde bereits 2021 mit der Modernisierung der F123 beauftragt. Zum Paket gehören dort 9LV, Sea Giraffe 4A, Sea Giraffe 1X und Ceros 200. Damit entsteht ein schwedisch geprägter FüWES-Strang auf zwei vornehmlich für die U-Boot-Jagd vorgesehenen Fregattenklassen – alles in allem zehn Einheiten (8 F128, 2 F123).
Keine einheitliche Ausgangslage
Die Entscheidung bricht weniger eine bestehende Standardisierung auf, als dass sie vom erst 2025 eingeschlagenen Pfad einer Standardisierungsbemühung abweicht. Die Deutsche Marine nutzt heute mehrere klassenspezifische Lösungen: SABRINA 21 auf F123, das Combat Direction System der F124, Atlas ANCS auf F125 sowie ein von Atlas und Thales geliefertes FüWES auf K130. TACTICOS von Thales NL war für F126 vorgesehen.
Zwei statt eines Standards
Parallel hat Deutschland CMS 330 von Lockheed Martin Canada für die Überwasserschiffe ausgewählt, Hensoldt soll die Integration in deutsche Plattformen übernehmen. Nach derzeitigem Planungsstand gilt F125 als erste Umrüstplattform. Auf F127 soll CMS 330 mit Aegis und SPY-6 für die weitreichende Luft- und Flugkörperabwehr verbunden werden – falls es dazu kommen sollte. Langfristig zeichnet sich damit weniger ein ungeordneter Wildwuchs als eine Zwei-Linien-Struktur ab: 9LV auf F123 und F128, CMS 330 auf F125 und F127 – ergänzt um Altsysteme während des Übergangs. Das ist operativ plausibel, wenn es auch gilt, Ausbildung, Softwarepflege und Weiterentwicklung weiterhin in zwei getrennten Ökosystemen zu organisieren.
Text: hum

