Bei schwerem Wintersturm haben die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gemeinsam mit den Marinefliegern der Deutschen Marine Anfang Januar einen norwegischen Einhandsegler aus akuter Seenot gerettet. Der Skipper trieb nach einem Motorschaden und Schäden am Mast mit seiner Segelyacht manövrierunfähig bei Helgoland in der aufgewühlten Nordsee.
Am 07. Januar gegen 13.45 Uhr setzte der Segler einen Notruf an die von der DGzRS betriebene Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, ab. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die rund neun Meter lange Yacht etwa drei Seemeilen westlich von Helgoland. Bei Sturmstärke mit neun Beaufort und Windgeschwindigkeiten bis zu 88 Kilometern pro Stunde, bis zu fünf Meter hohen Wellen sowie Schnee- und Hagelschauern war die Sicht auf unter 150 Meter reduziert. Ein sicheres Manövrieren war unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich, der Segler geriet in Lebensgefahr.
Die Einsatzleiter alarmierten umgehend den auf Helgoland stationierten Seenotrettungskreuzer HERMANN MARWEDE. Während der Havarist weiter nach Norden vertrieben wurde, gelang es der Besatzung trotz äußerst schwieriger Sichtverhältnisse, die beschädigte Yacht nach rund einer Stunde zu lokalisieren. Zufällig befand sich zeitgleich ein Marinehubschrauber auf einem Übungsflug im Einsatzgebiet und blieb auf Stand-by vor Ort.
Mehrfach versuchten die Seenotretter mithilfe eines Leinenschussgeräts eine Schleppverbindung mit dem erschöpften Skipper herzustellen. Da es dem Mann jedoch nicht mehr gelang, die Leinen an Bord zu sichern, übernahmen schließlich die Marineflieger die Rettung. Sie winschten den Norweger per Seilwinde auf und brachten ihn unverletzt an Land. Eine erste medizinische Untersuchung bestätigte, dass er die Notlage den Umständen entsprechend gut überstanden hatte.
Seine Yacht musste aufgegeben werden. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung plant derzeit die Bergung des führerlosen Bootes.
kdk, DGzRS

