Bei der Kieler ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) stehen die Fahrthebel auf „Volle Fahrt Voraus“. Auch wenn der Start in das neue Geschäftsjahr 2025/26 eher nach „Kleiner Fahrt“ aussah, so sehen die Prognosen jetzt ganz anders aus. Am Mittwoch, den 11. Februar 2026, versprühte Oliver Burkhard als CEO im TKMS-Mediacall großen Optimismus und unterlegte dies mit harten Fakten:
TKMS Auftragslage Rückenwind in 2026
Die U-Boot-Sparte sichert eine volle Auslastung über die kommenden Jahre. Gerade hat Norwegen zwei weitere U212CD-Boote bestellt. Zusammen mit den sechs für Deutschland geplanten Booten stehen damit 12 Boote in den Auftragsbüchern. Hinzu kommen sechs Uboote Typ U214 für Indien. Bei den bis zu 12 U-Booten für Kanada ist neben TKMS noch Hanwha Ocean (Korea) im Rennen.
Aber auch und gerade der Überwasserschiffbau gibt der Kieler Werft vollen Wind in den Segeln. Vor wenigen Tagen wurde der Vorvertrag für den Bau der MEKO A-200 DEU für die Deutsche Marine als Interimslösung für die verzögerte F126 geschlossen. Auf Basis dieses Vorvertrages ist der „Brennstart“bereits erfolgt, die Vorarbeiten für die Rümpfe haben begonnen, das erste Schiff soll schon in 2029 ausgeliefert werden.
Auf der Thyssenkrupp Werft in Itajaí/Brasilien liegen Bau und Lieferung der vier Fregatten der Tamandaré-Klasse für die brasilianische Marine im Zeitplan, erste Seetests waren erfolgreich. Auch die Auftragsbücher der TKMS-Tochter ATLAS Elektronik sind voll, u.a. mit Rekordaufträgen für Torpedos und Minenjagdsonare. Das Gesamtvolumen der im Konzern vorliegenden Aufträge liegt aktuell bei 18,7 Mrd. Euro.
Auch der Blick darüber hinaus unterstützt den Optimismus des CEO: Für die acht deutschen Luftverteidigungsfregatten F127 steht TMKS mit der MEKO A-400 AMD als einziger Bieter da. Die gerade erworbene Werft in Wismar wird zeitnah integraler Bestandteil des Kieler Mutterhauses werden und die Kapazitäten erhöhen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte TKMS – Deutschlands größter Marineschiffbauer – ein unverbindliches Kaufangebot für die Kieler Werft German Naval Yards (GNYK) abgegeben. Beide Unternehmen teilen sich das Werftgelände in Kiel und sind aus der traditionsreichen HDW (Howaldtswerke-Deutsche Werft AG) hervorgegangen. Mit der Übernahme würden die beiden Betriebe, deren Wurzeln bis ins Jahr 1838 zurückreichen, wieder vereint sein. Kiel Ahoi !
