Im Januar durchlief der neue Flachdeck-Flugzeugträger „Fujian“ (315 Meter) der chinesischen Marine (PLAN) weitere Funktions- und Abnahmefahrten im Golf von Bohai.
Dies ist ein vollständig von chinesischem Staatsgebiet umschlossenes Randmeer, das aus dem Gelben Meer nordwestwärts gehend nur über die gleichnamige Straße vorbei an der Hafen- und Werft-Metropole Dalian erreicht wird. Allerdings ist dieses Gewässer nicht sehr tief (etwa 30 Meter durchschnittlich), was für einen Träger mit 80.000 Tonnen und einem geschätzten Tiefgang von 10 Metern ausgesprochen als „Flachwasser“ gelten dürfte. Dafür ist man dort aber vor interessierter Beobachtung gut geschützt und das Gebiet ist ideal gelegen, was Flugbetrieb und allgemeine Seebetriebsroutine der Besatzung angeht.
Parallel dazu zeigte die Satellitenaufklärung, dass auch die beiden anderen Träger „Liaoning“ und „Shandong“ (306 Meter, 70.000 Tonnen) fleißig zu Übungen in den Seegebieten der Nord- und Südflotte unterwegs waren. Offen bleiben die Fragen, wann eine Indienststellung erfolgen wird und wann diese Träger erstmals im mittleren Pazifik oder im Indischen Ozean operieren werden.
Neueste Satellitenaufklärung lässt vermuten, dass in Dalian bereits erste Sektionen eines mehr als 100.000 Tonnen großen Trägers (Type 004 ?) gebaut werden, der mit der amerikanischen „Gerald R. Ford“ gleichziehen könnte. Eine jüngste Analyse des U.S. Naval Institute (USNI) kommt zu dem Schluss, dass China bis zur Mitte der 30er Jahre sechs weitere Träger gebaut haben und eine dauerhafte Präsenz in Pazifik und Indik aufrechterhalten kann. Das verändert die Weltlage.
