Foto: (v.l.) Ulrich Grillo, Michael Rüdiger und Susanne Wiegand sind neue DCGK-Mitglieder, DCGK, DICO-Deutsches Institut für Compliance

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Corporate Governance maritime Industrie Deutschland

Namen sind auch maritime Nachrichten

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat drei neue Mitglieder in die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK) berufen: Ulrich Grillo, Michael Rüdiger und Susanne Wiegand. Die Kommission legt Empfehlungen für die Leitung und Überwachung börsennotierter Unternehmen fest und macht gute Unternehmensführung transparent und nachvollziehbar. Drei der insgesamt 15 Sitze wurden turnusgemäß neu besetzt.
Doch was hat das mit der maritimen Wirtschaft zu tun? Mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Alle drei Personalien weisen – direkt oder indirekt – Bezüge zu maritimen Schlüsselindustrien auf.

Ulrich Grillo ist seit 2004 Vorsitzender der Geschäftsführung der GRILLO-Werke AG, einem Metall- und Chemieunternehmen. Zudem war er Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI, 2013–2016). Seit 2016 gehört Grillo dem Aufsichtsrat der Rheinmetall AG an und wird dort als Vorsitzender geführt. Rheinmetall bezeichnet sich als internationales Systemhaus der Verteidigungsindustrie. Mit der Übernahme von Naval Vessels Lürssen (NVL) zum 1. März 2026 hat das Unternehmen seinen maritimen Fußabdruck deutlich erweitert und entwickelt sich zu einem domänenübergreifenden Anbieter mit ausgeprägter Marinekompetenz.

Michael Rüdiger ist seit 2020 Aufsichtsratsvorsitzender der BlackRock Asset Management Deutschland AG und Aufsichtsrat bei Evonik Industries AG. Auf Konzernebene berichtete BlackRock über ein Konsortium, das das globale Hafenportfolio des Hongkonger Logistikkonzerns CK Hutchison erwerben wollte – mit Aktivitäten in über 40 Häfen weltweit, darunter auch die strategisch bedeutsamen Panama-Terminals in Balboa und Cristóbal, die kürzlich von der panamaischen Regierung verstaatlicht wurden. Evonik wiederum ist ein relevanter Spezialchemie- und Materialzulieferer für maritime Anwendungen, unter anderem in Marine- und Schutzbeschichtungen, Schiffbau, Offshore und Aquakultur.

Susanne Wiegand ist seit 2025 Aufsichtsrätin der Volkswagen AG und Mitglied im Aufsichtsrat der BWI GmbH, dem Digitalisierungspartner der Bundeswehr. Besonders relevant für die maritime Industrie sind ihre früheren Positionen: 2018–2021 CEO von Rheinmetall Electronics, spezialisiert auf navale Sensorik, Führungs- und Missionssysteme, und 2021–2025 CEO der RENK Gruppe, einem zentralen Antriebs- und Systemzulieferer für zivile und militärische Schifffahrt. In der Deutschen Marine ist RENK insbesondere für seine Getriebe- und Antriebstechnik in unterschiedlichen Schiffsklassen bekannt.
Die Berufung der drei Kommissionsmitglieder zeigt, wie eng industriepolitische, sicherheitspolitische und maritime Interessen heute verknüpft sind. Wer die Namen liest, liest damit auch ein Stück maritime Gegenwart.

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