U.S. Navy setzt auf Überwasser-Drohnen (USV) im Seekrieg
Auch die amerikanischen Streitkräfte setzen im Iran-Krieg zunehmend unbemannte Überwasser-Drohnen ein und verändern damit ihre taktische Vorgehensweise. Zwei bekannt gewordene Einsätze zeigen aktuelle Optionen auf.
Bergung in See
Wenn ein amerikanisches Luftfahrzeug vom Himmel fällt, dann folgt ein kompromissloser Kampf um die Rettung der Besatzung. Der Rettungseinsatz unweit der Straße von Hormus für die Piloten des am 8. Juni in den Golf von Oman gestürzten Kampfhubschraubers Apache AH-64 der US-Army war alles andere als klassisch: Koordiniert mit der 82. Airborne Division der US Army und weiteren Einheiten von Navy und Air Force setzte US Naval Forces CENTCOM (Manama/Bahrein) erstmals ein

Foto: CENTCOM
unbemanntes Überwasserfahrzeug vom Typ Corsair ein, das erst zwei Monate vorher in das Einsatzgebiet verlegt worden war. Nicht unwesentlich dürfte dabei die Rolle der Task Force 59 der 5. US-Flotte gewesen sein, die sich seit ihrer Gründung im September 2021 als „Innovation Hub“ der Navy auf den Einsatz unbemannter Systeme im Nahen Osten und die Nutzung Künstlicher Intelligenz spezialisiert hat. Die Corsair ist eine von Saronic Technologies in Texas entwickelte, 7,3 Meter lange, dieselgetriebene (35 Knoten) autonome Plattform, auf der ein Rundum-Infrarot-Sensorbild mit Daten des Navigationsradars fusioniert wird. So ließen sich in der Dunkelheit die im Wasser treibenden Piloten gut identifizieren – beide konnten etwa zwei Stunden nach dem Vorfall eigenständig an Bord klettern und sich anschließend autonom in ein sicheres Gebiet transportieren lassen, wo sie von einem Rettungshubschrauber in herkömmlicher Weise abgeborgen wurden. Beide Piloten überlebten ohne schwere Verletzungen – die Ursache des Absturzes wird noch untersucht – das reicht vom feindlichen Beschuss bis zur technischen Havarie.
Angriff in Hafenanlagen
In einem bislang erstmaligen Einsatz setzte das U.S. Central Command am 11./12. Juli nach dem Wiederaufflammen kriegerischer Handlungen zwischen dem Iran und den USA drei unbemannte Überwasser-Drohnen des Typs Saronic Corsair als Einweg-Angriffsmittel ein, um im iranischen Marinestützpunkt Bandar Abbas ein aufliegendes Kleinst-U-Boot der Ghadir-Klasse zu zerstören. Der amerikanische Drohnenhersteller Saronic beziffert die Reichweite der Corsair mit 1000 Seemeilen bei 500 Kilogramm Waffenzuladung. Seit dem Vertragsschluss mit der US-Navy im Dezember 2025 hat Saronic mindestens 300 Corsair-USVs produziert.


