Neues von Board: Nach rund 20 Tagen auf Transatlantikpassage befand sich die GORCH FOCK kurz vor Bermuda.
Mehr als 90 Prozent der Strecke wurden unter Segeln zurückgelegt, bei einem Durchschnitt von etwa acht Knoten. Die nautische Ausbildung profitierte von stabilen Passatbedingungen und kontinuierlicher Seemannschaft im Wachbetrieb.
Doch eine lange Atlantikpassage besteht nicht nur aus Wache, Ausbildung und Seemannschaft. Parallel zum Ausbildungsdienst wurde an Bord das traditionelle Atlantiksportfest durchgeführt – diesmal in der „Bermuda Edition“. Mit 18 Teams war nahezu die gesamte Besatzung eingebunden. Auf dem Programm standen bewährte Disziplinen wie Hängemattendrehen, Staffellauf, Cliffhanger sowie der Balkensteiger. Dabei gilt es, sich möglichst lange an einem Leckabwehrbalken zu halten – eine Übung, die erhebliche Kraft in den Oberschenkeln erfordert.
Den Abschluss bildete das Tall-Ship-Race. Jedes Team arbeitete dafür einen Holzrohling zu einem kleinen Schiff aus, bemalte ihn und zog ihn anschließend mittels Leinenaufwicklung schnellstmöglich über das Mitteldeck. Für die Freiwachen wurde am Samstagabend Kino auf dem Oberdeck eingerichtet – ein bewährtes Format, das die langen Seetage spürbar verkürzt und die Kameradschaft stärkt.
Auf dem Weg zur US-Ostküste traf die GORCH FOCK zudem auf See den französischen Ausbildungsverband. Die Begegnung unter Segeln verdeutlichte die enge maritime Verbundenheit beider Nationen und ihrer Marinen. Im Verband dienen derzeit zwei deutsche Austauschoffiziere, während auf der GORCH FOCK eine französische Kadettin sowie eine deutsch-französische Segeloffizierin eingesetzt sind.
Diese wechselseitige Integration zeigt gelebte Kooperation und Vertrauen zwischen beiden Seestreitkräften. Die GORCH FOCK passierte den Verband in Vollzeug und mit großer Seeflagge – ein sichtbares Zeichen traditioneller Seemannschaft und guter kameradschaftlicher Beziehungen.
Text/Bilder: Bornkessel/Deutsche Marine







