Als alles anfing – Huthi-Boarding der „Galaxy Leader“ Foto: Saba News Agency

Als alles anfing – Huthi-Boarding der „Galaxy Leader“ Foto: Saba News Agency

Huthi-Milizen erklären Angriffe im Roten Meer für beendet – Schifffahrt zögert

Anfang November machte eine Nachricht keine Schlagzeilen: Die Huthi-Rebellen im Jemen erklärten ihre Angriffe auf maritime Interessen (Schiffe, Häfen) mit Verbindungen zu Israel im Roten Meer und dem Golf von Aden für beendet. Seit dem im Mai vom Oman vermittelten Waffenstillstand zwischen den USA und den Huthis beschränkten sich die Angriffe der Milizen ohnehin nur noch auf Schiffe mit israelischem Bezug.

Allerdings trauten die wenigsten Reedereien diesem Versprechen – wegen der ausgeprägten Ungenauigkeit der Waffenlenkung seitens der Huthis – und schickten weiterhin ihre Frachter auf die lange Strecke um das Kap der Guten Hoffnung. Was sich wohl auch deutlich profitabler gestaltete als eine Suez-Passage. Auf ein Wiederbeleben eben dieser Passagen wartet die Suez-Kanal-Behörde sehnlichst, denn das ist eine der großen Einnahmequellen Ägyptens.

Die neue Lage wurde in einem Brief des neu ernannten Stabschefs der Huthi, Generalmajor Yousef Hassan Al Madani, veröffentlicht. Sein Vorgänger, Generalmajor Mohammed Al Ghamari, allgemein bekannt als Architekt der Anti-Schifffahrtskampagne und der Raketenangriffe auf Israel, war am 28. August bei einem Luftangriff zusammen mit dem Premierminister und einem Großteil des Kabinetts getötet worden.

Zum einen mag der Verlust der Führungsriege zu dieser Waffenstillstandserklärung geführt haben – vielleicht aber auch die Auswirkungen israelischer und US-amerikanischer Luftangriffe auf ihr Raketen- und Drohnenarsenal. Eventuell auch ein paar enorme Zufallsfunde in der Waffenlieferkette der Huthis aus dem Iran und China.

Unklar bleibt, warum die Huthis nicht die Bedrohung durch äußere Feinde beschworen haben und so die Loyalität im eigenen Land hätten stärken können, sondern eher den Weg des Friedens gewählt haben. Möglicherweise, weil allein dieser Weg den Huthis wirtschaftliche Vorteile von Saudi-Arabien und anderen Staaten verspricht – die ihnen beispielsweise die Nachzahlung ausstehender Gehälter an ihre Gefolgsleute ermöglicht.

It’s the Money – stupid.

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